Alles über Kompostwürmer – Funktion & Vermehrung in Garten und Beet


Manche Menschen finden die schleimigen Kompostwürmer (Eisenia) eklig, Kinder finden sie spannend und ein Gärtner weiß, wie sinnvoll er als Nützling in einem Garten oder Komposthaufen ist. Sie werden oftmals auch als Stinkwurm oder Mistwurm bezeichnet und gehören zur Gattung der Regenwürmer. Kleine aber feine Unterschiede sind allerdings zwischen einem Kompostwurm und einem klassischen Regenwurm bzw. Tauwurm, der bei Regen oftmals auf Strassen zu sehen sind, zu beobachten.

Obwohl sie weder sehen, noch hören oder irgendeinen Laut von sich geben können, sind sie biologisch äußerst sinnvoll und für jeden Garten bzw. Komposthaufen essentiell.

Regen- und Kompostwurmarten – Vorkommen und Unterschiede

In deutschen Gärten finden sich ca. 46 verschiedene Regenwurmarten, wobei die beiden bekanntesten der Tauwurm (Lumbricus Terrestris) und der Kompostwurm (Eisenia Fetida) sind. Beide Exemplare sind empfindlich gegenüber Licht. Sie unterscheiden sich lediglich aufgrund Ihrer Größe, Länge und Lebensraum. Der Kompostwurm wird nur 8cm lang und lebt überwiegend in Komposthaufen oder Bereichen mit organischen Abfällen. Der Tauwurm hingegen wird bis zu 30cm lang und lebt vornehmlich in bis zu 3 Meter tiefer Erde sowie in reifem Kompost, also in tiefer liegenden Schichten eines guten Komposters.

Der Kompost- oder Mistwurm benötigt die höheren Temperaturen zum Leben, welche er in normaler Erde oder einem Beet nicht vorfindet. Im Thermokomposter sind das meiste Jahr über hohe Temperaturen, in denen der Wurm sich wunderbar vermehren kann und bis zu 4 Generationen entstehen können. Sie verrichten hier nützliche Arbeit und sorgen dafür, dass aus Gartenabfällen der wertvolle Humus wird.

Regenwurmarten unterteilen sich in ihrer Artenvielfalt in 6 Gattungen.

Gattung 1: Allolobophora

Hierunter fallen die meisten Arten wie der kleine und große Wiesenwurm, der Ackerwurm und der Gartenwurm. Sie bearbeiten die obersten Schichten des Erdreichs.

Gattung 2: Lumbricus

In dieser Wurmgattung befindet sich der wohl bekannteste Vertreter: der Tauwurm (Lumbricus Terresetris). Weiterhin gehören dazu der braune und rote Laubfresser.

Gattung 3: Dendrobaena

In dieser Gattungsbezeichnung befinden sich Arten wie der Köcherwurm und andere Baumbesteiger, die vornehmlich an Baumstämmen hochkriechen.

Gattung 4: Eisenia

Hierin enthalten ist der Eisenia Fetida also der eigentliche Kompostwurm, welcher nach seinem Entdecker G. Eisen benannt wurde.

Gattung 5: Octolasium

In dieser Gattung befinden sich 3 Regenwurmarten wie der Ackerwurm bzw. genau diese Würmer, die acht Borsten haben. Deswegen auch „Achtborster“.

Gattung 6: Eiseniellea

Ein einziger Wurm schaffte es in diese Gattung: Der Eiseniellea tetraeda In Deutschland ist die größte Artenvielfalt aufgrund der Temperaturen im Süden zu finden.

Geprägt durch die frühere Eiszeit im Norden sowie Gletscherbildung haben sich Würmer mehr in den Süden zurückgezogen. Die Lebensbedingungen und Witterungsverhältnisse bedingen hier eine größere und diversifizierte Population.

Kompostwürmer anlocken, ansiedeln und vermehren

Obwohl sehr unauffällig, sollte der ökologische Nutzen für jeden Gartenbesitzer klar sein. Grund genug sich darüber zu informieren wie man am besten Kompostwürmer anlocken, ansiedeln und vermehren kann.

Der schnellste Weg ist natürlich eine große Anzahl an Würmern im Fachhandel zu kaufen und sie im Garten oder Komposthaufen auszusetzen. Sind die Lebensbedingungen gut, werden sie sich hier wohl fühlen, sich vermehren und wertvolle Arbeit für Boden und Pflanzen verrichten.

Anlocken und Ansiedeln von Kompostwürmern

So gut wie kostenlos funktioniert es aber auch, wenn man Kompostwürmer selber anlockt und ansiedelt. Dies gelingt bei nicht zu kalter sowie nicht zu heißer Witterung wie folgt:

Schritt 1: Mischen sie Kaffeesatz mit leicht angerottetem Kompost oder Blättern und platzieren sie die Mischung auf der Erde quadratisch auf 1×1 Meter.

Schritt 2: Karton in ca. 1 x 1 Meter auf der Erde platzieren und anfeuchten. Der Karton sollte nicht trocken werden, also regelmäßig befeuchten.

Schritt 3: 2-3 Wochen warten.

Schritt 4: Karton abnehmen und angelockte Kompostwürmer einsammeln.

Weiterhin werden hier unter der obersten Erdschicht noch Kokons vorhanden sein, die man zur weiteren Aufzucht hernehmen kann. Hier empfiehlt sich eine Wurmbox.

Eine Alternative zum Anlocken vom Kompostwurm ist eine ca. 20cm tiefe Kuhle, in die man Köder legt, die diese Würmer lieben. Dies können Eierschalen, Apfelschalen oder Kartoffelschalen sein. Das Ganze wird mit einem Brett abgedeckt.

Wiederum ein paar Wochen warten und die angelockten und angesiedelten Würmer zusammen mit der Erde abtragen und direkt in den Komposthaufen legen. Das Einsetzen der Würmer sollte stets zwischen Frühling und Herbst erfolgen. Um die eigene Zucht zu schützen, ist es sinnvoll den Komposter von unten mit einem Draht vor Mäusen

Vermehren von Kompostwürmern

Sofern das Anlocken und Ansiedeln erfolgversprechend war, können Sie sich mit der Vermehrung auseinandersetzen. Die besten Bedingungen hierfür bestehen in einer speziellen Wurmkiste oder Wurm-Anzuchtbox, die bei richtiger Ausstattung für reichlich Nachwuchs sorgen sollte.

Eine solche Box muss folgenden Anforderungen genügen:

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  • Gute Belüftung muss gewährleistet sein, da sonst die Nahrungsquelle der Würmer anfängt zu gären.
  • Die Temperatur in der Box sollte ca. 20 Grad Celsius betragen. Dies sind Idealtemperaturen. Niemals sollten 0 Grad oder mehr als 30 Grad herrschen.
  • Das Substrat sollte immerwährend feucht gehalten werden, allerdings nicht nass. Nutzen sie hierzu eine Sprühflasche und nicht die Kanne.
  • Um ein schnelles Verdunsten zu verhindern, empfiehlt sich eine Lage feuchte Pappe zum Drüberlegen.
  • Schützen sie die Box vor direkter Sonneneinstrahlung Schützen sie die Wurmbox vor Igeln, Vögeln und anderen Wurmfeinden mit Draht oder anderen Maßnahmen.

Was fressen Kompostwürmer?

Der Kompostwurm frisst alles gerne, was in einem guten Komposter ebenfalls Platz findet. Zur täglichen Nahrung eines Kompostwurmes gehören zum Beispiel:

  • Schnittreste
  • Kartoffelschalen
  • Kaffeesatz
  • rohe Gemüsereste
  • Fingernägel und Tierhaare
  • Blätter
  • Bananenschalen

Sie fressen ausschließlich organische Reste, die bereits von anderen Kleinstlebewesen in der Erde oder im Komposter vorverrottet wurden. Vor allem bei der Kompostwurmanzucht in einer Wurmkiste sollte penibel genau auf die Zusammensetzung geachtet werden.

Besonders vermieden werden sollten Zugaben im Komposthaufen sowie in der Wurmkiste wie:

  • Kot
  • Gekochtes oder gesalzenes Essen
  • Zitrusfrüchte
  • Asche
  • Holz
  • Brot
  • Knoblauch (Reste)
  • Kohl

Möchte oder muss man manuell Füttern, so sollte man nie zuviel und auch nie zu wenig Nahrung beigeben.

Zwar fressen Kompostwürmer den ganzen Tag, allerdings bedingt ein Überangebot an Nahrung unerwünschte Fäule und Bakterienvermehrung. Einmal die Woche etwas zugeben sowie regelmäßig wiegen führt sicher zum Ziel.

Gut zu wissen: Ihr Darm beginnt bereits direkt nach dem Schlund und zieht sich bis zum Ende des Wurms, und das gänzlich ohne Skelett oder Knochen. Ein Wurm besteht nämlich nur aus Organen und Muskeln. Sie scheiden mit Schleim bedeckten Wurmkot aus, welches perfekt von Bakterien und Pilzen zersetzt werden kann. Das Ergebnis ist wertvoller Humus.

Über die Zugabe von Mineralien brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, denn dies ist nur bei einer längeren Kultivierung in einer Wurmbox notwendig. In diesem Fall hat es sich bewährt gezielt Gesteinsmehl beizugeben, welches den pH-Wert zuverlässig senkt und das ideale Milieu für Würmer herstellt.

Kompostwürmer im Winter und bei Frost

Wer sich liebevoll eine kleine Armee Würmer für den Kompost gezüchtet hat und diese im heimischen Thermokomposter oder im Komposthaufen eingesetzt hat, macht sich vielleicht so seine Gedanken, ob sie auch den Winter überleben oder Frost ihnen etwas anhaben kann.

Wenn Sie sich den besten Komposter für den Garten ausgesucht haben und, sollte dieser selbst im tiefsten Winter nicht frieren. Selbst ein normaler Komposthaufen entwickelt aufgrund des Rottungsprozesses immer eine gewisse Wärme, so dass normalerweise teilweise verrottetes Material niemals komplett gefriert. Weiter unten liegende Schichten ohnehin nicht.

Wird es den Würmern bei Kälte zu kalt, ziehen sie sich eigenständig in tiefer liegende Bodenschichten zurück.

Wer sich dennoch Sorge macht, kann vor dem Frost als oberste Schicht Zweige und Blätter zugeben um eine natürliche Schutzschicht anzulegen. Sobald der Winter vorbei ist, kommen die fleißigen Kompostwürmchen wieder und verrichten wieder Ihre Arbeit.