Hecke richtig schneiden


Die meisten Gärten besitzen in irgendeiner Form größere und kleinere Hecken, die mehr oder weniger pflegeintensiv sind. Ihnen allen ist als lebendiger Sichtschutz allerdings gemein, dass man sie ein- bis mehrmals im Jahr richtig schneiden muss, damit sie Form und Blickdichte erhalten.

In diesem umfangreichen Heckenschnitt-Ratgeber erfahren sie alles über das korrekte Heckenschneiden mit Tipps, Tricks, Anleitungen sowie wissenswerten Informationen über das Wann und Wie. Wir möchten Sie zum Thema „Hecke schneiden“ mit Tipps und Tricks unterstützen, damit Ihre Hecke wundervoll wachsen und gedeihen kann.

Eine Gartenhecke vereint Form und Funktion. Ästhetisch ist sie ein Blickfänger, der dem Gartenbesitzer einen breiten Spielraum für kreative Schnitte bietet. Der offensichtliche Nutzen der Gartenhecke besteht als Blickschutz für Garten und Vorgarten. Vor allem in Vororten und anderen dünn besiedelten familienfreundlichen Regionen stößt man immer wieder auf diesen lebenden Blickschutz. Jedoch kann eine Gartenhecke auch andere Funktionen erfüllen.

An Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen dient sie neben dem Blickschutz als Lärmschutz und ist auch im Sinne einer gesünderen Luft zur Luftfilterung fähig. So kann man sich mithilfe der Hecke auch an belebten Orten einen erfrischenden und behaglichen Lebensraum einrichten. In Gärten wirkt die Gartenhecke der Erosion von Gartenbeeten durch den Wind entgegen. An heißen Sommertagen wiederum bietet sie Schatten und verwandelt den Garten in eine Wohlfühloase.

Außerdem verleihen Hecken Gärten eine schöne Struktur und können zum Beispiel für den japanischen Garten, Bauerngarten, Klostergarten und Rosengarten unterschiedlich gestaltet werden. Hecken sind ein Lebensraum für viele Vögel, Schmetterlinge und Insekten und tragen damit zur Artenvielfalt bei.

Welches Gehölz sollte ich für die Gartenhecke nehmen?

Die einzelnen Pflanzenarten für die Gartenhecke unterscheiden sich in Aussehen, Pflegeaufwand, Wachstumsgeschwindigkeit, Wuchshöhe und Dichte voneinander, die sie anschaulich in dieser Übersichtstabelle zur Heckenauswahl ersehen können. Hier können Sie nach Geschmack gehen.

Beliebte Heckenarten wie Hainbuche, Rotbuche, Feldahorn und Liguster besitzen zum Beispiel einen höheren Pflegeaufwand als die vergleichsweise anspruchslosen Heckenpflanzen Thuja, Kirschlorbeer, Scheinzypresse, Berberitzke und Eibe.

Einen weiteren Orientierungsansatz vermittelt folgender Expertentipp:

„Mit schattenverträglichen Arten wie Hainbuche, Rotbuche oder Eibe können Sie eine nur 50 bis 70 Zentimeter breite, lebendige Sichtschutzwand errichten. Lichtbedürftigere Arten wie Thuja oder Liguster neigen hingegen bei schmalen, kastenförmig geschnittenen Hecken in Bodennähe zum Verkahlen. Eine sommergrüne Hecke wirkt auch im geschnittenen Zustand meist natürlicher als eine immergrüne. Sie lassen während der dunklen Jahreszeit zudem etwas mehr Licht in den Garten. Wenn Sie Ihr grünes Reich ab dem Frühjahr wieder richtig nutzen, sind die lebenden Wände rechtzeitig blickdicht.“

Welche Heckenschere für welche Hecke?

Die Auswahl des Werkzeugs spielt beim optimalen Heckenschitt eines herausragende Rolle. Grundsätzlich gibt es bei Heckenscheren einfache Handheckenscheren für kleine Hecken, die aber auch dazu verwendet werden, einer Hecke formschöne Konturen zu verleihen.

Hier eine Auswahl qualitativer Produkte:

Für größere Hecken ist wegen der tieferen Schnitte ein Antrieb für eine zusätzliche Krafteinwirkung geboten. Schnittwerkzeug mit Antrieb sind für dicke Äste besser geeignet. Sie funktionieren über Strom, Akku oder Benzin. Ein Sonderfall sind Teleskopheckenscheren mit Teleskopstangen für sehr hohe Heckenpflanzen.

Stromscheren

Heckenscheren mit Strom benötigen eine nahegelegene Stromquelle und sind für mittelgroße Hecken sowie vereinzelt dickere Äste geeignet. Ihre Leistung liegt zwischen 400 und 700 Watt. Die Vorteile sind eine gute Flächenleistung, geringe Geräuschentwicklung und das relativ leichte Gewicht. Auf die Kabel muss bei den Schnitten natürlich geachtet werden.

Akkuscheren

Verwendet man Heckenscheren mit Akku, ist die Kraftwirkung eine sehr viel größere. Sie sind geeignet für große Sträucher und dickere Äste. Diese funktioniert meist über Lithium-Ionen mit einer Spannung von 18 bis 36 Volt und bietet dem Gärtner eine maximale Bewegungsfreiheit. Damit der Schneidevorgang bei leerem Akku nicht unterbrochen werden muss, empfiehlt sich die Verwendung eines Ersatzakkus.

Benzinscheren

Benzinheckenscheren kommen ebenfalls ohne Kabel aus und sind durch die Motorkraft die leistungsstärksten Modelle. Sie sind deswegen für weitläufige Hecken mit dickem Geäst eine Überlegung wert. Nachteile liegen in der hohen Lärmkulisse, dem massiven Gewicht sowie in den umweltschädlichen Emissionen. Wer dicke Äste schneiden muss, wird entweder eine solche Schere einsetzen oder manuell mit einem Astschneider nachhelfen.

Teleskopscheren

Die sogenannten Teleskopscheren ermöglichen ein bequemes Schneiden besonders hochgewachsener Bepflanzungen oder an Stellen, die man mit handscheren nur sehr schwer rankommt. Durch ihre langen, ausfahrbaren Stiele ermöglichen sie gezielte Formschnitte in luftiger Höhe.

Diverse Heckenscheren in unterschiedlichen Ausführungen und für jeden Zweck gibt es unter anderem bei heckenschere.de oder einem Gartenfachmarkt ihres Vertrauens.

Generell empfehlen sich für den Heckenschnitt Schutzhandschuhe zur Vermeidung von Schnittverletzungen, Wunden infolge des Kontakts mit spitzem Geäst und auch allergischen Reaktionen. Auch Gehöhrschutz kann je nach Einsatz eine sinnvolle Investition sein.

Wann ist es erlaubt meine Hecke zu schneiden?

Beim Hecke schneiden wird grundsätzlich rechtlich zwischen dem „Formschnitt“ und „Rückschnitt“ differenziert. Der Rückschnitt ist die radikalere Variante.

Als Daumenregel gilt, dass beim Rückschnitt zehnmal mehr Volumen der Hecke entnommen wird als beim Formschnitt. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet deshalb in der Zeit vom 1. März und 30. September nur den Rückschnitt. Der Sinn dieses Gesetzes liegt im Vogelschutz begründet, weil Vögel in diesem Zeitraum brüten und für ihre Nester neben Bäumen auch Hecken bevorzugen (Brutzeit). Aus diesem Grund haben manche Bundesländer eigene Zeiträume für den Rückschnitt erlassen, sodass sich Gartenbesitzer neben der Bundesverordnung auch mit der Landesverordnung auseinandersetzen sollten.

Ansonsten kann es besonders bei lauten Heckenscheren helfen, sich mit den Nachbarn abzusprechen, um Streit zu vermeiden. Vor allem die für größere Hecken beliebten Heckenscheren mit Antrieb weisen eine hohe Lärmentwicklung auf, die so manchen Nachbarn in den Wahnsinn treiben kann. Für weiteren Konfliktstoff kann eine zu hohe Hecke sorgen.




Als Richtwert gilt, dass eine Gartenhecke in 50 cm Entfernung zum Nachbargrundstück nicht höher als 2 m sein sollte. Hier gibt es allerdings regionale Unterschiede und Verordnungen. Andernfalls neigen Richter dazu, diese Hecke als Baum zu bewerten und den Rückschnitt anzuordnen, wenn sich der Nachbar über zu viel Schatten in seinem Garten beschwert.

Wann ist der ideale Zeitpunkt für den ersten Schnitt?

Das erwähnte Vogelschutzgesetz bietet für den radikalen Rückschnitt eine erste Orientierung. Generell bevorzugen Gärtner für die neue Saison den Februar, weil hier die Pflanzen noch nicht in vollem Saft stehen und die Radikalkur besser vertragen. Für den Johannistrieb am 24. Juni wird meistens der erste Formschnitt fällig.

Diesen Spättrieb setzen Pflanzen an, wenn das Wetter ihnen gute Aussicht bietet, ihn bis zum Herbst auszubilden. Mit dem Schnitt können nun entstandene Unebenheiten ausgeglichen werden. Hier sollte zumindest ein Drittel des neuen Triebs bewahrt werden, da die Hecke auf die darin enthaltenen Nährstoffe angewiesen ist. Ein weiterer Formschnitt wird meistens gegen Ende des Sommers als Frostschutz vorgenommen, damit die Pflanzen gut durch den Winter kommen.

Tipps für die Schnittführung beim Pflege- und Formschnitt

Damit der Heckenschnitt langfristig gelingt, haben wir hier ein paar Tipps aus der langjährigen Praxis aufgelistet, welche sich bewährt haben.

Tipp 1: Trapezförmiger Schnitt

Generell bietet sich beim Heckenschnitt eine trapezförmige Form mit einer nach oben hin einsetzenden Verjüngung an. Auf diese Weise erhalten auch die unteren Blätter genügend Sonnenlicht und die Hecke droht in Bodennähe nicht zu verkahlen.

Tipp 2: Gerade schneiden mit Schnur

Bewährt hat sich für saubere und geometrische Schnitte das Arbeiten mit Schnur. Die aufgespannte Schnur dient für die Schnitte als Orientierung. Sie wird für eine zweidimensionale Form an beiden Seiten einer Fläche aufgespannt. Das Dach der Hecke ist besonders wichtig, aber auch an den Seiten kann die Schnur die Schnittführung erleichtern.

Wenn das Außengehölz für die Schnurbespannung zu ungenau ist, greifen viele Gärtner auch zu Bambusstöcken, die an den Seiten provisorisch in den Boden gehauen und an deren Ankern die Schnüre aufgespannt und straffgezogen werden können. So lassen sich Hecken gerade schneiden. Geschnitten wird dabei gleichmäßig von unten nach oben.

Tipp 3: Schneiden im Sommer vermeiden

Heißes, sonniges Wetter sollte für den Schnitt vermieden werden, da die Hitze den frisch geschnittenen Pflanzen zusetzen kann. Bei vielen Heckenbepflanzungen verbrennen frisch geschnittene Äste und Blätter regelrecht von der Sonneneinstrahlung. Ein Pflegeschnitt sollte daher auf kältere und bewölkte Tage gelegt werden.

Tipp 4: Schneiden bei Frost vermeiden

Für den Rückschnitt im Winter wiederum sind kalte Temperaturen ab -5 Grad Celsius für das empfindliche Blattgewebe gefährlich und sollten vermieden werden. Nadelgehölz neigt wiederum zur Verkahlung bei zu tiefen Schnitten. Als Daumenregel empfiehlt es sich von daher, immer im grünen Bereich zu bleiben, denn dort, wo das braune Holz der Pflanzen durch den Schnitt hervorkommt, ist eine Verkahlung sehr wahrscheinlich.

Tipp 5: Hecken schneiden mit Unterlage

Wer Beete vor seinen hecken hat oder einen Steingarten hat, der weiß wie schwer der Heckenschnitt wieder aus den Ritzen zu entfernen ist. Eine gewisse Hilfe können daher Unterlagen sein. Im Bereich des herabfallenden Schnittgutes kann zum Beispiel eine Decke oder großflächige Folie ausgebreitet werden, so dass nach durchgeführter Arbeit nur die Unterlage entfernt werden muss und der restliche Boden schnittgutfrei bleibt.

Generell sind Hecken wie Bäume Selbstversorger, können allerdings mit organischem Dünger im März zusätzlich unterstützt werden. Hier bieten besonders Kompost und Hornspäne den Hecken eine gute Wachstumshilfe. Nach der Prozedur kann das Schnittgut durch den Hecksler gejagt und anschließend im Komposter oder in der Biotonne entsorgt werden. Den passenden Komposter für Ihren Garten finden sie in unserem Komposter Test.

Haben Gartenbesitzer vor, ihre Hecke zu vergrößern, kann das Schnittgut für diesen Zweck auch aufbewahrt werden. Es ersetzt in diesem Fall den Gang zum Gartenfachhandel und bürgt dafür, dass die Erweiterung zur Vorhecke passt.

Was tun, wenn sich Löcher in der Hecke bilden?

Sichtbare Löcher an der Gartenhecke sind ähnlich unansehnlich wie kahle Stellen in der Haarpracht. Gartenhecken neigen zur Löcherbildung vor allem dann, wenn die Pflege vorher nicht ausreichend war oder das Sonnenlicht sie an den bestimmten Stellen nicht erreicht. Deshalb ist es bereits ein wichtiger Schritt, dafür zu sorgen, dass die bislang vernachlässigten Stellen wieder ausreichend Sonnenlicht bekommen.

Sorgt zum Beispiel das Geäst anderer Pflanzen für die Schattenbildung, kann diese soweit zurechtgestutzt werden, dass die Gartenhecke wieder von allen Stellen mit ausreichend Sonnenlicht versorgt wird. Ist das die Ursache für die kahlen Stellen im Laubwerk, dann sollte sich das Problem mit der Zeit wieder beheben lassen. Eine andere Eingriffsmöglichkeit haben Gärtner dadurch, dass sie das bestehende Geäst soweit umleiten, dass sich dieses gleichmäßiger verteilt und die Lücken geschlossen werden.

Tipps für eine kreative & lustige Figuren-Hecke

Besonders dekorativ sind Figuren, die man aus seinen Gartenhecken herausschneiden kann. Die Flexibilität des leichten Geästs lässt komplexe und auch lustige Figuren wie Elefanten, Löwen, Bären, Teddybären und Menschen in jeder Pose zu.

Für Anfänger sind hingegen eher geometrische Figuren wie Kugeln, Pyramiden und Spiralen zu empfehlen. Ein Evergreen für frisch Verliebte sind aus kleinen Gartenhecken geformte Herzen. Bonsais wiederum passen perfekt zu einem japanischen Garten.

Lange Hecken können mit gekonnten Schnitten auch zu wehrturmartigen Formationen werden, was sich für Mittelalterfans anbietet, die aus ihrem Garten eine Trutzburg machen möchten. Ein Klassiker für den Eingang sind hierbei arkadenartige Rundbogentore.

Für den kunstvollen Formschnitt sind sommergrüne Sträucher, Nadelhölzer und immergrüne Laubhölzer bestens geeignet. Vor allem Heckenpflanzen wie Eiben, Glanzmispeln, Feldahorn, Liguster, Hainbuchen, Rotbuchen, Forsythien, Thuja und Kirschlorbeeren lassen sich für diese Gartenkunst gut verwenden.

Übung macht hier den Meister und gerade komplizierte Schnittfiguren sind nur mit den richtigen Profiwerkzeugen und sehr scharfen Klingen realisierbar. Eine visuelle Vorlage kann helfen um sich danach auszurichten.