Wurzelsperre setzen – Anleitung & Tipps


Ein brillianter und üppiger Wuchs von selbst kultivierten Pflanzen ist der Wunsch eines jeden Gärtners. Allerdings kann bei einigen Spezies gewollt sein das Wachstum respektive unterirdische Wurzelwachstum zu verhindern. Nämlich genau dann wenn sogenannte Rhizome gebildet werden, die vor einem Nachbargrundstück, vor Gehwegplatten oder Beeten nicht halt machen. Eine Wurzelsperre ist hierbei das gangbare Mittel, um manuell zu begrenzen wie weit sich die jeweilige Gartenpflanze ausbreiten soll.

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen wie man eine Wurzelsperre anlegen kann, selber baut, welche Vor- und Nachteile sie hat und bei welchen Pflanzen sie eigentlich Sinn machen.

Merke: Egal für welche Art Wurzelsperren man sich entscheidet, es ist immer ratsam gleich bei der Neupflanzung ein Einsetzen einzuplanen. Im Nachhinein ist es zwar möglich, aber mit entsprechendem Aufwand verbunden.

Sie können je nach Einsatzzweck das unterirdische Wachstum horizontal oder vertikal begrenzen und somit indirekt das oberirdische Wachstum beeinflussen.

Wurzelsperre im Garten setzen – Welches Material ist sinnvoll

Ähnlich wie Zäune, gibt es Wurzelsperren für den Garten in verschiedenen Ausführungen und Materialien. Die Wahl des Materials hängt immer auch ein wenig vom Einsatzzweck und des zu begrenzenden Wurzelwerks ab.

Tipp1:

Vor dem Kauf sollte erst einmal genügend Kenntnis über die einzusperrende Pflanze gewonen werden, denn je nachdem ob es sich um Gräser, Hecken, Rosen, Stauden oder gar Bäume handelt, ist das Wurzelgeflecht sehr unterschiedlich. Sehr unterirdisch aggressiv wachsende Pflanzen treiben nämlich nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe auf was bedeutet, dass es selbst bei fertig installierter Wurzelblockade passieren kann, dass sich Ausläufer unter der Sperre hindurchgraben um auf der anderen Seite auszutreiben.

Tipp 2:

Weiterhin sollte vor dem Kauf einer Wurzelbegrenzung Kenntnis über die Kraft und Wuchsfreudigkeit des Wurzelwerks gewonnen werden. Wenn bei einigen Wurzeln bereits leichte Sperren mit Unkrautvlies oder dünner Folie reichen, sind solche Absperrungen für andere Pflanzen wiederum kein Hindernis. Sie durchstossen sie einfach und wachsen weiter. Einmal ausgebreitet, ist das Wurzelwerk dann nur noch mit starkem Gerät entfernbar. Je dicker, stärker und robuster die Sperre, desto teurer ist sie allerdings auch.

Tipp 3:

Außerdem sollte man nicht nur zu begrenzende Wurzeln an sich im Blick haben, sondern ebenfalls andere Lebewesen im Erdreich. Wühlmäuse und Maulwürfe zum Beispiel können Folien leicht durchbeißen und beschädigen. Auch ein Grund mehr qualitativ hochwertiges zu wählen, welches Dekaden standhält.

Tipp 4:
Immer ausreichend großzügig einbauen und vorher überlegen bis wo sich das Gewächs ausbreiten darf.

Wurzelsperre aus Metall oder Aluminium

Besonders langlebige und robuste Rhizomsperren bestehen aus Metall oder Aluminium. Sie sind so glatt, dass Wurzeln keinen Angriffspunkt bekommen sich durchzugraben. Man bekommt sie in unterschiedlicher Dicke und kann sie beliebig tief setzen. Zusätzliche Schienen geben Festigkeit. Wählt man Edelstahl oder Cortenstahl, muss man sich über Rost ebenfalls keine Gedanken machen.

Polypropylen-Wurzelsperren

Günstiger allerdings nicht so langlebig wie Alu oder Metall sind Wurzelabsperrungen aus Polypropylen in verschiedenen Stärken. Hierbei handelt es sich um widerstandsfähigen Kunststoff (HDPE). Sie lassen sich leicht verlegen, sind biegsam und halten allen Wurzelarten Stand, da sie ebenfalls keine Angriffsfläche bieten.

Wurzelfolien und Teichfolien

Eine günstige Form einer Wurzelblockade sind unverkennbar Folien, Vlies und Teichfolien. Sie werden meist zur horizontalen Verlegung genutzt um Rasenflächen zu schützen, vermögen es allerdings nicht zuverlässig aggressiv wachsende Rhizome wie die des Bambus über Jahre in vertikaler Ausrichtung zu begrenzen. Beim Kauf dieser Rhizomsperren sollte einer wasserdurchlässigen Variante der Vorzug gegeben werden.

Dachpappe als Sperre für Wurzeln

Es ist immer wieder von Hobbygärtnern zu lesen, dass aus Kostengründen doch Reste von Dachpappe verwendet werden können um überbordende Wurzelrhizome zu bändigen. Hiervon sei an dieser Stelle abzuraten. Bambus und auch Baumwurzeln wachsen problemlos durch die Pappe. Sie bieten kein Hindernis.

Betonsperre für Wurzeln

Auch Beton gehört nicht zu den empfohlenen Materialien wenn es um Sperren im Erdreich für Wurzelausläufer geht. Erstens sind sie vergleichsweise teuer, sehr schwer in den Boden zu bringen und bieten nichtmal genügend Substanz Bambus-Rhizome aufzuhalten, welche selbst Asphalt durchdringen können.

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Alternative zur Wurzelsperre

Alternative zu herkömmlichen Wurzelsperren sind in den meisten Fällen die Marken Eigenbau / DIY. Sie werden meist aus Resten zusammengebaut und entsprechend angebracht.

So kann zum Beispiel eine ausrangierte PE-Regentonne als Sperre im Erdreich umfunktioniert werden, wenn man zunächst den Boden herausschneidet.

Auch Maurerkübel, die sonst keine Verwendung mehr haben, können im Boden als Begrenzung versenkt werden.

Für einfaches Wurzelwerk wie Giersch, Minze oder Anemonen können Beetbegrenzungen in Kombination mit Wurzelfolie helfen, den Wurzelwildwuchs zu begrenzen.

Alte Verlegeplatten werden auch oft als Alternative genannt, jedoch besteht hier das Problem, dass man sie nicht dicht aneinandergedrückt bekommt. An den Verbindungen können somit immer noch Ausläufer durch. Hartnäckige kommen durch Gehwegplatten jedoch auch durch.

Für welche Pflanzen sind Wurzelsperren nötig und sinnvoll?

Für die wenigsten Gewächse werden überhaupt Pflanzenwurzelsperren benötigt. Entweder weil sie nicht wuchernd sind, oder leicht ausgestochen und begrenzt werden können. Es gibt jedoch Exemplare, die sich schnell und unaufgefordert unterirdisch ausbreiten und in Gartenbereiche vordringen in die sie nicht sollen. Hier können Sie Schäden anrichten und vorhandenen Pflanzen das Leben schwer machen.

Hier eine Liste mit Gartenpflanzen, für die eine Rhizombarrikade sinnvoll sein kann.

  • Bambus – Bestimmte Arten des Bambus sind aggressiv Rhizombildend und würden ohne Sperre einen kompletten Garten beherrschen. Selbst Gehwegplatten, Beton und Asphalt halten ihm nicht Stand.
  • Himbeere – Dieser beliebte Flachwurzler bildet gerne unterirdische Rhizome, die bis zu 30cm tief wachsen können. Einhalt gebieten kann man ihm mit flexiblen und frostsicheren Wurzelabsperrungen.
  • Topinambur – Diese Pflanze hat einen ausgeprägten Ausbreitungsdrang und wächst unterirdisch sehr schnell im Garen, wenn man ihr nicht Einhalt gebietet. Gerade an Grundstücksgrenzen ist eine Sperre eine sinnvolle Investition.
  • Annemone – So schön anzusehen aber sehr hungrig was die Ausbreitung angeht. Vereinzelt mag man sie gut ausstechen können. Langfristig ist ihr aber auch nur mit einer einfachen, aber effektiven Wurzelbegrenzung beizukommen.
  • Minze – Auch bestimmte Kräuter haben die Angewohnheit zu wuchern und sich unkontrolliert zu verbreiten. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Ausbreitung sowohl unterirdisch als auch oberirdisch erfolgt.
  • Efeu – Efeu wird mitunter als Bodendecker und in Beeten bzw. unter Bäumen eingesetzt. Er ist nach Jahren aber irgendwie auch platzhungrig was man bei einer Bepflanzung bedenken sollte. Das immer dichter und dicker werdende Wurzelwerk kann auch bei dieser Pflanze zu manuell begrenzt werden.
  • Aronia – Eine beliebte Rosenpflanze welche zu unkontrollierbaren Wurzelausläufern neigt.
  • Ziergräser – Einige wenn auch lange nicht alle Gräser verfügen über ein Wurzelnetzwerk, welches sich ungebremst ausbreitet wenn man es nicht mit einer Sperre für Wurzeln begrenzt. Hierunter gehören Zebrasgras, Blaustrandhafer oder Chinaschilf.
  • Giersch – In Naturgärten finden der allgemeine Giersch immer wieder seinen Platz. Aber auch er vermag mit seinen unterirdischen Rhizomen schnell alle anderen Pflanzen zu verdrängen.
  • Brennessel – Für viele Unkraut, für einige Kenner eine wertvolle Pflanze für Garten und Haushalt. Sie bildet weit verzweigte Rhizome und selbst wann man sie vermeintlich oberflächlich stutzt, erntet oder ausreißt, kommen schnell an anderen Stellen neue Brennesseln hervor. Hier reichen allerdings einfache und günstige Sperren aus um das Umherwurzeln zu verhindern.
  • Bäume – Vor allem Flachwurzler wie die Plantane oder der Kirschbaum stehen im Verruf gerne mal Gehwegplatten, Beeteinfassungen oder Terrassenbereiche anzuheben und optisch unansehnlich zu machen. Eine Wurzelsperre für Bäume ist hier angebracht, allerdings nur in bester Qualität und genügend Festigkeit. Der Abstand von mindestens 2 Metern vom Stamm sollte eingehalten werden.
  • Holunder – Der Holunder besitzt eine Wurzelausbreitung, die als strahlenförmig bezeichnet werden kann. Um das Geflecht in der gewollten Wuchsrichtung zu behalten, empfiehlt sich eine einfache Wurzelbegrenzung.

Folgende Pflanzen werden immer mit Wurzelsperren in Verbindung gebracht, dies ist allerdings nicht nötig:

  • Ahorn – Der japanische Ahorn ist zwar ein Flachwurzler jedoch nicht sehr aggressiv was die Rhizombildung angeht. Hingegen der Spitzahorn kann eine Sperre nötig machen.
  • Thuja – Eine flachwurzelnde Hecke, bei der man im Grunde nur eine Sperre benötigt, wenn man nahe am Haus kultivieren möchte und um so das Mauerwerk zu schützen. Ansonsten nicht nötig.

Eine Wurzelsperre richtig einbauen und setzen – Eine Anleitung

Eine Sperre für die Wurzeln einer neuen Pflanze einzubauen ist relativ einfach und von jedem Laien durchführbar. Sie nachträglich einsetzen kann hingegen gewisse Probleme verursachen. Gehen Sie wie folgt vor.

Schritt 1: Informationen sammeln
Zunächst sollten Sie sich ausreichend Informationen über Wurzelwerk, Ausläufer und Wurzeltiefe des zu pflanzenden Gewächses zusammensuchen.

Schritt 2: Pflanze setzen und Wachstumsbreich eingrenzen
Grenzen Sie großzügig ein in welchem Bereich die Pflanze wachsen darf und soll. Zeichnen sie an oder verlegen sie einen Draht oder ein Band zum Abstecken. Eine Pflanze sollte sich nie eingeengt fühlen, denn sie soll ja trotz abgestecktem Standort wunderbar gedeihen.

Schritt 3: Wurzelsperre kaufen
Am besten als Meterware kaufen damit man noch Reserven hat.

Schritt 4: Graben errichten
Um die Pflanze herum heben Sie nun mit einem Spaten oder anderem Gerät in benötigter Tiefe einen Graben ca. 10-20cm breit aus und entfernen sie vor allem an den Rändern Steine, die später eventuell die Wurzelwand durchbrechen können.

Schritt 5: Sperre im Erdreich platzieren
Nun wird die Wurzelsperre in Erdreich eingelassen und zwar komplett in sich schließend. Ist nur ein Teil nicht geschlossen, porös oder falsch verbunden, können hier später die Rhizome entweichen.

Schritt 6: Mit Erde füllen
Nun kann der Graben wieder geschlossen werden. Es sollte aber nur Erde eingefüllt werden und keine Steine.

Tipp: Je nach Gewächs kann es notwendig sein die Sperre auch aus der Erde herausragen zu lassen.

Nachteile von Wurzelsperren

Selbst die beste Planung auch wenn sie für einen unterirdischen und nicht sichtbaren Bereich ist, kann Nachteile mit sich bringen. So haben Wurzelsperren ihre ganz eigenen. Zunächst einmal sind sie in Naturgärten grundsätzlich erstmal Fremdkörper im Erdreich, die hier eigentlich gar nicht hingehören.

So fragt sich der geneigt Gärtner warum überhaupt manuell so stark eingreifen sollte. Soll die Natur nicht ihren freien Lauf bekommen. Hierzu gibt es widersprüchlich Meinungen. In Naturgärten mag dies stimmen, in Hausgärten mit Wasserleitungen, Rohrleitungen und direkten Nachbarn kan man allerdings so Schäden vermeiden.

Ein weiterer Nachteil ist die Wasserundurchlässigkeit bei falscher Auswahl des Materials. Es kann zu Staunässe kommen, das Wasser kann nicht gut zirkulieren und Pflanzen leiden darunter.

Tief eingegrabene und vergessene Wurzelsperren können später einmal Schäden verursachen nämlich wenn man mit einer Fräse das Erdreich durchkämmt und nicht weiß, dass hier eine Stahlwand im Boden schlummert.