Eierbaum anbauen, pflegen und ernten


Wer an außergewöhnlichen Gewächsen Gefallen findet, wird den Eierbaum lieben. Ein erlesenes Raritäten-Sortiment erhält mit der bizarren Spezies eine weitere Attraktion. Es sind die Früchte, die jedem Betrachter sofort ins Auge springen.

Ohne lange zu überlegen ergibt sich sofort die gedankliche Verknüpfung mit einem Hühnerei. Die Pflanzenart trägt die wissenschaftliche Bezeichnung „Solanum melongana“. Vereinzelt ist bei der weißfruchtigen Sorte von „Solanum ovigerum“ die Rede. Sie hat nicht nur einen hohen Zierwert, sondern trägt auch zur Selbstversorgung aus dem Garten bei.

Der Eierbaum und seine botanische Verwandtschaft

Der Eierbaum zählt aus botanischer Sichtweise zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Innerhalb dieser Kategorie tummeln sich Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Goji-Beeren, Tabak, Lampionblumen, Engelstrompeten, Stechäpfel und Tollkirschen. Während einige Vertreter hochtoxische Substanzen enthalten, sind Knollen oder Früchte anderer Arten essbar.

Eine Reihe der zum Verzehr geeigneten Sorten werden als Gemüse kultiviert. Solanum melongana umfasst Varianten mit unterschiedlichen Farben und Formen. Langgezogene, nach vorne dicker werdende, dunkelviolette Früchte sind besser bekannt als Auberginen. Eierfrüchte bleiben indessen meist gedrungener und machen ihrem Namen hinsichtlich Gestalt und Farbe alle Ehre.

Die dritte, lila-weiß gesprenkelte Abwandlung kommt der Aubergine sehr nah und wird auch als solche gehandelt. Alle Nachtschattengewächse blühen ähnlich. Lediglich Größen und Farben der Kronblätter variieren. Auch der Sommerjasmin (Solanum jasminoides) gehört der Pflanzenfamilie an. Er trägt keine Früchte, die sich für die Küche eignen, denn alle Pflanzenteile sind giftig.

Herkunft des Eierbaums

Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt Solanum melongana aus Asien. Hinweise auf eine Verwendung in der chinesischen Küche gehen bis ins frühe Mittelalter zurück. Zuweilen wird Südamerika, speziell die Andenregion, als ursprüngliches Gefilde genannt. Von dort aus startete auch die Tomate ihren Siegeszug nach Europa und dem Rest der Welt.

Pflanzenbeschreibung

Die Bezeichnung für das subtropische Gewächs führt in die Irre. Solanum melongana ist kein Baum, sondern eine krautige Pflanze mit buschiger Wuchsform. Statt Eierbaum sind auch die Namen Eierfrucht, Eierpflanze und Wilde Aubergine geläufig. Aus dem Französischen wurde der Begriff Oeuf Blanc (weißes Ei) entnommen. Wie bei Paprika und Tomaten handelt es sich bei den Früchten korrekterweise um Beeren mit glatter Hülle. Je nach Überwinterung überdauern die Pflanzen ein oder mehrere Jahre.

  • Pflanzenart: ohne sekundäres Dickenwachstum
  • Standort: sonnig, braucht viel Wärme
  • Höhe: bis 1 m und darüber hinaus
  • Laubfarbe: mittelgrün
  • Blätter: gestielt, elliptisch, unregelmäßig gelappt, zart behaart, bis zu 20 x10 cm
  • Blüte: sternförmig, violett mit gelben Staubgefäßen
  • Aussehen der Frucht: vergleichbar mit einem weißem „Ei“

Eierfrüchte selber anbauen

Im Garten wächst Solanum melongana im Laufe des Sommers zu einem kompakten Busch heran. Die optimale Temperatur beträgt 20° bis 25° C. Unter 15° C stockt womöglich das Wachstum. So wie andere Nachtschattengewächse ist der Eierbaum eine starkzehrende Pflanze.

Insofern werden für gutes Gedeihen viele Nährstoffe benötigt. Bereits im Herbst den Boden mit Kompost anreichern erhöht seine Fruchtbarkeit. Der bereitgestellte Humus verfügt ferner über wasserspeichernde Eigenschaften, was sich im kommenden Jahr mit länger hinauszuzögernden Gießintervallen bemerkbar macht. Erst Mitte Mai nach den „Eisheiligen“ dürfen Eierpflanzen nach draußen. Früher umpflanzen ist nur in einem Gewächshaus möglich. Was die Distanz unter den Pflanzen betrifft, wird zu einem Abstand von 40 cm geraten.

Dr Eierbaum kann ebenfalls wie anderes Gemüse auf der Terrasse gepflanzt und kultiviert werden. Hierfür sollte ein großer Kübel genutzt werden und stets auf eine gute Nahrungsversorgung geachtet werden.

Eierbaum richtig pflegen und züchten

Die Wurzeln sollten stets komplett mit Erde bedeckt sein. Sie könnten sonst Verbrennungen durch extensive Sonnenbestrahlung davontragen oder bei hoher Fruchtlast umknicken. Allzu dichtes Laub wirft Schatten auf die Früchte.

Damit die Sonnenstrahlen bis zu den „Eiern“ vordringen können, empfiehlt sich das Ausgeizen, ähnlich wie bei Tomatenstauden. Aus Blattachseln sprießende Nebentriebe werden entfernt, um zu gewährleisten, dass sich die Haupttriebe in vollem Umfang entfalten. Während Perioden ohne Regen brauchen Eierpflanzen zusätzliche Wässerungen. Mangelnde Nässe zeigt sich an schlaff herabhängenden Blättern, die sich jedoch schnell erholen, sobald die Gießkanne in Aktion tritt.

Düngen erfolgt entweder mit weiteren Kompostgaben, Hornspänen oder flüssigen Präparaten aus dem Handel. Den Pflanzen alle 4 bis 6 Wochen vitalisierende Substanzen verabreichen erfüllt erfahrungsgemäß die Ansprüche. Ungebeten aufgehende Begleitvegetation beeinflusst das Wachstum des Eierbaums negativ. Entfernen Sie deshalb Unkraut, bevor es mit dem Gemüse konkurriert. Den Boden wöchentlich mit einer Gartenkralle durchziehen verhindert aufkeimenden Wildwuchs und lockert den Untergrund, damit Sauerstoff bis zu den Wurzeln vordringen kann.

Eierbäume sind somit recht pflegeintensiv und reagieren bei mangelnden Nährstoff- und Wassergaben sowie der Auswahl des falschen Standortes wie folgt:

  • bekommt gelbe Blätter
  • trägt keien Früchte

Im Kübel Eierbaum züchten

Alternativ wächst der Eierbaum vortrefflich im Topf, stets vorausgesetzt, dass seine Anforderungen Berücksichtigung finden. Das Pflanzgefäß sollte groß genug sein (Durchmesser 30 cm und mehr), um den Wurzeln genug Freiraum zu gewähren. Ein Abflussloch verhindert das Versumpfen.

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Billigen Sie der Pflanze einen gehaltvollen Untergrund, der eine optimale Versorgung sicherstellt und dazu ein paar Extra-Portionen an Nährstoffen im Verlauf des Sommers. In Kübeln aus unglasierter Keramik trocknen Substrate rasch aus. Es muss öfter gegossen werden. Undurchlässige Materialien halten die Feuchtigkeit länger aufrecht. Weil Laub und Wurzeln empfindsam auf einen zu nassen Stand reagieren, bietet sich für die Kübel-Kultur ein Platz unter einem Vordach an.

Stehen die Töpfe in Richtung Süden (oder Süd-Ost bzw. Süd-West) vor einer weißen Wand, die das Sonnenlicht reflektiert, wird Eierbäumen rundum Helligkeit zuteil. Gegen Unkraut erweist sich eine Gabel nützlich. Ab und zu mit den Zinken durch die oberste Schicht des Substrats fahren bremst Wildwuchs aus.

Eierfrüchte aus Samen ziehen

Jungpflanzen sind in Gärtnereien erhältlich. In Eigenregie Samen einpflanzen bereitet jedoch mehr Spaß, zumal die Körner für gewöhnlich verlässlich keimen. Die Aussaat erfolgt schon zeitig im Jahr im Haus, damit die Gewächse bis zum Sommer groß genug sind und Früchte tragen. Werden die Samen vor dem Säen einen Tag lang in Wasser eingeweicht, verkürzt sich die Zeit bis zum Austrieb.

Hier ein paar wichtige Stichpunkte, damit das Samen ziehen ein voller Erfolgt wird:

  • Anzuchtsubstrat: locker, feinkörnig, nährstoffarm.
  • Saattiefe: 0,5 – 1,0 cm.
  • Mit Hilfe einer Sprühflasche benetzen.
  • Eine übergestülpte, glasklare Folie hält die Feuchtigkeit auf gleichbleibendem Niveau.
  • Täglich lüften und falls erforderlich erneut einnebeln.
  • Keimwärme: 20° – 25° C.
  • Keimdauer: 2 – 3 Wochen.
  • Gleich separat in Töpfe säen spart das Pikieren.
  • Ansonsten nach etwa 5 Wochen einzeln in Töpfe setzen.
  • Wenn keine kalten Nächte mehr drohen, dürfen die Schösslinge ins Freie.
  • Erntezeit: August bis Oktober.

Eierbaum überwintern lassen – Tipps

Die Eierpflanze ist in unseren Breiten nicht winterhart. Kälte bedeutet ihr abruptes Ende. Somit existieren zwei Möglichkeiten.

  1. Die Gewächse werden an einem geschützten und warmen Ort weiterkultiviert
  2. Alljährlich im Frühjahr erneut aus Samen ziehen.

Für die erste Variante bedarf es einen Platz, der niemals unter 10° C fällt. Hell sollte das vorübergehende Domizil auch sein. Düngemittel sind zu dieser Zeit überflüssig. Außerdem sinkt der Wasserbedarf. Im Winterquartier sind die Gewächse besonders anfällig für Blattläuse. Durchsuchen Sie deshalb den Eierbaum bisweilen nach unerwünschten Gästen. Überwinterung von Solanum melongana gelingt nicht immer. Aber einen Versuch ist es sicherlich wert.

Mögliche Krankheiten und Wuchsprobleme von Solanum melongana

Solanum melongana bekommt gelbe Blätter, wenn die Wasserversorgung nicht den Erfordernissen entspricht. Fortwährende Kontrollen, ob gegossen werden muss, verhindern ausgetrocknetes Substrat. Ein extrem heißer Stand mit stehender Luft, wie es in einem Treibhaus vorkommen kann, hat eventuell abfallendes Laub zur Folge. Deshalb zwischendurch immer mal die Fenster öffnen und eventuell eine Schattierung anbringen. Staunässe kann zu Wurzelfäule führen.

Ständig feuchtes Laub bietet ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten. Beim Eierbaum ist es der Grauschimmel, der sich womöglich auf dem Laub und den heranreifenden Früchten ausbreitet. Genug Abstand voneinander garantiert den Pflanzen einen luftigen Stand, so dass die Blätter nach dem Regen schnell abtrocknen. Gießen erfolgt am besten direkt auf das Erdreich und nicht über das Laub. Haben sich bereits schimmelige Beläge gebildet, sollten Sie betroffene Pflanzenteile in der Mülltonne entsorgen, um die Streuung der winzigen Sporen zu stoppen.

In Betracht kommende Schädlinge

Manchmal befallen Blattläuse oder Spinnmilben den Eierbaum. Dieses Ungeziefer ernährt sich von Pflanzensäften. Gut mit Nährstoffen versorgte Gewächse besitzen ein hohes Maß an Widerstandskraft gegen saugende Insekten. Falls Sie dennoch Schädlinge bemerken, hilft rechtzeitiges Handeln. Ein kräftiger Wasserstrahl aus dem Schlauch befreit die Pflanze von den Plagegeistern, die sich nun nicht mehr ungezügelt vermehren können.

Die nahe Verwandtschaft zur Kartoffel lockt gelegentlich gefräßige Kartoffelkäfer an. Erwachsene Tiere und rote Larven lassen sich relativ leicht ablesen. Im Gegensatz zu den gelben Gelegen. Sie befinden sich an den Blattunterseiten und werden leicht übersehen. Das Blatt vorsichtig zusammenklappen und dabei die Eier zerdrücken setzt dem Spuk ein Ende.

Zubereitung der essbaren Eierfrüchte

Das kalorienarme Gemüse der Eierpflanze enthält Protein, Ballaststoffe, die Vitamine B1, B2, B6, C und die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphat und Zink. Die veganen Eier in naturbelassenem Zustand essen ist eher unüblich. Zumal vor dem enthaltenen Solanin gewarnt wird, das nach dem Genuss roher Früchte unter Umständen Bauchschmerzen hervorrufen kann.

Der Solaningehalt nimmt während der Ausbildung der Früchte ab. Deshalb sollten Sie nur reife Früchte ernten. Eine leicht nachgebende Schale weist auf den optimalen Reifegrad hin.

Eierfrüchte können Sie (gerne auch mit Schale):

  • garen
  • braten
  • grillen
  • kochen
  • dünsten
  • schmoren
  • frittieren

Hier ein paar Vorschläge:

  • in Scheiben schneiden, panieren und in der Pfanne braten
  • für Auflauf verwenden
  • Zutat für die Fleischpflanne
  • Bestandteil der Gemüsesoße für Pesto oder Reis
  • ganze Eierfrüchte mit Senf- oder Tomatencreme

Vorher aufschneiden, mit Salz bestreuen und nach einer halben Stunde abwaschen reduziert den Wassergehalt. Die Früchte nehmen dann bei der Zubereitung weniger Fett in sich auf. Gewürze und Kräuter verfeinern den dezenten Geschmack. Außerordentlich gut passen Thymian und Rosmarin zu Eierfrucht-Gerichten.