Dachgarten anlegen und gestalten


Wer wenig Platz für einen eigenen Garten hat, dafür aber ein Flachdach, einen Anbau oder eine Garage, kann darüber nachdenken, sich einen eigenen Dachgarten anzulegen.

Gegenüber der Parzelle in der Kleingartenkolonie bringt Ihnen der eigene Garten auf dem Dachbereich viele Vorteile. Von nirgendwo sonst genießen Sie eine so herrliche Aussicht, während Sie es sich in Ihrem grünen Wohnzimmer gut gehen lassen. Weite Wege müssen Sie bis zu Ihrer Wohlfühloase nicht zurücklegen. Einen Beitrag zum Umweltschutz leisten Sie außerdem durch die Anlage Ihres Dachgartens, weil Sie Insekten, Wildvögeln und anderen Garten-Nützlingen Wasser und Nahrung bieten.

Zudem sorgt dessen Begrünung dafür, dass viel Regenwasser verdunstet wird, anstatt in die Kanalisation zu fließen. Hierdurch verbessern sich die klimatischen Bedingungen nachhaltig. Nicht zuletzt profitiert Ihr Haus von den isolierenden Eigenschaften und Sie sparen Heizenergie. Wie Sie Ihren Dachgarten anlegen und was Sie bei der Planung beachten müssen, erfahren Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

Planung und Aufbau eines Dachgartens

Ohne eine gute Planung können Sie keinen stabilen Dächergarten errichten. Einfach drauflos bauen ist hier leider nicht möglich, denn es müssen einige essentielle organisatorische Fragestellungen geklärt werden. Folgen Sie hierzu einfach unseren Schritten.

Schritt 1: Tragfähigkeit des Daches prüfen lassen

Bevor Sie sich über die Arten der Gewächse und deren Anordnung Gedanken machen, lassen Sie die Tragkraft des Dachs unbedingt von einem Statiker prüfen. Durch das Aufbringen von Erde lasten auf jedem Quadratmeter später bis zu mehrere hundert Kilogramm an Gewicht. Kommt im Winter Schnee hinzu, vervielfacht sich die Last auf Ihrem Haus. Sie könnte das Dach zum Einsturz bringen. Doch keine Sorge, beinahe jedes Dach kann so verstärkt werden, dass es einen Dachgarten hält.
Beispielsweise lassen sich beim Sparrendach sämtliche Lasten umleiten.

Schritt 2: Baugenehmigung einholen

Grundsätzlich ist ein Dachgartenanlage eine genehmigungspflichtige bauliche Anlage, die einer Baugenehmigung bedarf. Wenn Sie mit der Errichtung Ihres Dachgartens ohne diese beginnen, handelt es sich um einen Schwarzbau, den Sie im schlimmsten Fall wieder abreißen müssen.

Auch droht Ihnen ein Bußgeld. Selbst wenn Sie Ihren Garten lediglich auf  der Garage errichten, handelt es sich um ein genehmigungspflichtiges Bauprojekt, für das die Behörden keine Ausnahmen gelten lassen. Diverse Gerichte haben entsprechende Klagen von Bauherren abgewiesen und den Bauämtern damit Recht gegeben.

Schritt 3: Abstand zum Nachbarn einkalkulieren

Bei der Errichtung eines Dachgartens sollten Sie die Privatsphäre Ihrer Nachbarn berücksichtigen. Wenn Sie keinen großen Bauabstand zum Nachbargrundstück einhalten können, sorgen Sie zumindest für einen guten Sichtschutz, der die Intimität auf beiden Seiten schützt. Unterschätzen Sie nicht das Know-how, dass Sie für die Anlage eines Dachgartens benötigen. Falls Sie weder über ausreichend Zeit noch über das erforderliche Geschick verfügen, lassen Sie sämtliche Arbeiten eine Fachfirma ausführen.

Möglich ist es auch, dass diese lediglich die unteren Schichten Ihres Dachgartens aufbringt und Sie den Rest in Eigenregie erledigen.

Schritt 4: Art und Umfang des Dachgartens

Nun geht es an die Planung. Überlegen Sie, wie viel Fläche Ihr Gärtchen auf dem Dach einnehmen soll. Erhält er eine Terrasse, auf der Pflanzkübel stehen oder sollen Beete gestaltet werden? Ist genügend Platz für Wege und ist es dann nötig Gartenwege gestalten zu lassen?

Entscheiden Sie, wie der Dachgarten bepflanzt werden soll. Nach den Arten der Pflanzen und ihrem Bedarf an Erde beziehungsweise Nährstoffen richtet es sich, ob Sie den Dach-Garten intensiv oder extensiv betreiben. In letzterem Fall handelt es sich lediglich um eine Dachbegrünung mit niedrigen Gewächsen und einer Erdschicht zwischen fünf und 24 Zentimeter Stärke. Sie bringt weniger Gewicht aufs Dach und ist pflegeleichter, allerdings kann es ihr an Abwechslung fehlen.

Der intensive Dachgarten mit einer Erdschicht bis zu einem Meter benötigt einen strengen Aufbau in mehreren Schichten, die später genauer erklärt werden. Die Anlage eines solchen Dachgartens kostet Sie mehr. Dafür sind Sie in der Gestaltung beinahe frei und können sogar Büsche, Ziersträucher und kleine Bäume anpflanzen.

Schritt 5: Dachgarten-Bewässerung

Weiterhin berücksichtigen Sie bereits bei der Planung, ob Sie einen Sonnenschutz, einen Sichtschutz und einen Wasseranschluss benötigen. Wenn Sie auf Letzteren verzichten, bedeutet dies, dass Sie jede Kanne Gießwasser mühsam auf das Dach tragen müssen. Das kann ins Kreuz gehen und ist langfristig mühsam.

Ein Dachgarten ohne Wasseranschluss hieße auch, dass Sie auf Wasserelemente verzichten müssten. Sie könnten weder einen Gartenteich noch einen Springbrunnen oder einen Outdoor-Whirlpool betreiben. Klingt die Alternative einer automatischen Bewässerung nicht verlockend? Es ist kein großes Hexenwerk bereits beim Bau des Gartens auf dem Dach ein paar Bewässerungsleitungen zu legen und diese an das smarte Bewässerungssystem anzuschließen.

Aufbau und Ideen zur Gestaltung des Dachgartens




Der Schichtaufbau des Dachgartens unterteilt sich in mehrere Lagen. Sofern kein Gefälle vorhanden ist, kann das Aufbringen einer Ausgleichsschicht notwendig sein, die für das Ablaufen von stehendem Regenwasser sorgt.
Grundsätzlich wird eine Dachgartenkonstruktion folgendermaßen gebaut:

  1. Unterste Schicht mit Bitumenbahnen als Dampfsperre
  2. Drainageschicht mit Ablaufrohr sowie Notüberläufe
  3. Erdschicht

Die untere Schicht des Dachgartens dichtet das Dach ab, so dass Ihr Haus gegen eindringendes Wasser geschützt ist. Gleichzeitig vermeidet sie Wärmeverluste. Beim Aufbringen müssen DIN-Vorschriften eingehalten werden. Nur dann können Sie sicher sein, dass kein Wasser durch ihre Decke tropft.

Fachleute verwenden für die untere Schicht mehrere Bitumenbahnen, die sie miteinander verschweißen oder sogenannte Dachgartenplanen aus Kunststoff. Diese sind so ausgerüstet, dass sie von den Wurzeln Ihrer Dachgarten-Gewächse nicht durchdrungen werden können. Eine Dampfsperre sorgt dafür, dass sich unterhalb der Schicht kein Kondensat bildet, das schimmeln könnte. Beim Aufbringen der ersten Schicht muss besonders sorgfältig gearbeitet werden, um das Dach und alle Anschlussstellen zum Gebäude abzudichten.

Die nachfolgende Schicht bildet eine Drainage, die überschüssiges Regenwasser ablaufen lässt. Sie enthält ein Rohr, das bis in die Kanalisation führt. Dieses leitet die angesammelten Wassermengen ab. Dadurch wird dem Dach unnötiges Gewicht genommen. Auch Ihre Dachgartenpflanzen profitieren, weil sie keine längere Staunässe vertragen. Ihre Wurzeln würden abfaulen, was zum Eingehen der Gewächse führen würde.

Zusätzlich eingearbeitete Notüberläufe kommen dann zum Einsatz, wenn das Abflussrohr durch eingetragene Blätter verstopft ist. Als letzte Schicht wird Erde auf das Dach gebracht. Hierbei handelt es sich um ein Gemisch, das den jeweiligen Dachgartengewächsen zuträglich ist. Beim Verteilen können letzte Unebenheiten ausgeglichen werden.

Geschickte Pflanzenauswahl für Dachgärten

Unterschätzen Sie den Einfluss von Licht und Wind auf Ihrem Dachgarten nicht. Beugen Sie durch das Anbringen eines Sonnen- und Windschutzes unangenehmen Witterungsbedingungen vor, wobei Ihnen die Dachgartengewächse bei der Intensivbegrünung Hilfe leisten.

Insbesondere Baumkronen spenden Schatten. Wählen Sie klein bleibende Flachwurzler wie den Japanischen Fächerahorn, dessen Laub bereits im Sommer knallig rot leuchtet. Oder entscheiden Sie sich für die Felsenbirne, die Ihnen nach einer rosafarbenen Blüte dunkelblaue, aromatische Früchte liefert. Sie enthalten eine hohe Menge an Vitamin C.

Schutz vor Zugluft finden Sie beispielsweise hinter den dicht stehenden Trieben von Bambus, dem Weißdorn oder dem Gelben beziehungsweise Roten Hartriegel.

Durch das Anlegen einer Blütenhecke auf der Wetterseite Ihres Dachgartens vermeiden Sie Verwirbelungen durch den Wind. Sie kann unter anderem aus Forsythie, Weigelie, Jasmin und Sommerflieder bestehen. Weiterhin sollten Sie bei der Pflanzenauswahl für die Gewächse auf Ihrem Dachgarten bedenken, dass Sie nicht überall einen künstlichen Sonnenschutz schaffen können. Deshalb müssen die Gewächse einen sonnigen Stand vertragen und robust sein.

Leichtigkeit bringen spezielle Ziergräser in Ihren Dachgarten. Zu den größeren Arten zählen das Chinaschilf und das Pampasgras. Kleinere Arten wie den Blauschwingel nutzen Sie zur Unterpflanzung von Sträuchern und Bäumen.

Bodendeckende Pflanzen wie der Teppich-Thymian und das Seifenkraut verringern die Verdunstung und somit das vorzeitige Austrocknen des Bodens. Je besser das Erdreich Ihres Dachgartens durch bodendeckende Gewächse gegen die Sonneneinstrahlung abgeschirmt ist, desto weniger brauchen Sie zu gießen.

Bepflanzen Sie Ihren Dachgarten mit möglichst pflegeleichten Arten, damit Ihnen genug Zeit für die Erholung bleibt. Achten Sie darauf, dass alle Arten winterfest sind. Dann brauchen Sie diese nicht in Kübel setzen, die Sie mühsam ins Haus bugsieren, wenn sich die ersten Fröste einstellen. Denken Sie auch an die Gaumenfreuden, die Ihnen der Dachgarten liefern kann. Durch den Anbau von frühen und späten Salaten, von Erdbeeren, buntem Mangold, Radies und Tomaten schaffen Sie Abwechslung auf Ihrem Menüplan und versorgen sich mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Dachgarten gestalten – Ideen und Tipps

Bei der Gestaltung Ihres Dachgartens spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum Einen sollten die Gartenmöbel zum Stil des Dachgartens passen. So harmonieren mediterrane Gewächse mit Tischen und Stühlen aus Gusseisen und Naturstein.

Idee 1: Grazil statt wuchtig
Grazile Modelle erhöhen die Last auf Ihrem Dachgarten nur unbedenklich. Von wuchtigen Möbeln halten Sie besser Abstand. Wenn sich die Möbel klappen lassen, können Sie Stühle und Hocker für eventuelle Gäste bereithalten, ohne dass in Ihrem knapp bemessenem Dachgarten wertvolle Stellfläche verloren geht.

Idee 2: Holzmöbel in Hartholz
Im naturnahe gestalteten Dachgarten wirken Holzmöbel am besten. Wählen Sie unbedingt ein Hartholz, da dieses den extremen Witterungsbedingungen in luftiger Höhe am besten trotzt. Sie brauchen es nicht aufwändig zu pflegen. Möchten Sie vermeiden, dass dieses mit der Zeit eine silbrige Patina ansetzt, versehen Sie die Möbel regelmäßig mit einer Lasur oder einem Holzöl, dann behalten sie über viele Jahre ihre frische Ausstrahlung.

Idee 3: Sitzkissen
Auch im asiatischen Dachgarten kommen Holzmöbel am besten zur Geltung. Allerdings sind diese eher niedrig gehalten, da man in Japan sowie in anderen asiatischen Ländern grundsätzlich lieber auf dem Boden sitzt. Dazu kombinieren Sie outdoor-geeignete Bodenkissen, die Sie multifunktionell einsetzen. Diese dienen Ihnen je nach Situation als Ablage für Ihr Buch, als Beistelltisch für Ihr Getränk oder als Sitzgelegenheit.

Idee 4: Mesh Bespannung
Halten sich Kinder in Ihrem Dachgarten auf, entscheiden Sie sich für strapazierfähige Möbel, die sich leicht reinigen lassen, beispielsweise Modelle aus Aluminium, die mit Mesh bespannt sind. Diese können Sie im Bedarfsfall auch leicht umstellen, weil sie nicht viel wiegen. Kunststoffmöbel in poppigen Farben sind ebenfalls leicht. Sie verleihen Ihrem Dachgarten ein modernes Flair.

Wählen Sie hochwertige Exemplare, weil billiger Kunststoff schnell aushärtet und bricht. Sie möchten sicherlich nicht in jeder Saison neue Gartenmöbel anschaffen. Weist Ihr Dachgarten eine ausreichende Fläche auf, machen sich Loungemöbel sehr gut. Sie sind aufgrund ihrer dicken Polsterungen äußerst bequem und verleihen Ihrem Dachgarten einen luxuriösen Touch.

Idee 5: Sonnensegel und Sonnenschirme
Wenn natürliche Schattenspender auf Ihrer Dachterrasse nicht ausreichen, bringen Sie Sonnensegel an oder stellen Sie Sonnenschirme auf. Weiße Textilbespannungen besitzen zwei Vorteile. Sie wirken edel und reflektieren das Sonnenlicht. Kissen mit wasserabweisenden Bezügen machen das Chillen noch komfortabler.

Farblich stimmen Sie diese auf die Polster Ihrer Möbel und auf den Sonnenschutz ab.

Idee 6: Wasserelemente
Das Element Wasser macht Ihren Dachgarten perfekt. Terrassenbrunnen passen auch auf die kleinste Dachfläche. Wenn Sie sich für einen Springbrunnen oder einen Wasserfall oder eine Wasserwand entscheiden, beruhigt Sie das gleichmäßige Plätschern und Sie schalten vom Alltagsstress ab.

Idee 7: Whirlpool oder Plantschbecken
In einem großen Dachgarten steht einem Outdoor-Whirpool nichts entgegen. Gönnen Sie sich diesen Badespaß. Als kleinere Variante zum Abkühlen der Füße dient ein Kinderplanschbecken, das vom Design her recht edel aussehen sollte.

Idee 8: Lichtgestaltung und Beleuchtung
Mit den entsprechenden Lichteffekten zaubern Sie am Abend eine lauschige Stimmung in Ihren Dachgarten. LED-betriebene Windlichter und Kerzen lösen keine Brände aus, falls sie einmal umkippen. Außerdem verbrauchen diese Leuchten nur wenig Energie. Etwas mehr Mühe macht der Einbau von Spots. So tauchen Sie abends ihr Dachgartenparadies in ein stimmungsvolles Licht. Ideal zum Entspannen und ein echter Hingucker.

Idee 9: Pergola
Wer genügend Platz hat, kann eine schicke Pergola platzieren und die geschickte Kombination zusammen mit ausgewählten Kletterpflanzen genießen. Stützbalken können mit attraktiven kletternden Pflanzen versehen werden