Berufkraut – Unkraut oder Hingucker?


Violette Blüten des BerufkrautsBeim Berufkraut scheiden sich die Geister, Gärtner-Meinungen weit auseinander und Meinungen sind zwiespältig. Die einen lieben und nutzen ihn als eine dem Gänseblümchen ähnlichen sowie sehr robusten und pflegeleichten Farbklecks im Garten. Die anderen sehen in bestimmten Berufkräutern eine Heilpflanze zum Essen, verfeinern oder als Tee. Wieder andere haben es auf der schwarzen Liste, da es sich unglaublich schnell und aggressiv vermehrt und damit heimische Gattungen gefährdet.

Wir möchten dem Berufkraut hier eine informative und neutrale Sichtweise zukommen lassen. Möge sich jeder interessierte Gärtner die für ihn relevanten Informationen herausholen.

Artenvielfalt und Aussehen von Berufkräutern

Das Berufkraut oder auch Feinstrahl (Erigeron) umfasst mehr als 200 einjährige als auch zweijährige Arten, welche alle gemeinsam haben, dass sie Blüten wie ein Gänseblümchen in typischen Farben weiß und gelb bilden. Man nennt sie deswegen auch Feinstrahlastern, da sie Korbblüten genau wie Asterngewächse ausbilden. Sie wachsen buschig und sind typischerweise je nach Art zwischen 20cm und einem Meter hoch. Es besitzt leicht gezahnte, kleine Blätter die sich an vergleichsweise kurzen Stängeln wechselnd anordnen.

Bis auf ihren blütenreichen Blickfang hat sie im Garten kaum einen Wert, stellen allerdings Nahrung für Bienen da, locken Sie an und versorgen sie. Die Bestäubung ist beim Berufkraut zur Verbreitung allerdings nicht nötig. Auch Hummeln und Schmetterlinge lassen sich von dem Erigeron anlocken.

Die Gattung hat allerdings noch mehr Blüten zu bieten als weiß. Das farbliche Spektrum umfasst auch durch hybride, moderne Züchtungen auch lila, rot, orange, blau oder rosa. Die meisten werden bis zu einem Meter hoch und bieten unter konsequentem zurückschneiden und Wuchskontrolle einen Blickfang in jedem Staudenbeet. Die Blütenköpfe in hoher Anzahl bieten in der Blütezeit Juni und Juli eine tolle Farbenpracht ohne pflegebedürftig zu sein.

Bedeutung und Ursprung des Berufkrauts (Erigeron)

Weißes ErigeronDer Name klingt zugegeben etwas seltsam, hat er doch gar nichts mit dem „Beruf“ an sich zu tun. Es hat seinen Namen bzw. seine Bedeutung aus längst vergangenen Zeiten und wurde im Mittelalter gegen Hexen bzw. Hexenzauber eingesetzt, die durch Zauber ein Behexen oder auch Berufen durchführen wollten.

Seinen Ursprung hat es in Nordamerika als wild wachsende Prärie und Wildpflanze und wurde durch die menschliche Mobilität dann allerdings nach Europa mitgebracht und vermehrte sich schnell und unaufhaltsam in nahezu ganz Europa. Durch seine Blütenpracht, die mit weiß-und gelb dem Gänseblümchen zum Verwechseln ähnlich sieht, konnte es sich fast unbemerkt in der heimischen Flora breitmachen. Als reine Zierpflanze findet sie kaum noch Anwendung, sondern hat sich eher als Heilpflanze und auf schwarzen Listen einen Namen gemacht.

Gartengestaltung mit Berufkraut

Farbharmomie mit BerufkrautWer Berufkraut einfach nur schön findet und sich bewusst ist, dass bei unkontrolliertem Wuchs eine Bedrohung anderer Pflanzen darstellt, kann es allerdings auch zur Gartengestaltung und gezielten Platzierung in Wildbeeten oder Hochbeeten nutzen. Es es ist ein pflegeleichter Zeitgenosse und stellt keine hohe Ansprüche.

Vornehmlich bevorzugen Berufkräuter eine Standort, der sonnig ist und einen Boden aufweist, der nicht zu dicht ist. Es muss nährstoffreich und dennoch durchlässig sein. Das Kraut mag es weder zu feucht, noch zu trocken. Eine erfolgreiche Kultivierung im Lehmboden ist daher wahrscheinlich weniger erfolgreich.

Mit dem Anlegen kann man im Frühling oder wahlweise auch im Herbst beginnen. Eine Zugabe von etwas Kompost kann einen guten Wachstumsstart ermöglichen. Eine große Blütenpracht bekommt man, sofern man sich die Zeit zum regelmäßigen Ausputzen verwelkter Blüten nimmt. Vor dem Winter sollten sie komplett zurückgeschnitten werden um ein erneutes, kräftiges austreiben zu begünstigen.

Tipp: Sofern es der jeweiligen Gestaltungsideologie des Garten zuträglich ist, kann das hochwachsende Berufkraut mit einem Stützring zusammengehalten werden, um ein Auseinanderfallen zu verhindern.

Sie benötigen weiterhin keine zusätzlichen Düngegaben, sondern erreichen bei zuviel des Guten eher das Gegenteil.

Gartengestaltung mit Berufkraut Idee 1: Als bodendeckender Blüher

Niedrigwachsende Berufkrautpflanzen können als Alternative oder Ergänzung zu anderen Bodendeckern verwendet werden. Die üppigen Staudenblüten zieren in den Sommermonaten jedes Sonnenbeet und verdrängen anderes Unkraut.

Gartengestaltung mit Berufkraut Idee 2: Im Topf ein Hingucker

Ein echter Hingucker kann auch die Bepflanzung eines Kübels oder Topfes auf der Terrasse sein. Je nach Wahl der Größe der Pflanze kann sich hier optisch nach den anderen Terrassenpflanzen ausgerichtet werden.

Gartengestaltung mit Berufkraut Idee 3: Farbkombinationen nutzen

Durch ihr großes Farbspektrum kann man wunderbar farbliche Akzente und Harmonien mit anderen Blüten bilden. Sie harmoniert toll mit Flammenblumen, Sonnenaugen oder auch Ziergräsern in Beeten, Hochbeeten oder Pflanzkästen.

Dekotipp: Die Blumen des Berufkrauts lassen sich wunderbar als Schnittblumen verwenden um einen Straus zu fertigen, zu ergänzen oder als Dekoelement als getrocknete Blume einzusetzen.

Berufkraut loswerden, entfernen und entsorgen

SchnittblumeNicht alle nutzen diese recht ansehnliche Pflanze zur Gartengestaltung, sondern orientieren sich an der Empfehlung der SKEW-Kommision, die das Berufkraut auf die Liste invasiver Neophyten gesetzt hat. Pflanzen auf der Liste von Bioaktuell.ch sollen schädlich für die Biodiversizität sein und verdrängen andere Wildpflanzen. In der Landwirtschaft wird mittels Chemie und flächendeckenden Spritzungen radikale Bekämpfungen durchgeführt.

Wer sich dem Naturschutz verpflichtet fühlt, sollte also gar nicht auf die Idee kommen, diese Pflanze zu kultivieren und wenn, dann nur unter strenger Beobachtung und ehrgeiziger Kontrolle und Begrenzung der Ausbreitung.

Hat man Sie allerdings schon unerwünschter Weise im Garten und möchte sie loswerden und entsorgen, hilft nur ein fachgerechtes Jäten, denn einmal gewurzelt, können die Berufkrautwurzeln ca. 1 Meter lang werden und sind dementsprechend schwer zu entfernen.

Wer keine Chemie in seinem Garten möchte, kommt um ein manuelles Ausreissen der Berufkräuter nicht herum. Dies reicht allerdings keinesfalls oberflächlich, sondern sollte tiefgreifend samt Wurzeln erfolgen. Nehmen Sie hierzu eine grobe Hacke zur Hilfe.

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Das Jäten und Herausreissen muss allerdings noch vor der Blütezeit erfolgen um eine beschleunigte Vermehrung zu verhindern. Der frühzeitige Schnitt verhindert nämlich auch gleichzeitig die Samenbildung um ca. 1 Monat.

Entsorgen sie die ausgerissene Pflanze aber niemals im heimischen Kompost, sondern geben Sie sie in den Restmüll oder in eine Kompostierungsanlage der Gemeinde.

Um größere Bepflanzungen wie auf Wiesen oder Böschungen endgültig loszuwerden, helfen nur radikale Methoden und unter Umständen auch mehrjährige Maßnahmen.

Anwendung und Verwendung von Berufkraut als Heilpflanze

In der chinesischen Heilkunde hat Berufkraut seinen Platz eingenommen und soll gegen Erkältungen sowie Durchfall eine positive Wirkung entfalten. Auch lässt sich in der Literatur finden, dass es als Tee, zum Räuchern oder als Tinktur verwendet werden kann.

Verwendung als Tee

Da es nachgewiesenermaßen schweisstreibend und schleimlösende Wirkung hat, kann es während einer Erkältung als Tee zu sich genommen werden. Die ganze Pflanze wird heiß aufgegossen und als Tee getrunken. Auch Entzündungen des Rachens sollen gemindert werden, allerdings nicht effektiver als andere bekannte, einheimische Kräuter.

Im Salat

Als Wildsalat können die vornehmlich jüngeren Berufkrautblätter genutzt werden und zwar als Ergänzung zum herkömmlichen Salat. Ihr leicht bitterer Geschmack kann mit etwas Dressing verbessert werden.

Ist Berufkraut für Tiere schädlich oder giftig?

Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass Berufkraut giftig sei. Dies ist allerdings falsch, auch wenn es auf Wiesen von Pferden und Kühen gemieden wird.

Für Meerschweinchen zum Beispiel bietet das Berufkraut eine hervorragende und abwechslungsreiche Nahrungsquelle. Vor allem das einjährige Kraut mit seinen saftigen, grünen Blättern sind sehr beliebt bei Nagern, also auch bei Kaninchen. Sie kann problemlos als Futterpflanze verwednet werden.