Engelstrompete – Pflegen, pflanzen, kultivieren


Eine weitere sehr schöne, blütenreiche Pflanze um dem eigenen Garten eine individuelle optische Note zu geben, ist die Engelstrompete (bot. Brugmansia). Vorwiegend als eher exotische Kübelpflanze in hiesigen Gärten kultiviert, stammt sie ursprünglich aus Südamerika. Die Sortenvielfalt ist aufgrund unzähliger Züchtungen sehr ausgeprägt und unterscheidet sich vornehmlich durch Ihre Blütenform, die Blütenfarbe sowie das Blattwerk.

Vor allem auf der Terrasse, in Terrassennähe oder auf dem Balkon haben sie einen bevorzugten Platz, denn der angenehme süßliche Duft aus Vanille und Zitrone ist in der abendlichen Dämmerung (Nachtschattengewächs) äußerst wohltuend. Da einige Engelstrompeten gar nicht duften, gilt es hier von einem Fachmann beim Kauf beraten zu werden.

Wichtig: Die meisten Sorten bzw. dessen Samen und Früchte sind giftig und daher nicht für Haushalte mit Kindern geeignet.


Ihr Wuchs ist aufrecht und die jungen Triebe verholzen relativ schnell. Ein kleiner Steckling vom Frühjahr kann bei richtiger Pflege bis zum Herbst zu einem richtigen Baum in 2m Höhe heranwachsen.

Etwas buschiger werden Engelstrompeten, wenn der Steckling aus der Blühregion der Mutterpflanze, also oberhalb der ersten Y-Verzweigung stammt. Stammt der Steckling aus der Wachstumsregion der Mutterpflanze, so wächst die Brugmansia zunächst gerade nach oben und erst in einer Höhe von ca. 1,5-2m die erste Y-Verzweigung bildet. Die Blüten entwickeln sich ausschließlich in dieser Region

Engelstrompete pflegen und richtig kultivieren

Die Brugmansia ist grundsätzlich eine sehr durstige Pflanze, welche auch regelmäßig gedüngt werden möchte. Dies gilt für alle Arten. Jedoch kann der große Nährstoffbedarf nicht mit allen Düngern gestillt werden.

Im Handel sind Spezialdünger erhältlich, die diesen unglaublichen Nährstoffbedarf decken. Dennoch ist ein häufiges Düngen unbedingt erforderlich, um die Pflanzen gesund und blühwillig zu erhalten.

Idealerweise düngt man Engelstrompeten mit Hakaphos Dünger. Hiervon gibt es zwei Sorten und es ist empfehlenswert, beides im Haus zu haben. „Hakaphos Grün“ist ein sogenannter Wachstumsdünger. Diesen Dünger benötigen die Brugmansien von April bis Juni. Von Juni bis Ende August düngt man mit „Hakaphos Spezial“. Die Zusammensetzung dieses Düngers fördert die Knospenbildung und stärkt die Pflanzen.

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  • Der Dünger wird in Wasser aufgelöst, was ganz einfach und sekundenschnell ohne großes Umrühren gelingt. Dosiert werden 2-3 Gramm pro Liter Wasser. Mit diesem Düngerwasser werden die Pflanzen dann gegossen.
  • Somit ergibt 1kg Nährsalz etwa 500 Liter Düngerwasser.

Die Verholzung der noch grünen, biegsamen Triebe wird zusätzlich unterstützt. Gedüngt werden Engelstrompeten dreimal pro Woche. Die Menge des Düngemittels hängt von der Größe der Pflanze und von der Jahreszeit ab.

Grundsätzlich kann man empfehlen, 2-3 Gramm Dünger pro Liter Wasser zu geben. Diese Menge gilt für die Hauptwachstumszeit. Der Dünger wird dabei in Wasser aufgelöst. Da sich starke Lösungskälte entwickelt, mischen Sie den Dünger idealerweise auf Vorrat an und gießen Sie einige Stunden später.

Engelstrompeten benötigen weiterhin neben regelmäßigen Nährstoffgaben sehr viel Wasser. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass die Pflanzen nicht im Wasser stehen, denn Staunässe wird gar nicht gut vertragen. Einige Regeln sollten Sie daher unbedingt beachten:

  • Nur gießen, wenn die Erde gut durchtrocknet ist
  • An zu heißen Tagen müssen Sie eventuell auch zwei- bis dreimal am Tag gießen
  • Kalkhaltiges Wasser wird von Engelstrompeten bevorzugt (Regenwasser evtl. etwas Kalk beimischen)
  • Vermeiden Sie die Nutzung von Untersetzern, denn dort kann sich ablaufendes Wasser sammeln und Staunässe entsteht

Die Wasserqualität beeinflusst die Gesundheit und das Wachstum der Engelstrompeten. Obwohl generell gilt, Regenwasser ist perfekt zum Pflanzengießen, sollten gerade Brugmansien lieber mit abgestandenem Leitungswasser gegossen werden. Wenn Sie nur Regenwasser oder weiches Wasser zur Verfügung haben, sollten Sie dem etwas Algenkalk beimischen. Algenkalk ist auch online erhältlich.

Stecklinge von Engelstrompeten ziehen und Ableger gewinnen

Stecklinge von Engelstrompeten-Pflanzen zu ziehen ist relativ einfach. Hierzu muss lediglich ein Stiel vom unteren Blattwerk entfernt werden, so dass die oberen 3 Blätter erhalten bleiben. Der Schnitt am Stiel sollte ziemlich genau unterhalb des Blattansatzes erfolgen. Der so gewonnen Steckling kann jetzt in die Anzuchterde gepflanzt werden. Hierbei darauf achten, dass die abgeschnittenen Blattansätze komplett in der Erde sind um zu wurzeln.

Engelstrompeten wachsen relativ schnell. Oberhalb und auch unterhalb der Erde. Deshalb ist ein häufiges Umtopfen – vor allem im Stecklingsalter – unbedingt erforderlich.

Ableger werden in der Wachstumsphase alle 6-8 Wochen umgetopft. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie einen Topf nehmen, der gerade nur eine bis zwei Nummern größer ist, als der aktuelle Topf.




Pflanzen Sie die Engelstrompete in einen zu großen Topf, besteht die Gefahr von Staunässe, was zu Krankheiten und bis zum Absterben der Pflanze führen kann. Natürlich ist irgendwann die Grenze erreicht, wo ein Topf nicht mehr größer werden kann. Um den Pflanzen jedoch ein komfortables Weiterwachsen zu ermöglichen, haben Sie einige Möglichkeiten.

Wenn der Topf 20 Liter Fassungsvermögen erreicht hat, können Sie in den Topfboden und auch an der Topfseite einige Löcher (am Besten Dosenbohrer/Lochsäge nehmen) bohren. Diese werden in zwei Reihen etwas versetzt platziert. Mit diesen Löchern können Sie Ihre Engelstrompete nun auch in den Garten auspflanzen.

Im Herbst brauchen Sie nur noch entlang des Topfes die Wurzeln abstechen den Topf in einen ausgemusterten aber intakten Sack stecken und ins Winterquartier verfrachten. Durch das Auspflanzen in den Garten können sich die Pflanzen besser mit Wasser versorgen. Aufs Düngen dürfen Sie dennoch nicht verzichten.

Richtiger Standort für Engelstrompeten

Brugmansien sind Sonnenkinder. Am liebsten stehen sie in der Sonne, aber auch der Halbschatten ist ein guter Standort. Für den Schatten eignen sich nur einige wenige Sorten, wie z.B. die „Brugmansia sanguinea“ Sorten. Beachten Sie auch, dass in der Sonne der Wasserbedarf deutlich höher ist, als im Halbschatten.

Brugmansien draußen überwintern

Engelstrompeten sind in unseren Breiten nicht winterhart. Sie vertragen genau genommen schon Kälte unter 10°C nur ganz schlecht, bei 5°C können die Pflanzen bereits Schaden nehmen. Deshalb sollten Sie im Herbst auf die Wettervorhersage (vor allem Nachttemperaturen) achten um die Pflanzen rechtzeitig ins Winterquartier zu bringen.

Überwintert werden Engelstrompeten bei Temperaturen zwischen 10°C und 15°C in einem hellen und trockenen Raum. Stehen die Pflanzen über den Winter im dunklen Keller, reicht die Untergrenze von 10°C. Grundsätzlich gilt: je heller der Standort umso höher die Temperatur. Wenn Ihre Brugmansia kühl und dunkel steht, benötigt sie nur sehr wenig Wasser! In der Regel genügt es, alle 10-14 Tage mit einer Kaffeetasse zu gießen. Je nach Topfgröße 1-2 Tassen voll Wasser reicht für die Pflanzen vollkommen aus. Draußen überwnitern wird in den meisten Fällen zum Tot der Pflanze führen.

Engelstrompeten richtig schneiden – So wird es gemacht

Engelstrompeten wachsen mitunter zu sperrigen Pflanzen heran. Um diese im Winterquartier unterbringen zu können, müssen sie geschnitten werden.

Damit Ihre Pflanze auch im kommenden Jahr früh und reichlich Blüten trägt, sollten Sie mit der Schere nicht all zu radikal zu Werke gehen. Geschnitten werden sollte nur oberhalb der ersten Y-Verzweigung.

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Den so gewonnenen Schnittgut müssen Sie auch nicht wegwerfen. Wenn Sie ein helles Plätzchen irgendwo im Haus haben, können Sie das Schnittgut zusätzlich etwas kleiner schneiden und im Wasser bewurzeln lassen. So gewinnen Sie neue Pflanzen. Bewurzelte Stecklinge sind ein begehrtes Handelsgut im Frühjahr auf Auktionsplattformen und in Internetforen. So könnten Sie Ihr Hobby sogar durch den Verkauf von bewurzelten Stecklingen finanzieren.

Die Engelstrompete blüht nicht – Häufigste Ursachen

Die meisten Wachstumsprobleme bei Brugmansien bestehen darin, dass keine oder nur sehr wenige Blüten entstehen. Wie weiter oben erwähnt ist diese Pflanze sehr nährstoffhungrig. Daher sind die häufigsten Ursachen für fehlende Blütenfülle in folgenden Punkten zu suchen:

1. Zu wenig Dünger – Die Düngegaben reichen nicht aus oder sind falsch dosiert
2. Es wird zu wenig gegossen
3. Beim Schnitt wurde zu tief angesetzt

In der neuen Saison sollte somit versucht werden mehr und effektiver zu gießen ohne Staunässe zu produzieren sowie mit einem Mehrstoffdünger mehrmals in der Woche zu düngen um optimale Wuchsergebnisse zu erzielen.

Die berauschende Wirkung einer Engelstrompete

Den meisten Hobbygärtnern wird einzig und allein die optische Wirkung und die botanische Komponente dieser Pflanze wichtig sein. Nur wenige wissen von ihrer berauschenden Wirkung, die bei richtiger Zubereitung eintreten kann. Die Engelstrompete ist dennoch als legal eingestuft, was nicht bedeutet, dass man äußerste Vorsicht walten lassen sollte, wenn man die Blüten oder Blätter als Tee konsumiert oder raucht. Die Wirkung besteht in Illusionen, Halluzinationen, Unruhe, Erregung bis hin zu Tobsucht bezeichnet.

Die Blätter müssen für einen Teeaufguss lediglich getrocknet oder als pulverisierte Form in ein Getränk gemischt werden. Da allerdings schon starke Vergiftungen in der Literatur aufgezeichnet wurden, sei an dieser Stelle hiervon abzuraten.