Dachbegrünung Ratgeber


Sicher sind auch Ihnen schon kleinere oder größere Dächer aufgefallen, auf denen entweder wie zufällig gewachsene oder wie von Meisterhand angelegte Dachbegrünungen Häuser, Garagen, Carports, Gartenlauben oder Insektenhäuser ästhetisch verschönern.

Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie ein Gründach auf Ihrem Gartenhaus, Vordach, Gartensauna, Carport oder auf einer anderen Dachfläche anlegen und was Sie dabei beachten müssen.

Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Natur und helfen dem Verbraucher beim Energiesparen. Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren der Begrünung:

  • Extensive Dachbegrünung (Substrathöhe 5-15 cm für Moose, Farne, Gräser, Rasen etc.)
  • Intensive Dachbegrünung (Substrathöhe 15-25cm für Stäucher, Büsche etc.)

Dachbegrünung Ja oder Nein – Vorteile und Nachteile

Zunächst einmal soll es um die Vorteile der Dachbegrünung gehen, denn je nach Größe und Art kann ihre Anlage ganz schön ins Geld gehen. Um es vorweg zu nehmen: Sie müssen für eine einfache Garagendachbegrünung mit durchschnittlich 30 Euro Quadratmeterpreis rechnen, wenn Sie die Leistungen in Eigenarbeit erbringen. Dies ist natürlich abhängig vom jeweiligen Material, Untergrund und der Pflanzenauswahl als solches.
Doch es lohnt sich und das vor allem langfristig.

Vorteil 1: Kleinbiotop auf dem Dach

Durch das Aufbringen von Gewächsen auf eine Fläche, die im Allgemeinen ungenutzt bleibt, schaffen Sie ein zusätzliches Kleinbiotop, in dem sich Tiere ansiedeln, Regenwasser einer Nutzung zugeführt wird und sich die klimatischen Bedingungen insgesamt verbessern. Insekten und Wildvögel beispielsweise finden hier Brutstätten und Nahrungsquellen.

Vorteil 2: Natürliche Niederschlag Prävention

Niederschläge, die auf Dächer treffen und von dort aus auf den Boden gelangen, können in großen Mengen Schäden anrichten, weil sie auf heutzutage oft großflächigen Pflasterungen nicht ablaufen können. Örtliche Kläranlagen werden außerdem entlastet, wenn der Regen auf dem Gründach versickert. Ein großer Teil davon verdunstet und gelangt wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurück. Wenngleich das einzelne Dach noch nicht für einen Klimaumschwung sorgt, so lässt sich zu einem gewissen Grad während der Sommermonate längeren Trockenperioden entgegenwirken.

Vorteil 3: Verbesserte Luftqualität

Wenn Sie und Ihre Nachbarn sich zum Projekt der Dachbegrünung zusammenschließen, könnte eine größere Wirkung erzielt werden. Die Grünpflanzen beseitigen darüber hinaus Schadstoffe und Staub, wovon insbesondere in der Stadt und in bebauten Gebieten hohe Konzentrationen vorhanden sind. Somit erhöhen sie die Luftqualität und machen das Leben attraktiver.

Vorteil 4: Optische Attraktivität

Und da es schon einmal um die Attraktivität von Dachbegrünungen geht: Gefallen Ihnen nicht auch bunte Blüten und eine saftige Gräser Bepflanzung besser als graue Schieferdächer, Kunststoffplatten oder Bitumenbahnen? Ein begrünter Gartenschuppen kann sofort den ganzen Garten in ein optisch attraktives Licht stellen.

Vorteil 5: Natürlicher Dachschutz und erhöhte Lebensdauer

Auch das Dach selbst profitiert von seinem Schutz, denn die Dachbegrünung absorbiert nicht nur Sonnenstrahlung, sondern dämpft auch mechanische Einflüsse. Dadurch erhöht sich die Lebensdauer. Ein Gründach kann viele Jahrzehnte überdauern, während Doppelstegplatten und andere Materialien oft schon nach einigen Jahren ausgetauscht werden müssen. Unter so einem Dach genießen Sie angenehme Kühle, wenn die Sonne vom Himmel brennt und in der kalten Jahreszeit gemütliche Wärme.

Wird es bereits beim Hausbau eingeplant, verringert sich Ihr Verbrauch an Dämmstoffen für das Hausdach, wodurch sich wiederum Ressourcen schonen lassen.
Gründe für die Anlage von Gründächern gibt es also genug.

An dieser Stelle sollen der Fairness halber auch die Nachteile des Gründaches angesprochen werden.

Nachteil 1: Kosten und Zeit

Zum einen kostet seine Dachbegrünungsanlage Zeit und Geld. Dies schlägt sich nicht nur in Planung nieder sondern auch im Aufbau (sofern im DIY verfahren) oder Handwerkerkosten. Auch die Pflanzen selber kosten je nach Auswahl eine Menge Geld.

Nachteil 2: Regelmäßige Pflege

Zum anderen benötigt so ein Ersatzhabitat Ihre regelmäßige Aufmerksamkeit und auch eine gelegentliche Pflege. Wer sein grünes Dach verwuchern lässt, hat bald keinen optischen Spaß mehr an der Maßnahme. Eine Pflege ist unerlässlich. Auch Unkraut sollte regelmäßig entfernt werden.

Nachteil 3: Höhere Dachlast und Anforderungen an Statik

Egal welche Form von Dachpflanzen man wählt, ein gewisser Untergrund sowie Erde / Substrat wird benötigt für ein gesundes Wachstum. Dies führt unweigerlich zu einer erhöhten Dachlast. Vor allem für im Nachhinein begrünte Dächer müssen hier statische Berechnungen und Überlegungen in die Planung einfließen.

Nachteil 4: Bei größeren Vorhaben Baugenehmigung erforderlich

So gut wie nichts funktioniert ohne Bürokratie. Wer ein Flachdach großflächig begrünen und begehbar machen möchte, benötigt eine Baugenehmigung samt allen bürokratischen Hürden die es dort gibt.

 

Dachbegrünung anlegen, warten und pflegen – Ratgeber

Für jeden der ein Dachgrün plant oder zu verwalten hat, gibt es mehrjährige und sich wiederholende Tätigkeiten in puncto Pflege und Wartung. Wir wollen hier ein paar Tipps und Praxiserfahrungen teilen, damit sie noch lange etwas von ihrem Gründach haben.

Die Anlage des Gründaches erfolgt am besten im Frühjahr oder im Herbst an, da dies die Pflanzzeit für die meisten Gewächse ist. Dann können Sie die Dachbegrünung in einem Zug vornehmen.

Würde die Substratschicht über Monate ungenutzt auf dem Dach liegen, würden ihre Nährstoffe ungenutzt ausschwemmen und Vögel sowie der Wind würden fremde Saaten eintragen.

Gleich mehrere Aspekte machen es notwendig, dass Sie sich beim Aufbau des Gründachs an bestimmte Konstruktionen halten, vor allem für den Eigenbau.



Tipp 1: Fester Untergrund und Aufbau

Die Wurzeln der Gewächse sollen sich auf dem Dach fest verankern, damit diese eine hohe Standfestigkeit erhalten. Das Regenwasser soll bis an die Wurzeln vordringen, um die Begrünung gut zu versorgen, aber Staunässe soll vermieden werden. Die Begrünung benötigt ein Substrat, das sie mit Nährstoffen versorgt.

Dieses darf der Wind nicht verwehen. Bauen Sie das Gründach unbedingt schichtenweise auf. Beginnen Sie auf der gründlich abgefegten Dachhaut. Bestücken Sie diese mit einer Lage Vlies, damit kleinere Unebenheiten ausgeglichen werden. Auf dieses bringen Sie eine Schutzfolie auf.

Zusätzlich sollten Sie eine Wurzelschutzfolie verwenden. Entscheiden Sie sich unbedingt für eine hochwertige Variante, da deren Hersteller für die Haltbarkeit eine 20-Jahres-Garantie bieten.

Alternativ können Sie eine Flüssigabdichtung verwenden. Ziehen Sie diese etwa 20 Zentimeter an den Rändern nach oben, damit sich die Wurzeln nicht über die Seiten unter die Schutzschicht schieben.

Tipp 2: Entwässerung des Dachbegrünungsbereiches

An der Stelle, wo sich der Ablauf für die Entwässerung befindet, bringen Sie rundherum einen Kiesstreifen oder Schotter auf, damit der Kontrollschacht auch bei Starkregen nicht verstopft. Je nach mechanischer Beanspruchung folgt nun eine Schutzschicht aus Vlies, Bautenschutzmatten oder ein Granulat, über das ein Element für die Drainagematte gelegt wird.

Wollen Sie Ihren Dachgarten stark beanspruchen, empfehlen sich Platten aus Beton. Bei einer entsprechenden Saugfähigkeit ist die Drainageschicht nicht nur in der Lage, das Wasser abzuleiten, sondern es auch für trockene Perioden zu speichern. Gängige Materialien sind:

  • Lava
  • Kies
  • Tongranulate

Anschließend bringen Sie die Filterschicht auf, die feinere Materialien vom Eindringen in die Drainageschicht abhält. Hierbei kann es sich um eine Gewebebahn handeln, die von den Wurzeln durchdrungen werden darf. Denn diese sollen das gespeicherte Wasser ja nutzen. Beachten sie in diesem Zusammenhang unbedingt den Abflussbeiwert, welcher denjenigen Anteil des Niederschlagswassers bezeichnet, der vom Dach wieder abfließt.

Tipp 3: Substrat der Vegetationsschicht

Die obere Schicht auf dem Gründach ist die Vegetationsschicht. Die Basis bildet ein auf die Bepflanzung abgestimmtes Nährsubstrat, das weder zu viele Nährstoffe enthält, sonst würden die Wurzeln verbrennen. Noch darf das Substrat zu nährstoffarm sein. Dann nämlich könnten die Gewächse nur spärlich gedeihen.

Stimmen Sie die Höhe der Nutzschicht auf die Traglast des Daches und die Größe der Wurzelballen der Gewächse ab. Sukkulenten benötigen lediglich einen bis zu zehn Zentimeter hohen Untergrund (extensive Dachbegrünung), während Stauden und kleine Bäume mehr Substrat zur Verfügung haben müssen (intensive Dachbegrünung).

Hinweis: Legen Sie die Gewächse aus, bevor Sie sie in das Substrat einsetzen. So können Sie sich einen Gesamtüberblick verschaffen und bei der Zusammenstellung noch einige Korrekturen vornehmen.

Bei getopfter Ware empfiehlt es sich, die Wurzelballen zuvor für einige Stunden zu wässern, denn allzu stark einschlämmen können Sie sie nach dem Setzen nicht.

Welche Pflanzen zur Dachbegrünung nehmen

Bei der Auswahl der Gewächse beachten Sie zu allererst die Standortbedingungen, beispielsweise den Einfall von Tageslicht. In schattigen Bereichen gedeihen unter anderem niedrige Moose und Farne. Zu den kleineren Stauden zählen Funkien.

Größer werden die Prachtspieren und die Hortensien. Auch einige Kräuter wie der Schnittlauch sind geeignet. Doch bedenken Sie, dass Sie diesen Pflanzen durch das Abschneiden von Verblühtem, das Stutzen, Wässern und das Düngen während der Wachstumsperiode häufiger eine Pflege zukommen lassen müssen. Dazu müssen Sie das Dach besteigen.

Weniger aufwändig in der Pflege zeigen sich sonnenhungrige, langsam wachsende, wasserspeichernde Gewächse wie Sukkulenten. Die sogenannten Hauswurze werden in unzähligen Variationen angeboten. Entscheiden Sie sich für eine handelsübliche Mischung, dann erscheint Ihre Bepflanzung besonders abwechslungsreich.

Pflanzenliste zur intensiven Begrünung von Dächern

Zur extensiven Begrünung von Dächern und Dachbereichen müssen bestimmte Anforderungen an die Pflanzen gestellt werden, denn gerade auf Flach- und Schrägdächern wächst nicht alles gleich gut. Sie müssen relativ robust sein und sowohl Trockenheit, Frost, Wind, viel und wenig Wasser vertragen.

Hier eine Auswahl als Pflanzenliste für die Dachbepflanzung:

Aussehen / BildBezeichnungBotanischer NameBlüteWuchshöhe
imageWeißer MauerpfefferSedum AlbumWeißBis 20 cm
imageImmergrünVinca MinorBlau, LilaBis 20 cm
imagePolsterphloxPhlox subulataLila, weiß, rot, blauBis 15 cm
imageKissenasterAster dumosusWeißBis 40 cm
imageWilder ThymianThymus serpyllumViolettBis 15 cm
imageGemswurzDoronicum caucasicumGelbBis 40 cm
imageFelsennelkePetrorhagia saxifragaRosaca. 25 cm
imageFlockenblumeCentaurea dealbataPurpur30 cm
imageSchafgarbeAchillea millefoliumweiß15-50 cm
imageHerzblumeDicentra eximiarosa-rot20 cm
imageFärberkamilleAnthemis tinctoriagelbBis 50 cm
imageBlaukissenAubrieta-Hybridenblau10 cm
imageLeimkrautLinaria vulgarisweißbis 60 cm
imageFrauenmantelAlchemilla mollisgrün40 cm

Im Gegensatz zu anderen Gewächsen brauchen Sie die Sedumgewächse nur in kurze Sprossen zu schneiden und auf dem Substrat auszustreuen. Sie wachsen von allein an. In den kommenden drei Wochen müssen Sie dazu das Substrat gleichmäßig feucht halten. Später besteigen Sie das Dach zwei- bis dreimal jährlich zum Jäten.

Achten Sie bei dieser Arbeit insbesondere auf lästigen Beiwuchs und Unkraut, der sich über Ausläufer rasant vermehrt und auch auf Aussaaten von Bäumen, die schon in kurzer Zeit lange Wurzeln treiben können. Zum Glück lassen sie sich zwischen den fleischigen Bodendeckern frühzeitig erkennen.

Auch Gräser stellen keine besonderen Ansprüche an die Pflege, wobei es unter ihnen Gruppen gibt, die besser im Schatten und solche, die vorwiegend in der Sonne zurechtkommen. Schneiden Sie sie vor dem Winter nicht zurück, da sie mit Raureif überzogen sehr attraktiv aussehen und darüber hinaus Wildvögeln Futter liefern sowie Insekten als Unterschlupf dienen.

Nehmen Sie den Rückschnitt im Frühjahr vor, wenn sich die ersten grünen Halme zeigen. Die meisten Kräuter sind Sonnenanbeter. Da sie aromatisch duften und oft über Wochen bis Monate blühen, sind sie für Insekten wertvolle Nahrungsquellen. Selbstverständlich können Sie unterschiedliche Gewächse auf dem Gründach kombinieren, doch achten Sie darauf, dass diese in etwa dieselben Anforderungen an den Standort besitzen. Dann können Sie ein und dasselbe Substrat benutzen und brauchen bei der Pflege keine Sonderwünsche erfüllen.

Ideen für Dachbegrünungen für den Kleingarten

Wenn Vordach, Garage, Carport oder Gartenhaus ein begrüntes Dach bekommen soll, müssen Ideen her. Wir haben Ihnen hier ein paar tolle Ideen und Anregungen zusammengestellt, wie sie im Handumdrehen einen echten farbigen Hingucker auf das eintönige Dach zaubern können.

Idee 1: Farbkombinationen aus Bodendecker Pflanzen

Bodendecker eignen sich hervorragend zur Begrünung von Dächern, denn sie sind pflegeleicht, dicht und anspruchslos. So können sie farblich sehr ansprechende Muster auf Ihrem Dach erzeugen, welche über das Jahr verteilt gemeinsam oder auch abwechselnd blühen und fantastische Farbenmeere in den Garten bringen.

Idee 3: Steinspiralen auf dem Dach

Legen sie schönen Spiralen aus Steinen auf das Substrat und pflanzen sie entlang der Steine passende Gräser, Decker oder Moose. Die Steine werden optisch klarer sein und in Kombination ein tolles Bild liefern.

Idee 4: Englischer Rasen

Wer es puristisch mag, sät englischen Rasen auf sein Dach und genießt das satte grün des Rasens statt einem langweiligen Dachkonstrukt. Machen sie sich aber vorher darüber Gedanken, wie das Ganze gepflegt und gemäht werden soll. Ggf. kann hier eine Roboter Mäher helfen. Lesen Sie auch wertvolle Tipps zum Thema Rasen pflegen sowie zum test und der Auswahl vom besten Schattenrasen.

Idee 5: Blumenwiese und Blumenmeer

Ganz passierlich kann auch die Begrünungsform mit bunten Blumen aussehen. Schaffen Sie eine extensive Blumenwiese und genießen Sie ein geschaffenes Blumenmeer in allen erdenklichen Farben.

Idee 6: Nutzgarten auf dem Dach

Ist das Dach begehbar spricht auch nicht dagegen leckere Kräuter zu pflanzen oder gar Gemüse wie Salat, Gurken oder Tomaten anzubauen. Schaffen sie ihren eigenen Nutzgarten direkt auf einer ungenutzten Dachfläche.

Idee 7: Begrünung mit weißen Kiesstreifen

Pflanzen mit Steinkombinationen sind immer optisch beeindruckend. So können sie beispielsweise rund um das Dach einen Kiesstreifen platzieren, der nicht nur als zusätzliche Drainageschicht fungiert, sondern den Pflanzbereich schön aufteilt. Unkrautvlies hier aber nicht vergessen.

Planung, Genehmigung, Vorschriften und Förderprogramme

Errichten Sie ein Gründach niemals ohne eine vorherige Planung. Damit es lange hält, müssen Sie die baulichen Voraussetzungen Ihres Daches prüfen, dessen Statik beachten, sich zwischen unterschiedlichen Arten von Dachbegrünungen entscheiden, eventuelle Vorschriften einhalten, die Kosten kalkulieren und für die Inanspruchnahme von Fördergeldern frühzeitig die entsprechenden Anträge stellen.

Im Zweifelsfall lassen Sie sich von einem Bauphysiker beraten, dieser kennt die Unterschiede der Dachkonstruktionen und weiß, für welche Begrünungsart Ihr Dach geeignet ist. Zum einen unterscheiden sich das Flachdach und das Schrägdach, wobei sich Letzteres bedenkenlos bis zu einer Neigung von 35 Grad mit einem entsprechenden Aufbau versehen nutzen lässt.

Falls Ihr Dach eine stärkere Neigung aufweist, kann dieses einen Sonderfall darstellen, dessen Begrünung unbedingt einer Fachfirma überlassen werden sollte. Auf ein schräges Dach haben Sie auch von einem tiefer gelegenen Punkt aus eine gute Sicht, so dass Sie sich von Ihrem Garten oder von der Straße aus an seinem Anblick erfreuen können.

Das flache Dach überblicken Sie, wenn Sie sich mit ihm auf einer Ebene befinden oder wenn Sie es von oben betrachten. Dafür können Sie es begehen, wenn es die erforderliche Traglast aufweist und einen Zugang besitzt.
Zum anderen spielt für die Art der Begrünung eine Rolle, ob es sich bei Ihrem Dach um ein Warm- oder ein Kaltdach handelt. Letztere Dächer eignen sich für die extensive Nutzung, während Warmdächer intensiv oder extensiv genutzt werden können.
Extensivnutzung bedeutet, dass die Dächer eine naturnahe Bepflanzung besitzen, die durch niedrige Bodendeckerpflanzen, Sukkulenten oder Gräser gekennzeichnet ist. Sie benötigen vergleichsweise wenig Pflege. Auf die erforderlichen Maßnahmen wird im nächsten Absatz näher eingegangen.

Bei der Intensivnutzung können Sie Ihren Gründach Ideen für die Gestaltung freien Lauf lassen. Wenn Sie mögen, legen Sie sich Ihren eigenen Dachgarten mit Gemüsepflanzen an. Oder bestücken Sie ihn mit Stauden, Bäumen, Büschen und Sträuchern.
Säen Sie Rasen, arrangieren Sie Sitzplätze, kleine Teiche und Bachläufe. Gönnen Sie Ihren Kindern einen Spielplatz oder sich selbst eine Golfanlage. Schaffen Sie einen zusätzlichen Lebensraum, wie er Ihnen gefällt.

Auch das Umkehrdach und das Duo- beziehungsweise Plusdachs können Sie begrünen. Einige Vorschriften müssen Sie allerdings bei jeder Art der Dachbegrünung beachten. Informieren Sie sich über die örtlichen Vorgaben der Kommunen, denn ihnen obliegen die Entscheidungen. Falls die Dachbegrünung bereits im Bebauungsplan vorgeschrieben ist, erkundigen Sie sich nach den Einzelheiten.

Meist zählen sie zur ökologischen Ausgleichsmasse nach dem Baugesetzbuch. In diesen Fällen ist es einfacher, eine staatliche Förderung zu erhalten.

Gut zu wissen: Orientieren Sie sich weiterhin an den Richtlinien für die Dachabdichtung, die in den DIN-Vorschriften 18531 und 18195 geregelt sind.

Die Bahn, die Sie für den Wurzelschutz auswählen, muss ein anerkanntes Prüfverfahren durchlaufen haben. Dieses gewährleistet, dass das Material später nicht von Wurzeln beschädigt wird. Den zuständigen Fachleuten obliegt es, regelmäßige Kontrollen durchzuführen und Prüfberichte anzufertigen.

Lassen Sie einen Experten die Flächenlast errechnen. Bedenken Sie, dass Extensivbegrünungen bis zu 170 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen können, wenn der Regen sie durchtränkt. Zusätzlich kann Schnee auf der Fläche lasten. Sie benötigen also einen Schutzbelag, der diesem Gewicht standhält.

Äußere Einflüsse können die noch so gut durchdachte Konstruktion gefährden. Beispielsweise stellt der Wind ein hohes Risiko dar. Ein Sturm reicht aus, um Ihr Dach zum Abheben zu bringen. Halten Sie daher die Vorschriften über die Mindestgewichte ein, mit denen die Dachabdichtungen versehen sein müssen. Nicht zuletzt gewährleisten Sie den regional festgelegten Brandschutz.

Hilfreiches Video zum Thema Dachgrün

Staatliche Förderprogramme bei Dachbepflanzungen nutzen

Noch ein Wort zu den Förderprogrammen: Es wäre sinnlos, sie an hiesiger Stelle aufzuzählen. Sie ändern sich von Zeit zu Zeit und bundesweit gültige Förderungen sind eher die Ausnahme. Lassen Sie sich von einem Energieberater über die Möglichkeiten der Finanzierung über die KfW-Bank informieren und fragen Sie bei den zuständigen Bauämtern nach Zuschüssen.

Im besten Fall können Sie durch ein Fördergeld bis zu 20 Euro pro Quadratmeter an Investitionen sparen. Zusätzlich informieren Sie sich beim zuständigen Zweckverband über die Abrechnung Ihrer Abwassergebühren. Wird das Regenwasser nach gepflasterter Fläche und Dachfläche separat berechnet, können Sie die begrünte Fläche in Abzug bringen. Dadurch können Sie eventuell etwa einen Euro Abwassergeld pro Quadratmeter einsparen. Auf die Gesamtfläche und das Jahr gesehen lohnt die Beantragung von Fördermitteln.
Bedenken Sie jedoch, dass Sie in den meisten Fällen vor der Errichtung des Daches die erforderlichen Unterlagen einreichen und die Anträge stellen müssen.