Beete richtig mulchen – Ratgeber


Richtig gemulchtes BeetErfahrene Gärtner sprechen oft davon den Garten oder einzelne Beete zu mulchen um Pflanzen zu schützen und einen besseren Wuchs zu bekommen. Doch was ist dran an der Theorie? Was bedeutet mulchen überhaupt und wie sinnvoll ist denn wirklich?

Diese Fragen wollen wir in diesem Beitrag beantworten und einen umfassenden Ratgeber zum Thema Rinden- und Pinienmulch geben.

Merke: Grundsätzlich bezeichnet das „Mulchen“ das Bedecken freier Bodenflächen mit organischem Material unterschiedlicher Dicke und Konsistenz. Es kann sich beim Material um zerkleinerte Baumrinde, Hackschnitzel, Blattwerk oder auch Rasenschnitt handeln.

Vorteile und Funktionen von Mulch auf Beeten

Erfahrungen aus hunderten von Jahren Gärtnerei haben gezeigt, dass ein ein- oder mehrjähriges Mulchen von Beeten einige positive Effekte mit sich bringt. Beete mit Mulch bedecken hat spezifische Vorteile, wenn man es richtig macht.

Vorteil 1: Pflanzenschutz

Durch eine Schicht organisches Material erschafft man einen natürlichen Schutzmechanismus gegen Hitze und damit dem Verdunsten von Feuchtigkeit. Dies hat die Wirkung, dass erstens im Sommer weniger aktiv gewässert werden muss und zweitens im Winter die Temperaturen im Boden nicht so tief runter gehen. Sollte es mal viel regnen bewirkt die Mulchschicht ein Auswaschen des Bodens. Alles zusammen ist ein guter Schutz der Gartenpflanzen.

Vorteil 2: Natürliche Düngung

Ähnlich wie eine Kompostgabe, bewirkt ein Mulchen von Beeten, Rasenflächen oder unter Hecken, dass der natürliche Zerrottungsprozess das Material nach und nach zersetzt und Nährstoffe in den Boden abgibt. Hierfür sind Bakterien, Organismen und Kleinstlebewesen wie Kompostwürmer verantwortlich. Durch eine zusätzliche Stickstoffgabe kann das Ganze noch beschleunigt werden. Eine zusätzliche manuelle Düngung kann so oft gespart werden.

Vorteil 3: Weniger Unkraut

Eine Verringerung von lästigen Gartenarbeiten wie Unkraut jäten, kann ebenfalls erreicht werden, wenn man seine Gartenbeete mit Mulch bedeckt. Unkrautwuchs wird so zuverlässig verringert und Konkurrenzpflanzen in Form von Unkraut nehmen den Beetpflanzen nicht die Nährstoffe weg.

Vorteil 4: Optik

Schöner, dicker Rindenmulch hat eine beruhigende Farbe und wirkt aufgebracht in jedem Beet optisch ansprechender. Das Beet wirkt ruhiger und aufgeräumter.

Vorteil 5: Holziger Geruch

Zumindest bei Rindenmulch und Pinienmulch empfinden viele Gärtner den Geruch nach Holz als angenehm und natürlich. Man fühlt sich beim Arbeiten im Beet wie mitten im Wald.

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Mulch Material für den Garten richtig einsetzen

Kräuter profitieren von MulchungWenn Pflanzen und Beete zu schnell austrocknen und es immer wieder zu Verwaschungen und Unkrautbildung kommt, sollte über eine Mulchschicht nachgedacht werden.

Welches Material man nimmt, hängt auch ein wenig davon ab, was man erreichen möchte und welche Fläche bedeckt werden soll.

Immer wieder stellt sich auch die Frage wann man denn das Mulchen im Garten durchführen sollte? Klare Antwort: Von Frühjahr bis Herbst je nach Bedarf und ob offene Stellen vorhanden sind.

Mulchen mit Rindenmulch

Dies ist wohl der Klassiker wenn man Stauden-Beete mit Mulch schützen und aufbessern möchte. Er sieht nicht nur gut aus und macht zwischen Bäumen, Hecken und auf Beeten etwas her sondern duftet holzig und harzig. Seine rotbraune oder naturbraune Farbe kann im Rahmen er Gartengestaltung als farbliche Abstimmung und Akzentuierung genutzt werden.

Besonders gut geeignet ist Rindenmulch für Schattenpflanzen und Staudenbeete in Schatten und Halbschatten sowie für Schattengräser. Für Gemüsebeete aufgrund der sauren Eigenschaft eher mit Vorsicht zu genießen.

Miscanthushäcksel

Schwer erhältlich, allerdings eine hervorragende Wahl bei Schneckenproblemen. Es handelt sich hierbei um scharfkantige Häcksel aus Chinaschilf. Man kann es einfach selber herstellen, sofern man den Schilf im Garten kultiviert.

Mulchen mit Rasenschnitt

Mit Gras mulchen kennt wohl jeder, der einen Rasenmäher mit Mulchfunktion hat. Hier bleibt der Rasenschnitt auf der Rasenfläche liegen und gibt seine Nährstoffe nach und nach wieder an den Boden ab. Kurzer Rasenschnitt kann ebenfalls sinnvoll genutzt werden um Hecken zu mulchen. Die hier enthaltenen Nährstoffe müssen nicht in die Biotonne gegeben werden, sondern können sinnvoll im Garten genutzt werden. Auch auf Beeten kann eine dünne Schicht Rasenschnitt sinnvoll sein.

Beim Rasenmulch muss aufgrund der Fäulnisanfälligkeit allerdings darauf geachtet werden, dass nur eine dünne Schicht aufgebracht wird. Weniger ist hier mehr.

Mulchen mit Laub

Laub ist viel mehr als lästiger Abfall. Es lässt sich je nach Laubart mehr oder weniger gut zum Mulchen nutzen. Abgesehen von Eichenblättern, welche aufgrund der Gerbsäure sehr schlecht verrotten, sind schnell rottende Blätter bestens geeignet um eine Mulch- und Schutzschicht in Beeten anzulegen.

Es zersetzt sich nach und nach zu natürlichem Dünger und bietet einen hervorragenden Frostschutz. Daher macht es Sinn das Laub-Mulchen im Herbst vorzunehmen. Man bietet damit sogar noch diversesten Nützlingen ein zu Hause und einen Schutz im Winter.

Mulchen mit Hackschnitzel

Scharfkantiges HackschnitzelAuch Hackschnitzel, welche als Abfallprodukt in der Holzverarbeitung anfallen, können als Mulchschicht im Garten genommen werden. Ein großer Vorteil von scharfkantigen Hackschnitzeln ist, dass Schnecken ihn meiden und nicht anziehen. Allerdings entziehen die zersetzenden Bakterien dem Boden Nährstoffe für ihre Arbeit. Somit sollte stets mit ein wenig Mist entgegengewirkt werden.

Mulchen mit Heu

Wer Zugang zu Heu hat, kann auch dieses Material zum Mulchen verwenden, weil es auch ausgezeichnet die Erodierung und Austrocknung des Bodens verhindert. Es zieht allerdings gerne Schnecken an, weshalb es in der Praxis in Ziergärten seltener Verwendung findet.

Strohmulch

Hochbeet mit Strohmulch bedecktAuch Stroh kann verwendet werden um Beete zu verbessern und zu schützen. Bewährt hat es sich auf Gemüsebeeten, da die Nährstoffe nur langsam abgegeben werden und die Belüftung gefördert wird.

Pinienmulch

Für Pflanzen in Kübeln sowie die meisten Beete ist Pinienmulch eine gute Wahl. Es riecht nicht so stark wie Rindenmulch und ist farblich attraktiv. Es kommt von der heimischen Kiefer (Pinie), verrottet viel langsamer und entzieht dem Erdreich wenig Stickstoff. Dafür ist es ein wenig teurer als anderes Material.

Mulch selber herstellen

Wer einen Häcksler hat, kann auch sein eigenes Mulchmaterial herstellen. Hierzu einfach Schnittgut von Bäumen und Hecken in den Häcksler und zerhäckselte Äste als Mulchstruktur auf die Beete bringen. Bei zu viel Holzanteil sollte mit Hornspänen ergänzt werden um den Stickstoffentzug zu bremsen.

Auch Rasenschnitt sollte jede Gärtner haben, welcher direkt nach dem Mähen gebrauchsfertig bereit liegt.

Nachteile beim Mulchen

Natürlich hat eine Schicht Mulch nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile weswegen sich manche Gärtner auch dagegen entscheiden. Auch aus Unwissenheit und der Wahl des falschen Materials können sich suboptimale Bedingungen ergeben.

Nachteil 1: Entzug von Stickstoff

Einige Materialen benötigen zu viel Stickstoff um zu verrotten und entziehen dem Boden diese Energie. Dies ist vor allem für Flachwurzler ein erhebliches Problem. Hierdurch haben die eigentlich zu unterstützenden Pflanzen zu wenig. Hier sollte ein ausgewogenes Verhältnis gefunden werden und ggf. ein Mix aus mehreren Materialien den Vorzug gegeben werden.

Nachteil 2: Schnecken und Wühlmäuse

Aus Erfahrung mit jahrelangem Mulchen, ist ein erheblicher und nennenswerter Nachteil, dass Schnecken angezogen werden. Sie suchen sich nachts im Mulch einen Platz zum Schlafen und fühlen sich dermaßen Wohl, dass die Population exorbitant zunimmt.

Auch Wühlmäuse scheinen Mulchschichten zu mögen um hier ungehindert Gänge zu bauen.

Nachteil 3: Jährlicher Aufwand

Sofern man ihn nicht selber herstellt, muss die Mulchmasse erstmal in den Garten gebracht werden. Also entweder bestellt oder im Baumarkt erworben werden. Dies kann bei großen Mengen sehr mühsam sein und muss mehrmals jährlich wiederholt werden. Man kann dann abwägen ob die Vorteile überwiegen, denn Unkraut jäten müsste man ja auch so oder ob man sich die Mühe des Anschaffens und Aufbringens spart.

Tipps zum richtig Mulchen im Garten

Beim Beete Mulchen gibt es ein paar Dinge zu beachten und einige Tipps zu beherzigen um richtig zu mulchen. Vor allem bis zu welcher Höhe man die Mulchschicht aufsetzt spielt eine essentielle Rolle. Hier unsere Tipps aus der Gartenpraxis.

Tipp 1: Beete mit Ansaat nicht mulchen

Beim frischen ansäen oder aussäen und bei Anpflanzungen, die noch sehr klein sind, sollte auf eine Mulchgabe verzichtet werden. Das Wurzeln wird erschwert bis unmöglich gemacht. Auch klappt es in den wenigsten Fällen das Saatgut mit einzumulchen. Sofern schon gemulcht wurde, die entsprechende Stelle freimachen und dann einsäen.

Tipp 2: Nicht kleckern sondern klotzen

Mit Ausnahme von Rasenschnitt, sollte die Mulchschicht immer die Höhe von mindestens 10 Zentimeter haben, besser sogar 30-40 Zentimeter. Viel hilft viel und ermöglicht es so, die vielen positiven Effekt zu heben, die das Prinzip Mulchen mit sich bringt. Nur mit einer ordentlich hohen Menge hat Unkraut keine Chance und Feuchtigkeit im Boden gehalten.

Tipp 3: Grasschnitt nur sehr dünn Die Ausnahme bildet Grasschnitt, der nur sehr dünn auf die Beete gelegt werden sollte. Abgeschnittenes Gras tendiert schnell zu faulen, wenn es zu dicht übereinander liegt. Eine Richthöhe von 5cm ist ausreichend. Ggf. kann man auch mit anderem Mulchmaterial mischen.

Tipp 4: Schneckenabwehr

Bei der Wahl des Materials ruhig Scharfkantiges nehmen um eine Schneckenabwehr zu haben. Bei manchen Materialien wie Heu und Stroh fühlen sich Schnecken eingeladen und man erhöht deren Population künstlich.

Tipp 5: Gemüsebeete nicht mit Rindenmulch

Rindenmulch ist für Gemüsebeete nicht gut geeignet, da er den Boden mit der Zeit sauer macht. Für Staudenbeete hingegen ist er eine sehr gute Wahl.

Tipp 6:  Nase beim Kauf einschalten

Wenn Sie Pinien- oder Rindenmulch im Baumarkt kaufen, achten sie auf den Duft. Dieser muss holzartig sein und nicht erdig oder gar schimmelig. So sind sie immer sicher, dass Sie auch frische Qualitätsware erhalten.