Bodendecker Pflanzen


In jedem Garten gibt es ungenützte Bereiche und Stellen, die schöner gestaltet werden können. Vor allem unter Bäumen als auch Gartenhecken sowie Bereichen wo ständig Unkraut nachwächst kann mit sogenannten Bodendeckern ein schöner und zusätzlich sinnvoller Effekt erzielt werden.

Die Natur ist stets bestrebt Boden nicht unbewachsen zu lassen. Dies geschieht nicht um Gärtner zu ärgern sondern hat einen ganz logischen Sinn. Eine Bodenbewachsung sorgt für einen Schutz des Bodens sowie der gesteigerten Speicherung von Wasser. Außerdem wird die Humusbildung sowie das Bodenleben gefördert.

Warum also Unkraut jäten wenn es viel einfacher geht? Wer Bodendecker pflanzen möchte schlägt so mehrere Fliegen mit einer Klappe. Es handelt sich hierbei um größtenteils sehr robuste, anspruchsvolle, immergrüne und pflegeleichte Pflanzen, die nur wenige Zentimeter hoch wachsen und relativ schnell den kompletten Boden wie einen Teppich bedecken. Sie können in verschiedenen Farben (blau, weiß, lila, gelb, rot) blühen und so sogar Akzente im Gartenreich setzen.

Vornehmlich werden sie an folgenden Standorten eingesetzt:

  • Unter Bäumen und Hecken
  • Gartenbereiche, die sich selbst überlassen werden
  • In trockenen und sehr schattigen Lagen
  • An übermäßig sonnigen Standorten
  • Auf Hängen und Böschungen

Bodenbedeckende Pflanzen haben folgende Vorteile:

  • Bieten Erosionsschutz
  • Schutz vor Trockenheit des Bodens
  • Schutz vor schwankenden Temperaturen
  • Auflockern des Bodens
  • Kahle Stellen im Beet werden verdeckt
  • Beet wirkt fülliger
  • Kein Harken mehr notwendig
  • Weniger Unkraut
  • Immergrün
  • Winterhart

So wirken Bodendecker Pflanzen gegen Unkraut

Den Kampf gegen Unkraut kennt wohl jeder Gartenbesitzer nur zu gut. Entweder man muss ausstechen, zupfen, Unkrautvlies legen oder Steinschichten auftragen. Die einfachste und langfristig effektivste Art um jegliches Unkrautwachstum zu verhindern / zu unterdrücken sind Bodendecker im Garten.

Die nützliche Eigenschaft von Bodendeckern sich vornehmlich auszubreiten als in die Höhe zu wachsen, ist gleichzeitig Ihr größter Vorteil gegen Unkraut. Sie breiten regelrecht einen Pflanzenteppich aus und ersticken quasi alles was darunter ist. Es gibt schlichtweg keinen Platz, kein Licht und keine Angriffsfläche für Unkraut.

Diese Funktion machen sich heute viele Gartenbesitzer zu nutze, denn wer prokelt schon gerne ständig in Beeten herum um das Unkraut zu entfernen? Dann schon lieber den Boden mit diesen wunderschönen Bodenverdeckern bepflanzen und neue Farbvariationen genießen.

Vor allem wenn der Teppich komplett dicht ist, wird bereits ein Aufkeimen komplett verhindert. Die Boden-Decker somit auf Unkrautvlies zu pflanzen ist vollkommen unnötig.

Bodendecker pflanzen, pflegen und düngen im Alltag




Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Bodendeckerpflanzen, die allerdings auch auf unterschiedliche Art und Weise eingepflanzt werden müssen. Die Frage nach der Pflanzenmenge / Samenmenge pro Quadratmeter ist berechtigt hängt aber zum größten Teil von der individuellen Pflanzendichte ab. Pflanzt man zu eng, kann es sein, dass er aufgrund des mangelnden Platzes in die Höhe wächst. Ist zu viel Abstand, dauert es sehr lange bis der Bodendeckerteppich dicht ist was zur Folge hat, dass es wieder Angriffsfläche für Unkraut gibt.

Tipp: Orientieren Sie sich immer an der Angabe auf den Töpfen und halten sie sich strikt an diese Angabe. Im Zweifel fragen sie im Gartenfachgeschäft nach.

Ein guter Richtwert für die optimal Pflanzendichte je nach Gattung sind 15-20 Pflanzen pro Quadratmeter.

Das Einsetzen in den Boden sollte idealerweise im Spätsommer geschehen, da zu dieser Zeit das Unkrautwachstum nachlässt was dazu führt, dass ein Ausbreiten deutlich erleichtert wird. Lockern sie hierzu den Boden vorher auf, entfernen sie Wurzelreste und geben sie Humos dem Boden hinzu. Graben sie dann passende Löcher und setzen sie die pflanzen in der angegebenen Menge und korrektem Abstand ein.

Da Bodendecker vergleichsweise anspruchslos und pflegeleicht sind, ist im Grunde kein spezielles Düngen notwendig. Sie sind Selbstversorger, können aber mit einer vorsichtigen Düngegabe mit Hornspänen, Kompost oder Universaldünger vor der Wachstumsperiode im Frühling bedacht werden. Gedankt wird dem Gärtner dies mit einer gesteigerten Wuchsfreudigkeit.

Manchmal wächst der eine oder andere Bodenbegrünung über sich hinaus, sei es dass Beeteinfassungen überschritten werden oder es einfach ausufert. Hier hilft ein Schnitt mit der Gartenschere und / oder eine Wurzelbarriere, die leicht mit ein in den Boden eingelassenen Steinen realisiert werden kann.

Auch bei bevorstehendem Winter und wenn man dabei ist Wintervorkehrungen für den Garten zu treffen, braucht man sich um die Deckerpflanzen nicht zu sorgen. Sie sind winterhart (Kälte und Schnee können ihnen nichts anhaben) und immergrün. Das bedeutet ein besonderer Schutz ist nicht notwendig.

Wunderschöne Gartengestaltung mit Bodendeckern und Polsterpflanzen

Ein schönes und sehr effektives Element zur Gartengestaltung wie Bodendecker-Pflanzen sollte in keinem Garten fehlen. Ein dichter Teppich dieser Pflanzen bringt Ruhe rein, optische Highlights und ermöglicht andere Pflanzen und Elemente gezielt hervorzuheben bzw. in einem ganz neuen Licht erstrahlen zu lassen. Wir haben Ihnen hier ein paar Tipps zusammengestellt um den eigenen Garten noch schöner zu machen.

Tipp 1: Farbkombinationen in Beeten
Besonders Farbkombinationen in Beeten in Zusammenspiel anderen hochwachsenden Pflanzen bieten unendliche Variationen und Abwechslung in sonst schlichten Beeten.

Tipp 2: Kombination mit Deko-Elementen
Besonders schön sehen bunte und farbenfrohe Bodendecker in Kombination mit Bachläufen oder Dekorationselementen wie Steinen, Krügen oder Gartenfiguren aus. Ein offener und umgefallener Krug kann wunderschön durchwuchert werden und setzt gezielt Akzente im Beet.

Tipp 3: Als Beeteinfassung nutzen
Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit bieten Bodendecker als Beeteinfassung und Abgrenzung zum eigentlichen Beet. Schicker als eine Steinmauer und dekorativ sehr hochwertig.

Tipp 4: Stein Kombination

Wer einen Steingarten hat, Steintreppen im Garten anlegen möchte oder einzelne Bereiche mit Steinen dekoriert hat, kann mit blühenden und mehrjährigen Bodendeckern erstaunliche Farbkontraste schaffen. Besonders gut eignet sich hierfür der Polster-Phlox.

Tipp 5: Übergang zwischen Grasflächen und Beet

Nutzen sie die Pflanzendecker um eine ansprechende Bodenbegrünung zwischen Rasen und Beet herzustellen.

Passende Bodendecker für trockene Böden, schattige und sonnige Standorte

Für jeden Standort gibt es die passende Bodendeckerpflanze, meist fehlt es aber nur an dem Wissen welche Pflanze wo am besten gedeiht. Wir haben in unserer übersichtlichen Tabelle eine Hilfe zusammengestellt, damit sie sich sowohl optisch als auch standortspezifisch schneller entscheiden können.

Egal ob lehmiger oder karger Boden, an sonnigen oder schattigen Standorten, unter Hecken, Bäumen oder am Hang. Hier werden sie die richtige Gattung finden.

Aussehen / BildBezeichnungBlüten / FarbeWuchshöheStandortPflanzabstand
imageIsotoma Blue FootJa / Blau5-10 cm
Sonnig bis halbschattig
Nährstoffreicher Boden
20-30 cm
imageImmergrün
(Vinca Minor)
Ja / Blau, Lila20 cmSchattig bis halbschattig
Humuserde
20 cm
imagePolsterphloxJa / Lila, weiß, rot, blau10-15 cmSonne bis halbschatten
Trockenverträglich
Mineralischer Boden
20 cm
imageKriechmispel
(Cotoneaster)
Ja / Weiß10-15 cmSonnig bis schattig60 cm
imageTeppich Goldbeere
(Waldsteinia Ternata)
Ja / Gelb10 - 15 cmHalbschatten bis schatten20 cm
imageSteinkrautJa / Weiß, Gelb20-40 cmSonnig35 cm
imageDickmännchen
(Pachysandra Terminalis)
Ja / Weiß20-30 cmHalbschatten bis Schatten
Humos und feucht
20 cm
imageElfenblumeJa / verschieden30 cmHalbschattig
Humusreich, feucht
15-35 cm

Etwas weniger bekannt, dafür aber allemal sehr schöne Bodendecker auch für Anfänger sind an schattigen Standorten unter Bäumen zum Beispiel noch Efeu, Taubnessel, Polsterglockenblume, Japanischer Waldmohn oder Allium.

Hinweis: Oftmals möchte man unter Bäumen Bodendeckerarten pflanzen, was grundsätzlich kein Problem darstellt. Die Ausnahme bilden allerdings Tannen, denn hierunter wächst aufgrund der Nadelbildung und des extrem sauren Bodens so gut wie nichts mehr.

Wer noch etwas für halbschattige Plätze sucht, der kann sich zum Beispiel einmal Blaukissen, Schwingel, Sternmoos, Nelkenwurz, Efeu, Dost oder Gänsekresse näher anschauen.

Zu den oben genannten Klassikern gibt es aber auch noch eine Alternative in Form von Bodendeckerrosen. Hierbei handelt es sich um Kleinstrauchrosen, die bis in den späten Herbst wundervoll und dekorierend blühen, anregend duften und sofern man sie eng zusammenpflanzt auch Unkraut keine Chance lässt.

Ratgeber Video zum Thema

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