Wasserleitung im Garten verlegen


Die Sommer werden immer heißer und mit steigenden Temperaturen sowie verringerten Niederschlägen steigt der Aufwand des Begießens und Wässerns von Gartenpflanzen und Rasen. Egal ob man selber Regenwasser sammeln kann, einen eigenen Brunnen besitzt oder Leitungswasser benutzt: Ab einer einer bestimmten Gartengröße ist es einfach nur noch anstrengend einen wuchtigen Gartenschlauch durch den kompletten Garten zu ziehen, ihn zu entwirren und zurechtzuzupfen. Man sollte sich also frühzeitig über eine separate Wasserleitung im Garten Gedanken machen.

Wasseranschlüsse und Entnahmestellen kann man niemals genug haben und wenn man Rasensprenger komfortabel einsetzen möchte oder auch Smart Garden Bewässerungssysteme einsetzen möchte, benötigt man idealerweise eine separate unterirdische und frostsichere Wasserleitung in der Erde.

Wer diese nicht für viel Geld von einer Fachfirma installieren lassen möchte, kann eine einfache Wasserpipeline mit ein wenig Einsatz einfach selber bauen. Wie das funktioniert sowie zahlreiche Hinweise und Tipps sowie eine Anleitung, möchten wir in diesem Artikel geben.

Planung und Anleitung zur Verlegung einer eigenen Wasserleitung

Zur Gartenbewässerung sollte zunächst ein grober Plan gefertigt werden in welcher Ecke des Gartens überhaupt eine Bewässerung erfolgen soll, in welchem Umgang dies benötigt wird und welche Art der Bewässerung erfolgen sollte. Als Jahreszeit eignet sich der Frühling, da dies erstens weit vor der eigentlichen Bewässerungsperiode liegt und zweitens der Boden noch feucht und so leichter zu bearbeiten ist als bei knochentrockenen Boden.

Schritt 1: Plan des Gartens zeichnen

Machen Sie sich eine grobe Skizze Ihres Gartengrundstücks und teilen sie die Fläche in bewässerungsfähige Flächen ein. Rasenflächen sollten genauso skizziert werden wie Beete, Bäume, Büsche, Hecken, Gartenhäuser und Sitzbereiche. Hilfreich sind vor allem Längenangaben in Meter um später genauer rechnen zu können.

Schritt 2: Wasserbedarf bestimmen




Im nächsten Schritt sollte eine Bedarfsanalyse gemacht werden. Ein guter Gärtner weiß wieviel Wasser einzelne Pflanzen benötigen, ob und wieviel in trockenen Perioden hinzugegossen werden muss ohne Trockenschäden zu riskieren und welche Pflanzensorten auch mit Trockenheit umgehen können. Zeichnen sie diese in ihren Gartenplan ein.

Schritt 3: Leitungslänge bestimmen

Haben Sie festgelegt wo überall Wasser benötigt wird, kann berechnet werden, wieviel Meter PE-Rohr benötigt wird, um es oberhalb oder unterhalb des Erdreichs zu verlegen. Beachten Sie etwaige Kurven, Verzweigungen als auch Gefälle und kalkulieren sie großzügig. Es gibt nichts Schlimmeres als eine zu kurze Leitung zu haben, einen Bereich im Garten vergessen zu haben und dann nachträglich die Wasserleitung im Garten verlängern zu müssen.

Empfehlenswert ist ein Durchmesser von ¾ Zoll.

Schritt 4: Bewässerungskomponenten planen

Die benötigten Komponenten zum späteren Anschluss an das selbstgebaute Wasserleitungssystem sind so individuell wie die Pflanzen selbst. Grundsätzlich gibt es folgende Komponenten:

Versenkregner
Regner, die komplett im Erdreich versteckt sind und nur zur Bewässerung ausfahren. Geeignet für Rasenflächen, Büsche, Beete und Hecken. Wurfrichtung, Weite und Radius können flexibel eingestellt werden.

Kreisregner
Kleinere und größere Flächen können gut mit einem Kreisregner bewässert werden. Im Gegensatz zu Versenkregner, welche idealerweise immer an Gartenrändern platziert werden, sollten Kreisregner mittig platziert werden um ihren Radius maximal auszunutzen.

Vielflächenregner
Ideal geeignet für größere Rasenflächen, kann mittels Vielflächenregner eine große Fläche Rasen in kurzer Zeit ordentlich gewässert werden.

Micro Drip

Für Gemüse- und Blumenbeete eignet sich ein Micro-Drip System, welches das Wasser über einen längeren Zeitraum tröpfchenweise abgibt.

Wassersteckdosen

Wassersteckdosen sind immer dann nützlich, wenn man ggf. auf einer anderen Seite des Hauses noch eine zusätzliche Entnahmestelle haben möchte. Ein kleinerer, handlicher Gartenschlauch wird hier einfach auf die im Erdreich versenkte Dose aufgesteckt und man kann manuell wässern.

Weitere Komponenten

Zu den weiteren Komponenten gehören Verteilerstücke, Eckstücke, Startdose und Verbindungsstücke für die unterirdische Wasserpipeline.

Schnelle und einfache Verlegung der PE Wasserleitung

Sind alle Komponenten bestellt und liegen bereit, kann es an die eigentliche Verlegung gehen. Man startet am Startpunkt der Pipeline als in der Nähe der Pumpe, des Brunnens oder des Hauswasseranschlusses. Hat man keine Möglichkeit der vor-winterlichen Entleerung der Bewässerungsleitung oder möchte dies nicht, sollte grundsätzlich frostfrei verlegt werden. Das bedeutet mindestens 60cm tief und damit 2 Spatenlängen.

Tipp: Umgeben sie das verlegte PE-Rohr noch zusätzlich mit Schaumglasschotter, so kann es noch weniger einfrieren.

Möchte man eine Wasserleitung richtig selbst verlegen, muss man im Grunde so tief gehen. Plant man eine Entleerung ein, reichen 40 Zentimeter Tiefe.

Nun beginnt man mit dem Ausheben des Grabens. Im Rasenbereich kann man sehr schonend vorgehen, indem man den Spaten schräg ins Erdreich stößt und die Erde samt Rasen einfach „umklappt“. Nach erfolgter Verlegung wird dies dann einfach wieder zurückgeklappt. Der Rasen wird in kürzester Zeit wieder zuwachsen.

Wer keinen riesigen Garten hat, der ist gut per Handarbeit bedient. Ein Bagger klingt zwar einfacher, ist aber durch An-und Abtransport sowie Kosten im Endeffekt unrentabel im Vergleich zum Spaten.

Da ein oder mehrere Rohre / Leitungen unterirdisch verlegt werden, fällt immer etwas Aushub an. Hierfür ist eine kleinere Schaufel, Eimer oder Schubkarre nützlich.

Ein kleiner Tipp zur Vorbereitung des Rohres, welches handelsüblich in gerollter Form geliefert wird: Es sollte zunächst geduldig ausgelegt werden, um die Spannung herauszubekommen. So kann später viel leichter verlegt werden.

Hindernisse überwinden

Es kann beim Ausschachten der neuen Wasserleitung im Garten zu vorhergesehenen und unvorhergesehenen Hindernissen kommen. Größere Wurzeln von flachwurzelnden Bäumen wie Kirschen zum Beispiel, können schnell zum Problem werden. Das PE-Rohr ist zwar biegsam und kann in den meisten Fällen darüber, darunter oder daran vorbeigelegt werden. Dies gelingt aber nicht immer. Manchmal muss die Wurzel durchtrennt werden um die Wasserleitung vernünftig zu legen.

Gehwegplatten und andere Gartenwege können durch Abnehmen der Platten überwunden werden.

Unebenheiten sind hingegen überhaupt gar kein Problem, denn durch die Flexibilität des PE-Rohres können diese wunderbar ausgeglichen werden.

Muss die neue Gartenwasserleitung um Ecken gelegt werden, ist dies einfach mittels Eckverbindungen realisierbar. Einfach mit einer Säge das Rohr durchschneiden, mit Eckstück verbinden und um die Ecke legen.

Tipp: Geschnittene Stücke immer mit der Feile oder Schmirgelpapier ausbessern. So passt es besser in die Verbindungsstücke und leckt nicht.

Gartenwasserleitung Entwässern – Möglichkeiten und Grenzen

Bei fehlender Entlerrung besteht im Winter immer die Gefahr, dass Frost die Wasserleitung erreicht und enthaltenes Wasser zum Gefrieren bringt. Schädigungen an Rohren und Verbindungsstücken können die Folge sein, die man im schlimmsten Fall erst viel später bemerkt. Nämlich in Form von:

  • Lecks
  • Druckabfall
  • Mangelende Bewässerungsleistung

Die Lecksuche bei undichten oder geplatzten Wasserleitungen im Garten kann mitunter ganz schön schwierig sein und muss Schritt für Schritt erfolgen um das Leck einzugrenzen. Dann muss aufgegraben werden und das geplatzte Teil ausgetauscht werden. Sehr aufwändig und anstrengend, daher sollte im Vorfeld darüber nachgedacht werden, wie man die Gartenwasserrohre frostsicher machen kann ggf. auch ohne zu entleeren.

Möglichkeit 1: Entwässerungsventil
Kann man ein zuverlässiges Gefälle beim Wasserleitungsbau implementieren, so kann am Ende der Wasserleitung einfach ein Entwässerungsventil eingebaut werden. Hierzu dann einfach Hahn öffnen und das im Rohr enthaltene Wasser läuft aus. Wo kein Wasser, da kann auch nichts platzen.

Möglichkeit 2: Kompressor

Wer kein solches Ventil hat oder es einfach standortbedingt nicht möglich ist abschüssig zu verlegen, kann im Herbst einfach die Wasserleitung mit einem Kompressor auspusten. Es bleibt hier immer ein wenig Restwasser in den Leitungen, jedoch hat dies im Zweifel genügend Platz zum Ausdehnen während des Gefrierens und kann keinen Schaden anrichten.

Möglichkeit 3: Frostschutzmittel
Ein Mix aus Wasser und Frostschutzmittel kann mit einer Pumpe durch das ganze Pipeline-System gepumpt werden wenn keine der anderen Möglichkeiten funktioniert oder anwendbar sind. Egal wieviel Restwasser dann noch in der Außenleitung verbleibt, es ist gegen Frost geschützt.

Mit einer richtig verlegten Wasserleitung kann man sich von nun an zurücklehnen und den Gartenwasseranschluss genießen. Pumpe anschließen und automatisch wässern lassen ohne einen Schlauch zu bewegen. Der Rasen bekommt vom Brunnenwasser genügend Wasser um selbst im heißen Sommer nicht zu vertrocknen, die Beete bekommen ihren Anteil am Nass und auch die Kübelpflanzen können nach Bedarf gegossen werden.