Topinambur im Garten


Wussten Sie, dass es Multitalente unter den Pflanzen gibt, die in Ihrem Garten auf keinen Fall fehlen sollten? Diese erfreuen mit einer langanhaltenden, gelben Blüte. Sie locken Bienen und andere Insekten als Obstbaum-Bestäuber an und dienen außerdem als delikates Gemüse. Eines dieser Multitalente ist der Topinambur.

Wie Sie Topinambur im eignen Garten anbauen und pflegen, erfahren Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

Der Topinambur ist ein Korbblütler, der ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammt. Seinen Namen erhielt er, als ein französischer Forscher einige Ureinwohner des indianischen Stammes Tupinambá nach Europa brachte, die man zu Unrecht mit den Knollen in den Zusammenhang brachte.

Zutreffender für den Topinambur ist der botanische Name Helianthus tuberosus, dessen erster Teil sich aus dem Griechischen ableitet und Sonne bedeutet, während der zweite Teil aus dem Lateinischen stammt und mit Knolle übersetzt wird.

Bezeichnet wird der Topinambur hierzulande im Volksmund auch als Erdsonnenblume, Erdtrüffel, Schnapskartoffel, Ross-Erdapfel oder als Ewigkeitskartoffel. Letzterem Namen entnehmen Sie, dass es um ein ausdauerndes Gewächs geht.

Kultivierung von Topinambur im Garten

Der Topinambur ist eine mehrjährige Staude und erreicht eine Höhe von bis zu drei Metern. Die aus den Knollen sprießenden Triebe sind ebenso wie die Blätter behaart. Sie verzweigen sich im oberen Teil und tragen gelbe Strahlenblüten.
Diese erscheinen im Spätsommer zwischen August und September. Da der Durchmesser der Einzelblüte, die im eigentlichen Sinne ein Blütenstand ist, nur zwischen vier und acht Zentimeter beträgt, wirkt diese eher unscheinbar.

Mehrere von ihnen vereinen sich jedoch an sogenannten Trugdolden, wodurch sich ihre Leuchtkraft um ein Vielfaches erhöht.

Der Anbau des Topinambur lohnt sich schon deswegen, weil er Ihren Garten aufgrund seiner Höhe strukturiert. Darüber hinaus setzt er durch die Farbgebung seiner Blütenkörbchen kräftige Akzente. Unter der Erde breiten sich seine Knollen als Ausläufer aus und das mitunter recht schnell. Wer die Topinamburpflanze ohne Wurzelsperre gepflanzt hat, wird sich schon bald überlegen wollen, wie er diese wieder aus dem Garten entfernen kann.

Ihre Form erinnert je nach Sorte an kleine Rüben, Kartoffeln oder Ingwer. Sie können eine violette oder hellbraune Farbe aufweisen.

Entscheiden Sie bei der Auswahl der Sorten hinsichtlich der Erntezeit sowie der Farbe und Form der Knollen nach Ihren Vorlieben. Bei der Standortwahl bedenken Sie, welche Wirkung der Topinambur erzielen soll. Ähnlich wie die Sonnenblume kann er einen Gartenraum begrenzen oder als natürlicher Sichtschutz dienen.

Im Landhausgarten macht er sich gut entlang eines Gartenzauns, über den seine leuchtenden Blütenköpfchen nicken. Überlegen Sie, ob sich der Topinambur bei Ihnen ungehindert ausbreiten darf oder ob es besser ist, ihn zu begrenzen.

In letzterem Fall verwenden Sie eine Wurzelsperre oder setzen ihn in einen Kübel. Als Mischkultur eignet er sich nur bedingt, da er das Bestreben besitzt, durch seinen Ausbreitungsdrang anderen Arten die Nährstoffe zu rauben und sie zu überwuchern. Wollen Sie ihn zu anderen Gewächsen gesellen, halten Sie ihn im Topf, den Sie ins Beet stellen.

Bereits vor dem 18. Jahrhundert war der Anbau von Topinambur beliebt, da es sich um ein anspruchsloses Gemüse handelt, das Sie leicht kultivieren können. An den Boden stellt es keine besonderen Ansprüche. Die Knollen profitieren allerdings von einem humosen, leicht sandigen Untergrund, aus dem das Schmelz- und Regenwasser schnell abziehen.

Bei langanhaltender Staunässe könnten sie verfaulen. Zwar gedeiht der Topinambur auch an halbschattigen Standorten, doch seine Blütenpracht entwickelt er vorwiegend an sonnigen Plätzen. Als Pflanzzeitpunkt eignen sich das zeitige Frühjahr und der Herbst.

Graben Sie vor dem Anpflanzen den Boden spatentief um und befreien Sie ihn von Wurzelunkräutern sowie Steinen. Arbeiten Sie dann reifen Kompost ein. Der sorgt für eine gute Nährstoffversorgung über die nächsten Wochen. Ziehen Sie den Boden mit der Harke glatt und legen Sie die Knollen im Reihenabstand von 30 bis 50 Zentimetern aus.

Der Abstand von Reihe zu Reihe sollte 60 Zentimeter betragen. Setzen Sie die Knollen jeweils nur fünf bis zehn Zentimeter tief, legen Sie diese dabei flach, so dass sich möglichst viele Verzweigungen bilden können. Bedecken Sie die Knollen im Anschluss mit Erde und drücken Sie diese leicht an. Falls der Boden stark ausgetrocknet ist, gießen Sie, um den Austrieb anzuregen.

Topinambur aus Garten entfernen und vertreiben




Wer sich des Wertes dieser tollen Pflanze mit seinen nährstoffreichen Knollen nicht bewusst ist, oder einen vielleicht verwilderten Garten übernommen hat, indem es auch Topinambur wuchert, der überlegt sich schnell Mittel und Wege diese Pflanze samt Ihrer Wurzeln aus dem Garten zu entfernen. Er breitet sich nicht aggressiv aus, neigt aber schon zum konsequenten und schnellen ausbreiten. Folgende Mittel und Wege gibt es, die Pflanze loszuwerden.

Möglichkeit 1: Konsequentes Ausgraben der Wurzelknollen
Möchte man ihn ein für allemal vertreiben, sollte man mit einem Spaten konsequent jede Knolle und jedes Wurzelgeflecht herausgraben und entsorgen. Bleibt nur eine Knolle im Boden, wächst die Pflanze weiter.

Möglichkeit 2: Wiederholtes herausreißen der Stiele
Wer immer wieder die Triebe herauszieht, kann den Topinambur vertreiben, bei guten Bodenverhältnissen aber eventuell auch nur im Wachstum begrenzen.

Möglichkeit 3: Nachträgliche Wurzelsperre
Nachträglich eine Wurzelsperre einziehen, entfernt die Pflanze zwar nicht, vermag aber das weitere Ausbreiten zu verhindern.

Möglichkeit 4: Topinambur-Pflanze umsiedeln
Eine natürliche Entfernungsmöglichkeit besteht darin die Pflanze samt Knollen auszugraben und einfach außerhalb des Gartens umzusiedeln.

Pflege und Ernte von Topinambur-Gartenpflanzen

Viel Aufmerksamkeit brauchen Sie Ihrem Topinambur in den kommenden Wochen nicht zu schenken. Macht er sich zu breit, reißen Sie die überzähligen jungen Triebe einfach heraus.
Da die Knollen flach wurzeln, gelingt ihnen dies ohne großen Kraftaufwand mit der Hand. Entfernen Sie in den ersten Wochen regelmäßig das Unkraut zwischen den Jungpflanzen, damit die Nährstoffe ausschließlich Ihrem Gemüse zur Verfügung stehen.

Später ist das Jäten nicht mehr erforderlich. Da der Topinambur ein Starkzehrer ist, gönnen Sie ihm während der Wachstumsperiode ruhig immer mal wieder eine Schicht reifen Kompost. Arbeiten Sie diesen aber nicht in den Boden ein, um die Knollen nicht zu beschädigen.

Alternativ verwenden Sie einen anderen organischen Dünger, beispielsweise eine Brennnesseljauche, die obendrein das Immunsystem des Topinamburs schützt. Falls Sie das Hauptaugenmerk auf die Ernte des Gemüses legen, häufeln Sie die Reihen während der Wachstumszeit mehrmals an. Dann bilden sich ähnlich wie bei Kartoffeln mehr unterirdische Seitentriebe und Ihr Ertrag fällt höher aus.

Zusätzlich sorgen Sie für große Knollen, wenn Sie einzelne Blütenstände ausbrechen. Dann steckt der Topinambur seine Kraft vermehrt in das Knollenwachstum. Den Hauptzuwachs in der Größe und Anzahl der Knollen erkennen Sie ab Beginn des Sommers.

Überall rund um die Mutterpflanzen treiben kleine grüne Stängel aus, die Sie bis zum Herbst stehen lassen sollten, sofern diese Sie nicht behindern. Ab November entscheiden Sie, welche Knollen sich auch in der kommenden Saison entwickeln sollen. Alle anderen entnehmen Sie.

Aus einem harten beziehungsweise lehmigen Untergrund graben Sie das Gemüse vorsichtig mit dem Spaten oder der Grabgabel aus. Achten Sie darauf, die Knollen dabei nicht zu beschädigen. In lockerer Erde ist das Beernten der Gewächse kein Problem.
Packen Sie die dünnen Triebe rund um die Mutterpflanze und reißen Sie diese samt Knollen heraus. Auch einzelne Knollen können Sie von einem Topinambur abnehmen, um zu verhindern, dass sich die Reihen allzu stark verdichten.

Noch vor dem Winter fallen die Blätter ab und die Triebe trocknen ein. Dann sollten Sie diese zurückschneiden. Diese Maßnahme erleichtert Ihnen die Ernte, die ganz nach Bedarf den gesamten Winter über anhalten darf.
Nehmen Sie jeweils nur so viele Knollen aus der Erde, wie Sie gerade benötigen. Ein besseres Lager als direkt im Beet gibt es für den Topinambur nämlich nicht. Er zählt zu den frostharten Gewächsen. Sollten die Knollen doch einmal gefrieren, tauen sie wieder auf und können weiterverwendet werden.

Ist damit zu rechnen, dass der Boden gefriert, ernten Sie noch vorher einen kleinen Vorrat, weil Sie mit dem Spaten für eine gewisse Zeit nicht in die Erde dringen können.
Bewahren Sie die Knollen im Gemüsefach ihres Kühlschranks auf oder in einem dunklen, kühlen Raum, beispielsweise im Keller. Umgehen können Sie die Einlagerung, wenn Sie auf dem Boden oberhalb der Topinamburknollen eine Schicht Stroh oder Laub auslegen.

Schützen Sie diese vor dem Verwehen, indem Sie sie mit den abgeschnittenen Trieben des Topinamburs oder mit Reisig abdecken.

Anfällig gegen Schädlinge und Krankheiten ist der Topinambur nicht. In feuchten Sommern kann gelegentlich der Falsche Mehltau auftreten, der den Ernteertrag jedoch nicht mindert. Damit sich die Pilzsporen nicht auf andere Gewächse ausbreiten, nehmen Sie die befallenen Pflanzenteile ab und entsorgen sie über den Hausmüll. Müssen Sie mit einem stärkeren Vorkommen an Wühlmäusen in Ihrer Region rechnen, dann fassen Sie die jungen Knollen vor dem Einpflanzen in kleinmaschigen Draht ein. Sonst werden diese Opfer des gefräßigen Ungeziefers.

Eigenen Topinambur vermehren und anziehen

Entnehmen Sie bei der Ernte nicht die Mutterknollen, damit diese im kommenden Frühjahr wieder austreiben. Nach einigen Jahren sollten Sie Ihren Topinambur an einen anderen Standort verpflanzen oder sich neue Topinamburpflanzen anziehen. Im Laufe der Zeit neigt der Topinambur nämlich zur Faulheit beim Blühen und seine Knollen wachsen nicht mehr so gut.

Vermehren Sie das Gemüse, indem Sie die im Frühjahr oder Herbst gewonnenen Knollen direkt an den neuen Standort setzen. Diesen lassen Sie dieselbe Pflege zukommen wie den alten Knollen. Diese Pflanze ist relativ leicht zu vermehren. Es sind kaum Vorkenntnisse notwendig. Passt der Standort, wächst sie von ganz alleine.

Verwendung von Topinambur in der Gartenküche

Die Knollen des Topinamburs können Sie vielseitig verwenden, beispielsweise in der Küche. Die Zubereitung erfolgt mit oder ohne Schale, denn sie ist dünn und kann verzehrt werden.

Entweder kochen Sie die nussig schmeckenden Knollen in Salzwasser und verwenden sie als Beilage. Oder Sie pürieren diese nach dem Kochen zu einer Suppe, die Sie ganz nach Belieben verfeinern. Gießen Sie einen Großteil des Kochwassers zuvor ab, da die Knollen von Natur aus vergleichsweise viel Wasser enthalten.

Im Sommer kann man den Topinambur auch grillen. Er schmeckt herrlich kross und bietet selbst dann noch viele Nährstoffe.

Eine andere Möglichkeit zur Verwendung von Topinambur besteht darin, die Knollen zu frittieren oder sie roh zu verzehren. Aus ihnen lässt sich beispielsweise ein leckerer Salat zubereiten, den Sie nach Geschmack mit weiteren Gemüsen, Gewürzen und Kräutern ergänzen und mit Öl beziehungsweise einem Dressing marinieren.

Da der Topinambur im Gegensatz zur Kartoffel keine Stärke enthält, dafür aber den Mehrfachzucker Inulin, stufen Experten die Knollen als gesundheitsfördernd ein. Der wertvolle Inhaltsstoff wird nämlich nicht im Magen verdaut, sondern gelangt bis in den Dünndarm, wo er die guten Bakterien mit Nahrung versorgt und sie zur Vermehrung animiert. Somit stärkt er die Darmflora ganzheitlich.

Ein weiterer positiver Effekt von Inulin besteht in der Sättigung, ohne den Blutzucker ansteigen zu lassen. Deswegen ist das Gemüse auch für Diabetiker geeignet. Wussten Sie, dass Sie den Saft der Knollen auspressen und ihn als gesundes Süßgetränk zu sich nehmen können, das Ihnen beim Abnehmen hilft?

Wird der Saft eingedickt, entsteht aus ihm ein Sirup, der sich zum Süßen von Speisen eignet. Nicht unterschätzen sollten Sie beim Topinambur den Gehalt an Vitaminen, insbesondere A, B, C und E. Ebenso enthält er die Mineralien Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Kupfer, Natrium und Kalzium sowie hochwertige Linol- und Linolensäuren. Gründe für den Verzehr von Topinambur gibt es also genug.

Falls Sie ein empfindliches Magen-Darm-System haben, beginnen Sie am besten vorsichtig und steigern die Portionen allmählich. In der Anfangszeit können Blähungen und Völlegefühl auftreten, weil die Fermentierung erst im Dickdarm beginnt. Mit Blutwurz angesetzt dient der Topinambur als Tinktur bei Magenverstimmungen und Durchfällen. Seine Bitterstoffe können den Gallenfluss anregen.

Gehören Sie zu den Klein- oder Nutztierbesitzern, können Sie sämtliche Pflanzenteile auch verfüttern. Die Triebe und das Blattwerk dienen besonders in langanhaltenden Trockenperioden und im Herbst als hochwertiges Grünfutter, wenn das Gras auf den Wiesen knapp wird.