Schattengarten anlegen


Wer einen Garten schön anlegen möchte, denkt oftmals daran, dass die meisten Pflanzen und Blumen ja wohl viel Sonne brauchen. Ein Schattengarten kann ja nichts sein oder? Falsch gedacht, denn ein spezielles Spiel zwischen Licht und Schatten auf der einen Seite und der Reiz schattenliebender Gewächse auf der anderen Seite zusammen mit einem kühlen Rückzugsort an heißen Sommertagen macht die Faszination einen Schattengartens aus.

Kennen Sie folgendes Problem? Im Sommer, wenn die Sonne den Rasen verbrennt und Sie unter dem Schirm auf der Terrasse schwitzen, wünschen Sie sich einen luftigen, kühlen Ort, an dem Sie entspannen können. Vielleicht wäre direkt neben der Hecke zum Nachbargarten dazu die Gelegenheit oder unter den alten Obstbäumen, die im hinteren Gartenteil stehen.

Doch irgendwie erscheinen Ihnen beide Bereiche zu ungemütlich, weil die passenden Sitzgelegenheiten fehlen oder weil sie langweilig und kahl wirken. Wenn im Herbst die Pflanzzeit beginnt, haben Sie die gerade noch präsente Idee von der Gartenumgestaltung längst wieder vergessen. Im kommenden Jahr sehnen Sie sich erneut nach einem lauschigen Plätzchen im Schatten. Und warum erwecken Sie Ihren Traum vom Schattengarten nicht endlich zum Leben? Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen.

Die Anlage eines Schattengartens

Wenn Sie ganz neu anlegen möchten, entwerfen Sie Ihren Plan vom Schattengarten zunächst auf dem Papier. Dann ersparen Sie sich unnötige Arbeit durch das Umsetzen von Pflanzen, weil Sie im Nachhinein zusätzliche Wege planen, Stühle, Tische oder Bänke aufstellen oder Skulpturen in die Beete integrieren wollen.

Verlieren Sie beim Skizzieren nicht die Proportionen aus dem Auge, denn nur wenn diese aufeinander abgestimmt sind, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Bedenken Sie, dass geschwungene Formen die Natur am besten nachahmen, im formalen Garten neben dem modernen Haus aber fehl am Platze wirken können. Entscheiden Sie sich in letzterem Fall besser für gerade Linien, es sei denn, Sie möchten gezielte Stilbrüche einbringen.

Wählen Sie im Anschluss die zu verwendenden Materialien aus, erkundigen Sie sich über Vor- und Nachteile.

Mediterraner Schattengarten

In den mediterranen Garten passen am besten Ton und Natursteine, in den modernen Garten fügt sich Edelstahl gut ein. Mulch ist als Belag für den Weg im Schatten günstig, weil das Naturmaterial einige Jahre hält, bevor es verwittert und Regenwasser von ihm gut ablaufen kann. Im Gegensatz zu Steinen setzt Mulch keine Moose und Flechten an, so dass Sie bei nassem Wetter nicht ausrutschen. Selbstverständlich können Sie auch andere Materialien wählen, beispielsweise Kies, Splitt oder Pflastersteine.

Letztere sollten eine matte Oberfläche besitzen, die Ihren Füßen einen ausreichenden Halt bietet. Falls Sie Rankgerüste aufstellen, bringen Sie diese an stabilen Pfosten an. Graben Sie Hölzer nie direkt in den Boden ein, weil gerade im Schatten die Erde ständig feucht ist. Das Holz würde faulen, so dass Sie es schon bald ersetzen müssten. Verwenden Sie T-Träger.

Entnehmen Sie Bodenproben und schicken diese in ein Labor ein, das Ihnen in Kürze die Bodenwerte mitteilt. Diese erleichtern Ihnen die spätere Pflanzenauswahl. Stecken Sie die einzelnen Zonen in Ihrem Schattengarten mit der Pflanzschnur ab. Runde Formen markieren Sie am einfachsten mit einem ausgerollten Gartenschlauch. Wenn Sie klare Abgrenzungen bevorzugen, setzen Sie entlang der Pflanzschnur Kantsteine an den künftigen Beeträndern. Die machen vor allem dann Sinn, wenn sich an die Beete eine Rasenfläche anschließt, denn sie verhindern das Hineinwachsen der Gräser in die Pflanzen.

Falls Pflasterarbeiten vorgenommen werden sollen, ist jetzt der günstigste Zeitpunkt hierfür. Sie brauchen auf keinerlei Gewächse Rücksicht nehmen. Graben Sie im nächsten Schritt den Boden Ihrer Beete tiefgründig um und entfernen Sie alle Wurzelunkräuter sowie Steine. Damit die Erde eine feinkrümelige Struktur erhält, zerkleinern Sie die Erdschollen mit der Harke. Falls Ihr Boden zur Staunässe neigt, bessern Sie ihn mit Kompost, Kies oder Sand auf. Dann wird es Zeit, die passenden Pflanzen zu besorgen.

Ideen für einen tollen Schattengarten

Geschmacklich unterscheiden sich Gärtner oftmals sehr stark voneinander. Ein paar schöne Ideen für den eigenen Schattengarten haben wir hier einmal zusammengestellt.

Idee 1: Texturen und Strukturen kombinieren
Mit der Auswahl von Pflanzen, die sehr unterschiedliche Blattformen besitzen, haben Sie die Möglichkeit zusammen mit Steinen und Findlingen einen sehr atemberaubenden Kontrast zu schaffen, der ein Blickfang in jedem schattenähnlichen Gartenbereich darstellt. Man schafft dadurch Lebhaftigkeit und Abwechslungsreichtum.

Idee 2: Faszinierender Blattschmuck statt Blumen
Eine weitere gute Idee ist es sich nicht immer nur von tollen Blüten blenden zu lassen, die ohnehin nur ein paar Wochen im Jahr zu sehen sind. Blattschmuck in verschiedensten Formen und Grün-, Rot- und Gelbtönen hingegen kann ebenso lebendig und auffällig aussehen.

Idee 3: Wege aus Mulch statt Platten
Steinwege neigen zum vermoosen in dunklen Gärten, was schon den ein oder anderen hat ausrutschen lassen. Setzen Sie daher besser auf Mulchwege, die nicht rutschig werden.

Idee 4: Wasserspiele und Teiche
Wasserspeiende Skulpturen, Garten(zier)brunnen und ähnliche Wasserspiele können ebenso im schattigen Garten eingesetzt werden. Nutzen Sie diese Chance und kombinieren Sie einen Wassergarten mit einem Schattengarten.

Idee 5: Versteckte Sitzplätze
Nichts geht über einen schattigen Sitzplatz bei richtig heißen Temperaturen im Sommer. Planen Sie eine versteckten und vollschattigen Sitzplatz und Bäumen oder Gehölzen ein. Hier könnte zum Beispiel eine Sitzbank, ein Tisch oder eine Liegefläche entstehen.

Idee 6: Steine gezielt nutzen
Findlinge, Steinbeete und Anlagen in Steingestaltung können vor allem in sehr dunklen Bereichen geschickt eingesetzt werden. Dekorative Geltung kommen so wunderbar zur Geltung.

Für einen schattenreichen Garten gelten ansonsten die gleichen Tipps, die wir in unserem Beitrag Gartengestaltung unter Bäumen bereitgestellt haben.

Pflanzen für den Schattengarten




Wer viel Schatten im Garten hat, sei es hinter dem Haus oder aufgrund von hohen Bäumen in der Nähe, die kaum direktes Sonnenlicht zulassen, sollte sich mit den passenden Schattengewächsen auseinandersetzen. Zeit die richtigen Pflanzen für den schattigen Garten auszusuchen. Also welche Gräser, Blumen oder Stauden eignen sich für ein Schattenbeet?

Wo Bäume, Hecken oder Mauern einen Schlagschatten werfen, gedeihen sonnenhungrige Pflanzen nur spärlich. Das liegt daran, dass sie ausreichend Sonnenlicht benötigen, damit bei Ihnen die Photosynthese funktioniert.
Die sogenannten Halbschatten- und Schattengewächse zeigen sich hingegen genügsamer. Sie nehmen schattige Standorte nicht nur in Kauf, sondern bevorzugen diese sogar. Ein allzu starkes Sonnenlicht würde ihre Triebe verbrennen.

Tipp: Achten Sie daher bei der Auswahl der Pflanzen für schattige und halbschattige Bereiche unbedingt auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Art.

Zudem sollten Sie nur diejenigen für Ihren Schattengarten verwenden, die mit den vom Labor mitgeteilten Bodenverhältnissen, der Feuchtigkeit im Boden, den klimatischen Bedingungen, Ihrem Gartenstil und Ihren besonderen Vorlieben zusammenpassen. Bedenken Sie, dass Blattfarben und -formen sowie Blütenfarben im gedämpften Licht des Schattens anders zur Geltung kommen als in der prallen Sonne.

Setzen Sie auf sanfte Töne und auf beruhigende Pastellfarben, um Wirkung im Schattengarten zu erzielen. Beginnen Sie mit der Gestaltung des Hintergrundes und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt nach vorn weiter. Begrünen Sie nackte Wände und Mauern, indem Sie diese von Immergrünen erklimmen lassen, beispielsweise vom schnell wachsenden Efeu.

Gegenüber einer Hecke aus Lebensbäumen spart er genauso wie andere Rankgewächse Platz, da rankende Pflanzen nicht so sehr in die Breite wachsen. Setzen Sie wenige freistehende Gehölze davor, je nach Platzangebot entweder als Solitäre oder in der Gruppe. Zu empfehlen sind unter anderem:

Diese bieten Wildvögeln im Gegensatz zu Zypressen im Herbst und Winter wertvolle Nahrung. Spielen Sie mit der Höhenstaffelung unterschiedlicher Gehölze, um Lockerheit ins Spiel zu bringen.

Unterpflanzen Sie diese mit Blattschmuckstauden wie:

  • Funkien
  • Bergenien
  • Frauenmantel

Ideen für blühende Stauden für Schattengärten

Viele Schattengewächse präsentieren bunte Blattfarben, ungewöhliche Blattformen und -strukturen. Setzen Sie Akzente, indem Sie helles Laub mit dunklem ergänzen und behaarte Blätter mit silbrig glänzenden sowie matten abwechseln. Dazu passen ein paar bunte Farbtupfer, die den Schattengarten zum Leuchten bringen, gern in derselben Farbe.

Wie wäre es zum Beispiel mit ausschließlich weißen Blüten wie denen der Hortensie Weiße Annabell, der Sterndolde oder dem Waldmeister? Sollten Sie anstelle von Pflanzengruppen lieber ein Staudenbeet im Schatten anlegen wollen, gestalten Sie es ebenfalls abwechslungsreich.

Ergänzen Sie Fuchsien, Silberkerzen, Akelei, das Fleißige Lieschen, Krötenlilien, das Tränende Herz sowie den Storchschnabel mit Gräsern und Farnen, damit Ihr Staudenbeet Schwung und Leichtigkeit erhält.

Damit bereits im zeitigen Frühjahr etwas in Ihrem Staudenbeet blüht, setzen Sie Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Winterlinge.

Wussten Sie übrigens, dass Sie im Schatten auch Kräuter und andere Nutzpflanzen anbauen können? Beinwell, Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel und Bärlauch sind nur einige von ihnen.
Selbst Erdbeeren können Sie in Ihrem Schattengarten ernten, allerdings müssen Sie sich für die Walderdbeeren entscheiden. Diese wachsen wie alle Wildformen am liebsten unter lichten Gehölzen. Zwar sind ihre Früchte verhältnismäßig klein, dafür schmecken sie besonders aromatisch.

Walderdbeeren gehören zu den Mehrjährigen, die sich über Ausläufer vervielfachen. Sie brauchen sich um die Anzucht beziehungsweise den Neukauf und die wiederholte Pflanzung also keine Gedanken machen. Schon nach einigen Jahren bedecken die sattgrünen Blätter Ihrer Walderdbeeren den gesamten Boden des Schattengartens, falls Sie nicht eingreifen. Doch wer kann von den leckeren Früchten schon genug bekommen?

Bodendecker und Rasen im Schattengarten anlegen – So geht’s

Den Übergang zu den anderen Gartenbereichen kann eine Rasenfläche schaffen. Normalerweise gedeiht Rasen am besten in der Sonne. Doch wenn Sie eine Sorte für schattige Bereiche wählen, gibt es keine Probleme. Lesen hierzu auch unseren Beitrag über Schattenrasen anlegen.
Der Trick bei der Sache ist im Grunde, dass man den Schattenrasen schon ganz früh im Jahr einsät, da hier die umliegenden Bäume noch wenig Blätter haben und kaum Schatten werfen. So hat der neue Rasen Zeit sich zu entwickeln. Wer dann noch vorher Bodenverdichtungen entfernt, kalkt und düngt, kann auch an schattigen Plätzen ein dichtes Grün bekommen.

In Kombination kann der Rasen mit schattenverträglichen Bodendeckern kombiniert werden um auch an vollschattigen Standorten des Gartens Alternativen zu Moosbewuchs zu haben. Manche bilden flächendeckende grüne Polster und blühen zu gegebener Zeit exorbitant. Aber auch immergrüne Decker finden in Schattengärten Anwendung.

Pflege des Schattengartens – pflegeleicht und schön

Die Pflege Ihres Schattengartens gestaltet sich einfacher als Sie denken. Der Boden trocknet nur selten aus, so dass Sie sich viel Gießarbeit ersparen. Lediglich Gewächse unterhalb eines Dachüberstandes müssen Sie gießen, wenn die Erde ausgetrocknet ist. Entfernen Sie gerade in der Anfangszeit, in der die Pflanzen ihr Wurzelwerk erst entwickeln, regelmäßig alle Beikräuter.

Jäten Sie mit der Hand oder mit der Hacke. Tiefwurzler wie Löwenzahn entfernen Sie am besten mit dem Unkrautstecher. Lockern Sie nach einem Regenguss den Boden auf, damit er nicht zu stark verdichtet. Sie vermeiden durch das Auflockern außerdem, dass sich Moose auf der Fläche Ihres Schattenbeetes ansiedeln. Zu tief hacken sollten Sie die Erde nicht, wenn Blumenzwiebeln im Boden stecken. Die ziehen sich nach der Blüte bis zum Sommer in die Erde zurück und lassen sich nicht ohne Weiteres erkennen. Beschädigen Sie die Zwiebeln, bleibt die Blüte im kommenden Jahr aus.

Versorgen Sie Ihre Pflanzen im Frühjahr mit Kompost, das erspart Ihnen den Einsatz chemischer Dünger. Falls Sie Ihre Gewächse zusätzlich mit Nährstoffen versorgen wollen, wählen Sie einen Dünger, dessen Zusammensetzung auf die jeweilige Pflanzengruppe abgestimmt ist. So kommen im Schattengarten insbesondere Dünger für Rhododenren und Hortensien zum Einsatz, weil dieser den pH-Wert leicht senkt.

Viele Schattengewächse bevorzugen einen leicht sauren Boden, beispielsweise das Alpenveilchen und die Azaleen. Von Ihren Blütenpflanzen im Schattengarten schneiden Sie Abgeblühtes regelmäßig ab oder kneifen Sie es aus. So besteht die Chance, dass einige Gewächse ein zweites Mal blühen. Ohne diese Maßnahme würden die Pflanzen ihre Energie in die Bildung von Samen stecken, die Sie aber nicht wünschen.

Es sei denn, Sie möchten Ihre Lieblingspflanzen vermehren. Beim Rückschnitt von Gehölzen achten Sie darauf, wann diese blühen. Diejenigen, die im zeitigen Frühjahr Blüten tragen, nehmen Sie direkt nach der Blüte zurück. Bei den anderen warten Sie das kommende Jahr ab. Schneiden Sie sie, bevor sie austreiben und zwar an einem frostfreien Tag.

Hier noch ein paar Impressionen und Eindrücke im Video von verschiedensten Schattengärten und Anlagen.