Igel im Garten – Ein Held mit Stacheln


Wir haben in unseren Gärten so viele kleine und größere nützliche Helfer sowie Helden im Garten, dass wir Ihren Nutzen mittlerweile leider gar nicht mehr zu schätzen wissen. Heute wollen wir uns einmal den Igel genauer anschauen und herausstellen warum es so nützlich sein kann so einen kleinen Artgenossen im heimischen Garten zu haben.

Igel verlagern ihren Lebensraum zunehmend in Gärten und Siedlungen, und das oft auch zur Freude der Gartenbesitzer. Er ist ein gern gesehener Gast im Garten, denn zu seiner Nahrung zählen Schnecken, Spinnen und Insekten. Grund genug um artgerechte Lebensbedingungen für den Igel im eigenen Garten zu schaffen. Mit einigen leichten Vorkehrungen kann jedermann seinen heimischen Garten igelfreundlich gestalten und so den stacheligen Tierchen einen natürlichen Lebensraum bieten.

Sie zahlen es durch Ihre nützlichen Funktionen Nacht für Nacht zurück, wie zum Beispiel:

  • Das Vertilgen von Schädlingen
  • Fressen von Nacktschnecken
  • Vernichten Eulenfalterraupen (gefürchtete Schädlinge und der Albtraum eines jeden Gärtners)
  • Verspeisen von Insekten

Arten und Besonderheiten von Igeln

Um die Besonderheiten des Igels zu verstehen zunächst einige Infos zu den Tieren.
Die häufigsten Igelarten in Europa sind der Braunbrustigel und der Weißbrustigel. Diese beiden Arten zu Unterscheiden fällt sehr leicht, denn sie haben im Brustbereich eine unterschiedliche Fellfarbe.

Ansonsten sind sie sich im Verhalten und in der Biologie sehr ähnlich.
Der Igel ist ein Insektenfresser und er ist gerne gerne in Wäldern unterwegs. In den letzten Jahren ziehen die Igel sehr gerne in besiedelte Gärten den hier finden sie günstige Bedingungen zum leben. Sie präferieren ruhige Bereiche, die nicht allzu feucht sind. So suchen sie gerne Unterschlupf in Hecken, Laubhaufen, Holzstapeln oder Kompostern / Komposthaufen.

Der durchschnittliche Igel in Deutschland ist ca. 30 cm lang und wiegt knapp 1000 Gramm. Das Gewicht kann stark variieren, daher braucht man nicht gleich in Panik verfallen, wenn man einen leichteren Igel findet. Besonders nach dem Winterschlaf sind die Fettreserven des Igels aufgebraucht und der Igel kann nur knapp 400 Gramm wiegen.

Tagsüber sieht man die Igel selten, denn sie sind nachtaktiv und begeben sich während der Nacht auf Futtersuche. Mit Hilfe ihres ausgeprägten Geschmacks- und Geruchssinns finden sie nachts ihre Nahrung.

Die größten Gefahren und Feinde für den Igel in heimischen Gärten

Infografik zum Mitnehmen

Infografik Igel – Held des Gartens

Leider sind die natürlich und unnatürlichen Feinde und Gefahren für Igel nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, sie sind größer und umfangreicher als jemals zuvor. Aber jeder Gärtner kann seinen Beitrag dazu leisten, die Risiken und Gefahren der kleinen Stacheltiere klein zu halten.

Straßenverkehr / Autos
Oft genug sieht man Igel am Straßenrand liegen. Leider haben die Igel kaum eine Chance wenn sie eine Straße überqueren möchten. Hier kann man nur helfen indem man aufmerksam fährt und sich besonders in Wohnsiedlungen an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält.

Natürliche Feinde
Fuchs und Dachs sind die großen natürlichen Feinde für den Igel, denn der Igel steht bei diesen Wildtieren auf dem Speiseplan. Gelegentlich können Sie auch durch Hunde getötet werden.

Gartengeräte
Laubsauger, Rasenmäher und Kantenschneider sind nur einige Beispiele an Gartengeräten mit denen man den Igeln schaden kann. Igel schlafen häufig tagsüber im Laub, im Gebüsch oder im hohen Gras und werden bei der Gartenarbeit schnell übersehen und anschließend durch die Geräte verletzt oder getötet. Man sollte daher immer vorher nachsehen, ob sich ein Igel im Gras oder Gebüsch versteckt. Am besten ist es natürlich so weit es geht auf die gefährlichen Geräte zu verzichten.

Beim Laubsauger besteht weniger die Gefahr des Verletzens, jedoch wird wichtige Nahrung des Igels weggesaugt. Sollte man nicht auf den Laubsauger verzichten, sollte man die Blätter unter Hecken blasen, so das der Igel dort weiterhin seine Nahrung finden kann.

Gifte
Chemischer Dünger und Pflanzenschutzmittel können den Igel und andere Lebewesen töten. Daher sollte man zum Schutze des Igels auf natürlichen Dünger zurückgreifen.

Abstürzen und Ertrinken

Ein Igel kann leicht in Gartenteichen und Pools ertrinken. Es ist daher ratsam eine Aufstiegsmöglichkeit in das Wasser zu legen. Ein Brett kann hier schon leben retten und dem Igel helfen wieder hinauszuklettern. Abstürzen können Igel leicht in Schächte. Diese sollte man mit sehr engmaschigem Draht sichern.

Igel überwintern – Tipps für Winterschlaf und Winterquartier

Im Herbst, ca. ab Mitte Oktober, finden die Igel draußen weniger Nahrung und sie schauen sich um für ein passendes Winterquartier.

Vorher haben sie im Idealfall ordentlich an Gewicht zugelegt um gesund den Winter zu überstehen. Mit einigen Handgriffen kann man dem Igel aber auch beim Überwintern helfen und ihn fit für den Winter machen.

Der Igel überwintert gerne in Reisighaufen, einem Gemisch aus Laub und Hölzern. Ein alleiniger Laubhaufen ist ihm in der Regel zu wenig. Die besten Nester für den Winterschlaf findet der Igel im Naturgarten bzw. nachhaltig geführten Biogarten, weshalb jeder Gartenbesitzer auch einen Teil seines Gartenreiches als Naturgarten belassen sollte, sofern er die Möglichkeit dazu hat.




Unter Hecken im Laub und Reisig, in totem Holz oder in Erdmulden zieht er sich gerne zurück. Wer in seinem Garten den Tieren einen geeigneten Platz bieten will, der baut einen Reisighaufen und schützt die Basis mit Steinen. Wer seinen Garten im Herbst nicht allzu sehr aufräumt und natürliche Unterschlüpfe belässt der schafft die besten Voraussetzungen für einen Igel zum Überwintern im Garten.

Hier ein paar Ideen und Tipps wie man ein perfektes Igel Winterquartier schnell selber erstellen kann.

Idee 1: Versteck im Laub

Da ein einfacher Haufen Laub nicht ausreicht, muss etwas Festeres her. So kann man zum Beispiel mit einem Drahtgeflecht einen bestehenden Laubhaufen überspannen und im Boden fest verankern. Darüber wird nun Reisig gestreut und eine seitliche Öffnung installiert.

Idee 2: Hecke als Quartier nutzen

Wer eine Hecke im Garten hat, braucht gar nicht mehr allzuviel tun um einen schickes Winterquartier für dieses nützliche Tier zu schaffen. Vor und unter der Hecke einfach noch ein paar Haufen Laub liegen lassen und fertig ist das windgeschützte Winterversteck.

Idee 3: Loch in die Erbe graben

Mit dem Spaten ist einer windgeschützten Ecke des Garten schnelle eine kleine Erdmulde ausgegraben. Diese wird jetzt noch gemütlich mit Laub und Moos ausgelegt. Das ganzen dann noch mit Reisig abdecken und etwas Laub oben drauf, fertig.

Idee 4: Eigenes Igelhaus

Zusätzlich kann man dem Igel jedoch ein Igelhaus zur Verfügung stellen. Dieses wird für die verschiedensten Zwecke vom Igel gerne angenommen. Man kann sie fertig im Fachmarkt kaufen, online bestellen oder in der DIY Variante einfach selbst bauen.

Igelhaus bauen selbst gemacht

Der Igel zieht sich sehr gerne im Garten zurück und er liebt dabei natürliche Unterschlüpfe wie Laubhaufen, zwischen Holzbrettern, Komposthaufen oder Höhlen.

Man kann den Igeln aber zusätzlich beim Nestbau helfen, indem man ihnen ein Igelhaus im Garten zur Verfügung stellt. Das Igelhaus bauen ist einfach und selbst für Laien zu bewerkstelligen.

Es sollte mindestens 30cm x 30 cm groß sein und ebenfalls über 30 cm Höhe verfügen. Wichtig ist ein Labyrinth ähnlicher Eingang, damit das Haus vor Feinden, wie zum Beispiel Katzen geschützt ist.

Als Material kann man Stein oder Holz nehmen. Als Steine eignen sich einfache Beton oder Ziegelsteine und das Dach kann dabei auch ein Holzbrett sein. Solch ein Steinhaus ist sehr einfach hergestellt. Fast jeder Hausbesitzer hat im Garten noch alte Ziegelsteine liegen, die so sinnvoll Verwendung finden.

Entscheidet man sich für ein selbstgebautes Holz Igelhaus, dann kann man einfache Dachlatten und Holzbretter aneinander schrauben. Damit das Holz geschützt ist sollte man es ganz natürlich mit Leinöl einstreichen.

Hat man keine Zeit und Lust selbst eine Igel Unterkunft zu bauen, dann gibt es auch sehr gute Fertighäuser zu kaufen. Auch diese eignen sich als Tagesschlafplatz im Sommer, als Futterhaus oder Winterquartier.

Egal ob gekauftes Fertighaus oder selbstgebautes Igelhaus, wichtig sind die Isolierung von Außen und der Untergrund.

Igelhaus Innenraum

Der Innenraum sollte mit Stroh und trockenem Laub gefüllt sein. Heu eignet sich als Innenleben für das Igelhaus weniger, da es Feuchtigkeit aufsaugt und dann rasch schimmelt. Von Außen sollte man die Igel Hütte mit natürlichen Materialien bedecken. Es eignen sich Stöcker, Zweige, Laub und Reisig. So hat man eine natürliche Isolation geschaffen und dem Igel eine schöne Höhle gebaut.

Der richtige Standort für ein Igelhaus

Besonders wenn das Igelhaus für den Winterschlaf genutzt wird, ist der richtige Standort endscheidend. Das Haus muss an einem ruhigen Ort stehen. Der Igel sollte nicht durch laute Geräusche bei der Gartenarbeit gestört werden, sonst besteht die Gefahr, das er aufwacht.

Außerdem sollte es vor Wind und Nase geschützt stehen. Der Eingang sollte nach Süd-Ost abgewandt sein. Sehr gut ist ein Igelhaus geschützt in einer Hecke.

Bauanleitung für eine Igelherberge im Video

 

Igel füttern Ja oder Nein

Wenn ein Igel im Garten gesichtet wird, dann fragen sich viele Gartenbesitzer, ob sie den Igel füttern sollen. Im Herbst, vor dem Winterschlaf kann das Igel zufüttern tatsächlich sinnvoll sein, jedoch sollte man dabei auf geeignetes Igelfutter zurückgreifen.

Folgende Dinge kann man dem Igel zum fressen anbieten:

  • Katzenfutter
  • spezielles Igel Trockenfutter
  • Hundefutter (nur bedingt, nicht jedes)
  • Weizenkleie
  • Haferflocken
  • ungewürztes angebratenes Hackfleisch
  • ungewürztes Rührei

Sehr gut ist eine Mischung aus dem oben genannten. Dieses kann man in einer flachen Schale in den Garten stellen.

Die in diesem Beitrag verfügbare Infografk zeigt weiterhin, welches Mindestgewicht ein Baby-Igel haben muss um alleine überlebensfähig zu sein. Wer ggf. ein alleingelassenes oder verletztes Igeljunges findet, der dieses Mindestgewicht nicht erreicht, kann eine Zufütterung in Erwägung ziehen oder sich an eine örtliche Auffangstation wenden.

Dieses Futter hingegen schadet hingegen den Igeln:

Milch sollte den Igeln nicht gegeben werden. Igel vertragen keine Milch und bekommen häufig Durchfall, der bis zum Tode führen kann. Igel essen ebenfalls kein Obst.

Leider kann man die Igel nicht immer beim fressen beobachten, jedoch des Nachts öfter mal laut Schmatzen hören. Sollte am nächsten Morgen die Schale leer sein, können sich selbstverständlich auch andere Tiere bedient haben.

Sollte der Futternapf im Spätherbst immer noch regelmäßig geleert werden, ist es unwahrscheinlich das hier ein Igel futtert. Bei anhaltenden Temperaturen unter 6 Grad sind diese meistens schon im Winterschlaf.

Wenn man wissen möchte, wer das leckere Futter frisst, hilft nur eine Beobachtung. Da man sich aber wahrscheinlich nicht die ganze Nacht auf die Lauer legen möchte kann man eine Wildtierkamera aufstellen. Diese Investition lohnt sich allemal, denn man kann nicht nur Igel beobachten. Es ist oft erstaunlich zu sehen wer sich nachts im Garten herumtreibt.

Kranke und unterernährte Igel im Garten gefunden

Wenn man einen verletzten oder sehr leichten ( unter 400 gr ) Igel gefunden hat, sollte man diesem helfen. Es gibt in nahezu jeder größeren Stadt eine Igelstation / Auffangsstation. Diese Auffangstation ist der ideale Ort um Hilfe für einen verletzten Igel zu bekommen. Hier arbeiten Menschen, die sich mit den Tieren auskennen und sie können dort auch von Tierärzten untersucht werden.

Ein verletztes Exemplar sollte immer zu solch einer Notunterkunft gebracht werden. Wenn das Tier dort wieder gestärkt worden ist, kann man sie wieder umsiedeln. Man sollte sie jedoch immer wieder in ihren alten Lebensraum, dort wo man sie gefunden hat, zurückbringen.
Findet man im Herbst unterernährte Tiere, kann man zunächst versuchen diese zu füttern.