Gemüse auf der Terrasse pflanzen


Herrliches Grün genießen und dabei noch das eigene Gemüse anbauen und beim Wachsen zusehen, das ist für viele ein regelrechter Traum. Man wird nicht ein Stück Selbstversorger sondern kann stolz sein verschiedenste Gemüsesorten aus eigenem Bioanbau zu genießen. Leider hat nicht jeder den Platz oder die räumlichen Möglichkeiten für den Gemüseanbau. Wer keinen oder nur einen sehr kleinen Garten respektive Vorgarten hat, der muss wohl oder übel auf den Anbau verzichten. Es sei denn er hat eine Terrasse.

Eine Terrasse, sei sie auch noch so klein, eignet sich eben nicht nur zum gemütlichen Sitzen, Dekorieren oder Blumen anpflanzen, sondern auch zum Anpflanzen von Gemüse aller Art. In diesem Beitrag möchten wir allen Lesern, die keinen richtigen Garten haben, einfache Tipps und Gemüsesorten für Anfänger an die Hand geben, damit jedes Jahr wieder ein garantierter Ernteerfolg zu erwarten ist. Selbst wenn es mit einer Sorte Gemüse einmal nicht klappen, so kann man nächstes Jahr eine ganz andere ausprobieren.

Der Gemüseanbau auf der Terrasse hat gegenüber einem Gemüsebeet im Garten ein paar ganz entscheidende Vorteile:

  • Gemüsepflanzen sind stets im Blick, weil sie direkt zugänglich sind. Ein umständlicher Weg in den Garten macht man dann doch seltener als auf die Hausterrasse zu schauen.
  • Auf der Veranda kultivierte Gemüsesorten benötigen weniger Schutz, da sie durch eine teilweise Überdachung des Hauses bzw. die Hauswand schon geschützt sind.
  • Ein Austausch von Gemüsesorten ist durch Wechsel der Gemüsekübel sehr schnell erledigt. Ein Beet muss erst vorbereitet werden
  • Das Risiko einer Plünderung der Ernte durch Vögel, Kriechtiere usw. ist auf der Terrasse deutlich geringer als ein einem Beet. Allein schon aufgrund der Nähe zum Haus.

Anforderungen für den Anbau von Gemüse auf der Terrasse

Der Gemüseanbau auf einer Terrasse ist nicht unbedingt leichter als im Garten bzw. Gartenbeet selber, denn es müssen die spezifischen Gegebenheiten einer hausnahem Bepflanzung sowie die Bodenbeschaffenheiten berücksichtigt werden. Letztere sind eben nicht natürlich gegeben sondern durch Kübelbepflanzung begrenzt.

Folgende Vorraussetzungen sollten sie bedenken, wenn die Gemüseernte auf ihrer Hausterrasse zum Erfolg führen soll.

1. Gute Lichtverhältnisse
Auch wenn die meisten Häuser architektonisch ihre Terrasse meistens auf der Südseite haben, so ist nicht immer ein optimaler Standort gegeben. Neben einer Südost- bzw. Südwestausrichtung sollte durch anliegende andere Häuser, Bäume oder ähnlichem keine Beeinträchtigung des Sonnenlichtes vorliegen. Nur durch ausreichend Sonne können die meisten Gemüsesorten gedeihen.

2. Luftig frisch
Normalerweise haben Terrassen eine gute bis sehr gute Luftzirkulation was eine gute Voraussetzung für den Anbau essbarer Pflanzen ist. Er allerdings regelmäßig seine Terrasse mit Zigarettenqualm belastet, konterkariert eben dies. Also Folge wächst das Gemüse der Marke Eigenanbau schlechter und ist nicht so resistent gegen Schädlinge wie es hätte sein sollen.

3. Die Größe der Pflanztröge
Hier gilt es nicht zu kleckern sondern zu klotzen. Viel zu oft werden viel zu kleine Töpfe verwendet, in der sich die Wurzeln nicht perfekt ausbreiten können und sich das Nährstoffangebot in Grenzen hält. Nehmen sie für einen ernstgemeinten Anbau große Pflanztröge mit 10 Litern Fassungsvermögen oder mehr. Für welches Material sie sich entscheiden spielt erstmal keine Rolle. Es gibt gefäße aus Kunststoff, Holz oder Ton.

4. Gute Erde
Ohne ein gute Erde bzw. eine optimale Nährstoffversorgung kann kaum ein Gemüse gut anwachsen. Da man hier kein Beet hat, sondern nur das Volumen des Gefäßes zur Verfügung steht, sollte stets dafür Sorge getragen werden, dass ausreichend Nährstoffe im Boden sind. Realisiert werden kann dies durch regelmäßige Düngegaben sowie Zugabe von Kompost/Humus.

Gestaltungsideen für einen Gemüseanbau auf Terrassen

Wer befürchtet, dass ein Gemüseanbau dem optischen Erscheinungsbild seiner Hausterrasse schadet, der irrt. Wir haben ein paar raffinierte Gestaltungsideen zusammengestellt, die einerseits toll aussehen und dennoch eine hervorragende Gemüsekultivierung ermöglichen.




Idee 1: Hängender Garten
Für ausgewählte Gemüsesorten und auch Kräuter kann zur Abwechslung auch ein hängender Kräutergarten genutzt werden. Er frischt optisch auf, ist mal etwas anderes als ein klassischer Topf und kann beliebig bestückt werden. Auch ein Hängepflanzer kann alternativ genutzt werden.

Idee 2: Minihochbeet
Mit einem Minihochbeet schlägt man 2 Fliegen mit einer Klappe. Man bekommt die Vorteile eines Hochbeetes und spart zu dem noch Platz, welcher ja ohnehin auf Terrassen begrenzt ist. Als Anzuchtstation oder als kleiner Stadtgarten kann es dazu noch beliebig mit Steinen oder Licht dekoriert werden.

Idee 3: Gemüsewand
Wer sehr wenig Platz hat, kann die Idee eines vertikalen Gartens direkt auf der eigenen Terrasse verwirklichen. An raffinierte Pflanzwände wird spezielles Substrat angebracht, welches für einige Gemüsesorten durchaus ausreichend ist um zu gedeihen. So schaffen sie sich eine eigene Gemüsewand.

Gemüsesorten auf der Terrasse für Anfänger geeignet

Nicht jedes Gemüse ist gleichermaßen für die Terrassenkultivierung sowie für Anfänger geeignet. Wir haben uns daher bei dieser Auswahl auf Gemüsepflanzen beschränkt, die einerseits schnell wachen und somit auch schnell zum Erfolg führen und andererseits weniger pflegeintensiv sind. Sie eignen sich allesamt perfekt zum Anpflanzen auf der Veranda.

Karotten

Karotten sind leicht zu kultivieren wenn sie ausreichend Sonne bekommen. Es gibt unterschiedliche Sorten und Subkulturen, denn Möhre ist nicht gleich Möhre. Je nach Sorte können sie bereits im Februar gepflanzt werden. Spätestens jedoch Mitte Juni. Der Pflanzabstand sollte ca. 5 Zentimeter betragen was prädestiniert für Minibeet oder rechteckige Pflanzkübel ist.

Um Schädlinge gar nicht erst anzulocken, können sie Karotten zusammen mit Tomaten, Erbsen oder Zwiebeln kultivieren.

Radieschen

Im Gegensatz zur Karotte benötigt das Radieschen nicht unbedingt einen sonnigen Standort, sondern gibt sich mit einem halbschattigen zufrieden. Sie kommt somit sogar auf Terrassen in Frage, die mit Baumschatten zu kämpfen haben. Die Aussaat erfolgt zwischen April und September. Bereits nach 4 Wochen wird die erste Ernte fällig, was vor allem für Anfänger im Gemüseanbau höchst motivierend ist. Das bedeutet allerdings auch, dass alle paar Wochen neu ausgesät werden muss. Beachten sie aber den Pflanzabstand von 6cm. Als Pflanznachbarn eignen sich Bohnen, Erbsen oder Salat.

Bohnen

Können sie eine Rankhilfe zur Verfügung stellen, ist auch die Buschbohne eine dankbare Gemüseart für Anfänger. Sie wird bis zu 45 cm hoch und benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Platzieren sie die Bohne allerdings nicht neben Erbsen oder Zwiebeln.

Tomate

Die wohl am einfachsten und schnellste Gemüsepflanze, die jedem Anfänger ans Herz gelegt ist, ist die Tomatenpflanze. Sie wächst nahezu überall. Ob Kübel, Topf, hängender Garten, Minihochbeet oder Pflanzkästen. Sie benötigt nur 2 Zutaten um prächtige, saftige Tomaten zu produzieren: Viel Sonne + Viel Wasser.

Mit Rankhilfe kann sie noch besser wachsen. Frost mag sie aber gar nicht, weshalb man erst im Mai mit der Gemüseanzucht beginnen sollte.

Feldsalat

Wer eine sonnige und / oder halbschattige Veranda besitzt, kann dort auch den leckeren Feldsalat selber anbauen. Ab März kann mit der Aussaat begonnen werden. Er kann eng im Abstand von 3 Zentimeter gepflanzt werden und ist relativ robust. Ideal für Anfänger.

Gurken und Minigurken

Ganz ähnlich wie die Tomatenpflanze ist auch die Gurke mit viel Sonne und Wasser glücklich und bedankt sich mit kräftigem Wachstum bevorzugt in großen Kübeln und Töpfen. Gute Nachbarn der Gurken sind Dill und Bohnen.

Paprika

Die heimische Veranda ist auch für die Paprika ein willkommener Platz wenn dieser schön sonnig und warm ist. Für Anfänger empfiehlt sich zunächst das kaufen von fertigen Jungpflanzen, die keine spezielle Aufzucht in Anzuchtschalen benötigen. Ab Mai kann der Anbau beginnen. Die Gemüseernte lässt nicht lange auf sich warten.