Erdwespen im Garten finden & beseitigen


Das eigene Gartenparadies lebt von seinen Pflanzen, Kleinstlebewesen und Insekten. Auch Erdwespen gehören in der Natur dazu und haben als Nützlinge im Garten ihre Aufgabe. In den meisten Fällen gelingt ein friedliches Miteinander zwischen Wespen und Menschen und Erdwespen stehen auch unter Naturschutz was bedeutet, dass sie nicht getötet werden dürfen.

Gerade Haus- und Gartenbesitzer mit Familie, kleinen Kindern und Haustieren wie Katzen und Hunden fragen sich immer wieder ob diese Wespenart denn gefährlich ist? Gerade wenn das Erdwespennest nah an der Terrasse oder dem Spielplatz der Kinder gebaut wurde. Typische Plätze für einen Bau sind nämlich:

  • Vorhandene Mauselöscher
  • Sandkästen
  • Erdnischen
  • Schattige und geschützte Orte
  • Hochbeet
  • Kübel
  • Hinter Gartenhäusern
  • In Blumenbeeten

Und damit sind alle Einfluglöcher in der Nähe des Lebens- und Wohnbereichs der Menschen. Im Allgemeinen sind sie friedlich, es gibt jedoch immer mal wieder Beobachtungen, in denen sie aus unterschiedlichsten Gründen aggressiv geworden sind, was natürlich gerade für kleine Kinder sehr gefährlich werden kann.

Es sollte also stets genau geprüft werden, ob ein sommerliches Zusammenleben möglich ist oder eine gezielte Beseitigung notwendig wird. Hierzu geben wir später in diesem Beitrag noch Tipps und Hinweise.

Was sind Erdwespen und was ist ihre natürliche Aufgabe

Es ist vor allem schon einmal nützlich zu wissen was Erdwespen überhaupt sind und was ihre Aufgabe im Ökosystem ist. Nur so kann man ihre Lebensweise verstehen und ökologisch sinnvolle Maßnahmen einsetzen um sie zu vertreiben oder mit ihne zu leben.

Sie gehören in Deutschland zu der Art der Deutschen Wespe oder der Gemeinen Wespe und unterscheiden sich nur darin, dass sie eben im Boden bzw. unter dem Erdreich nisten. Sie besitzen die typisch knall gelbe, schwarze Färbung.

Alles beginnt im Frühling wo die Wespenkönigin sich aus ihrem Loch gräbt und samt ihren Samen ein geeigneten Nistplatz sucht. Ist ein Platz gefunden werden die Eier gelegt und in rasanter Geschwindigkeit ein Wespenstaat gezüchtet der zwischen 5000 – 50.000 Wespen umfassen kann. Zur Entwicklung und Fütterung wird reichlich Eiweiß benötigt, was typischerweise von anderen Insekten oder auch Essensresten von Menschen kommen kann.

Ihre Hauptaufgabe im Ökosystem und damit auch im Garten liegt ebenso wie die Biene oder Hummel in der Bestäubung von Blüten. Eine weitere Aufgabe als Nützling besteht in der Vertilgung von ungeliebten Schädlingen wie Mücken, Fliegen oder Raupen. Auch wenn Wespen manchmal störend wirken, so sind sie dennoch schützenswert.

Erdwespen vertreiben und beseitigen




Es gibt Situationen in denen ein friedliches Zusammenleben zwischen Erdwespen und Menschen nicht möglich ist. Sie können zu einer regelrechten Plage und einem gesundheitsgefährdenden Problem werden. An Plätzen wo Kinder spielen, man barfuß unterwegs ist, Haustiere gefährdet werden oder Menschen gestochen werden, die Allergien gegen Wespenstiche haben, ist bei den meisten Schluss mit lustig. Es muss gehandelt werden.

Auch wenn im Internet teilweise sehr brutale Vorgehen gegen Erdwespen kursieren wie ausräuchern, verbrennen, mit heißen Wasser fluten oder vergiften wird an dieser Stelle dringend davon abgeraten, da man sich nicht nur strafbar macht, sondern diese nützlichen Insekten durchaus schützenswert sind. Es gibt genügend andere, natürliche und ökologische Methoden die Erdwespe und ihr Volk loszuwerden und nachhaltig zu vertreiben. Wir möchten hier gangbare Methoden und Tipps vorstellen, wie man sie entweder vertreiben oder sich mit ihnen arrangieren kann.

Tipp 1: Erdwespen-Nester im Vorfeld verhindern

Wir wissen nun wo sich die Königin vorzugsweise ein Nest baut. Es gilt also bereits im Frühjahr genau hinzuschauen und zu beobachten wenn die ersten Wespen sich auf den Weg machen. Hier gilt es jetzt also Erdlöcher, Mäuselöcher, Maulwurflöcher und Nischen zu schließen, frühzeitig Beete umzugraben und so gar nicht erst die Möglichkeit zu bieten ein Nest zu bauen.

Tipp 2: Nest orten und Bereich absperren

Eine weitere umweltfreundliche Möglichkeit ein gemeinsames Zusammenleben zu gewährleisten ohne die Wespen zu vertreiben ist es, die Einflugschneise um das Nest mit Pflöcken abzugrenzen oder auch einen Käfig drumherum zu errichten. So können auch Kinder sofort erkennen, dass sie sich von diesem eingezäunten Gebiet fernhalten sollen und niemand durch Zufall in das Nest tritt.

Tipp 3: Alte Nester im Winter zuschütten

Erdwespen bauen ihre Nester nur für ein Jahr. Bereits im Spätherbst ist es komplett leer und sollte dann auch zugeschüttet werden, damit kein neues Nest im Frühjahr gebaut wird.

Tipp 4: Räucherstäbchen im Frühstadium nutzen

Ist das Nest noch nicht vollständig ausgebaut kann man mit Rauch bzw. Räucherstäbchen versuchen die Wespen zu verscheuchen, denn sie mögen keinen Rauch. Platziert werden sollten diese insektizidfreien Stäbchen direkt am und neben dem Bau.

Tipp 5: Erdwespen von Terrasse und Spielplätzen fernhalten

Will man sich mit den Erdwespenstaat arrangieren, kann es sinnvoll sein zumindest die durch Menschen beanspruchten Bereiche wespenfrei zu halten. Hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie zum Beispiel der Einsatz von Wespenspray auf Basis von Basilikumöl. Es schreckt ab, vertreibt die Wespen und ist ökologisch völlig unbedenklich ohne zu töten.

Stellen sie außerdem eine Basilikumpflanze auf den Terrassentisch oder planen sie eine gezielte Ablenkfütterung indem sie in einem unkritischen Gartenbereich ein wenig überreifes Obst platzieren. So können sie zumindest ein wenig steuern wohin sich die Tiere bewegen und halten sie von Kinderspielplätzen und Sitzgelegenheiten im Garten fern.

Tipp 6: Natürliche Feinde der Erdwespe anlocken

Man kann weiterhin versuchen natürliche Feinde der gemeinen Erdwespe anzulocken. Hierzu gehören einige Vogelarten wie der Neuntöter, aber auch Kreuzspinnen, Hornissen oder Libellen. Vor allem Vögel und Spinnen können angelockt werden, in dem man ihnen eine gute Umgebung durch ein Insektenhotel oder eine Totholzhecke im Garten bietet.

Tipp 7: Erdwespen umsiedeln / umsetzen

Führt kein Weg daran vorbei, muss das Wespennest samt ihrer zahlreichen Bewohner weichen. Ein Wespenstaat kann umgesiedelt werden und das sollten auch nur Profis machen. Bestellen sie den Wespennotdienst, einen Schädlingsbekämpfer oder ortsansässigen Imker, der sich um eine professionelle und artgerechte Umsiedlung kümmert. Nehmen sie so etwas nie selbst in die Hand.

Hat man keine Adresse an der Hand empfiehlt sich stets der Anruf bei der Feuerwehr, die eine Begutachtung der Lage vornehmen kann und an entsprechende Dienstleister vermitteln kann.

Was nicht funktioniert und man sich sparen kann sind Aktionen wie das Einflugloch zu verschließen. Zum Einen graben sich die Wespen schnell wieder heraus, buddeln ein neues Loch und kommen immer wieder. Zum Anderen haben sie meist noch alternative Ausgänge aus ihrem Bau.

Auch Wespenfallen lösen das Problem nicht nachhaltig. Sie lenken nur teilweise Wespen ab, töten teilweise sogar unnötigerweise aber vertreiben nicht nachhaltig.

Vorsicht beim Rasenmähen: Auch wenn man den Erdbewohnern nichts Böses möchte, so kann es vorkommen, dass ein Rasenmäher durch seine Schwingungen, die er auf den Erdboden überträgt, eine potentielle Gefahr für das Erdwespenvolk darstellt. Um Stiche und Angriffe zu vermeiden, sollte weitläufig um den Bau herum gemäht werden.

Natürliche Hausmittel gegen alle Wespenarten

Mit ganz natürlichen Mitteln kann man das Zusammenleben mit Wespen aller Art erträglicher machen oder von vornherein verhindern. Wir haben hier ein paar Hausmittelchen zusammengestellt, welche die schwarz-gelben Insekten gar nicht mögen.

  • Kaffeepulver (vor allem eines in einer Schale mit Feuer angeschmortes)
  • Knoblauch (auf Tischen und in Beeten verteilen, schreckt ab)
  • Basilikum
  • Feuerschalen und Rauch
  • Lavendel
  • Weihrauch
  • Tomatenpflanzen
  • Zitrone (in Hälften schneiden und auf Tisch legen)
  • Gewürznelken

In den meisten Fällen kann mit jeder Art und Wespe friedlich miteinander zusammengelebt werden, denn sie werden nur aggressiv und stechen, wenn sie bedroht oder selbst angegriffen werden. Wenn man sie einfach in Ruhe lässt, nicht danach schlägt oder stört, gibt es in den meisten Fällen auch keine Probleme. Nur im äußersten Notfall und bei akuter Bedrohung der eigenen Gesundheit sollte etwas unternommen werden. Und das am besten auch nur durch einen Profi.