Buchsbaum – Pflanzen, schneiden, pflegen


Für viele Gartenfreunde eines der Ziergewächse überhaupt gilt der Buchsbaum (Buxaceae), der in seiner Artenvielfalt für die verschiedenste Zwecke eingesetzt werden kann. Er fungiert in Ziergärten als Formschnittpflanze in unterschiedlichsten Figuren, von denen die wohl bekannteste die Buchsbaumkugel ist, oder dient auch als Sichtschutzhecke oder Mini-Hecke in Quaderform. Schon im alten Rom diente diese Pflanze als Zierstrauch mit hohem Stellenwert.

Er ist auch und vor allem wegen seiner Formflexibilität und Robustheit beliebt, kann man doch selbst an schattigen Ecken des Gartens ein edel wirkendes Buchsbaumgewächs in nahezu beliebiger Wunschform wachsen lassen. Vorausgesetzt man schneidet ihn regelmäßig in Form.

Der immergrüne Buchsbaum und die meisten seiner Gattungen stammen aus Mitteleuropa, Afrika und Ostasien und haben alle gemein, dass sie relativ anspruchslos in puncto Bodenanforderung sind. Ein Pflanzen auf sandigen und kargen Böden sowie vollsonnige Standorte sollten jedoch vermieden werden. Am besten gedeiht er auf kalkhaltigen und verbesserten lehmhaltigen Böden bei geschütztem halbsonnigen bis halbschattigen Standort.

Den Buchsbaum schneiden und in Form bringen

Wer sich Buchsbäume in den Garten pflanzt, dem ist bewusst, dass dieser auch geschnitten werden möchte. Erst durch regelmäßiges Schneiden werden die meisten Gattungen schön dicht und kräftig da durch den Schnitt die Triebe angeregt werden zu wachsen. Am besten vollzieht man dies zwischen Mai und September.

Je nachdem für welchen Zweck man sich ein Buchsbäumchen in die Gartenanlage geholt hat, kann ein Buchsbaumschnitt zwischen ein und 6 Mal pro Jahr erfolgen. Wer eine detailreiche Buchsbaumfigur stet in Form haben möchte oder diese heranwachsen lassen möchte, der sollte weitaus öfter einen Formschnitt vornehmen als jemand, der den Buxbaum nur kleine Mini-Hecke nutzt.

Jede Art von Zurechtschneiden vertragen Buchsbäume problemlos. Sogar bis ins mehrere Jahre alte Holz kann zurückgeschnitten werden, ohne dass es ihm schadet. Daher kann man ihn auch als Anfängerpflanze bezeichnen, denn wirklich viel falsch machen kann man hier nicht.

Merke: Je mehr man schneidet, desto mehr müssen sie auf die Wasser- und Nährstoffversorgung achten. Eine zusätzliche Düngung kann hier helfen.

Tipps zum richtigen Schneiden

Damit Sie lange Freude an Ihren Buchsbaumpflanzen haben, sollte natürlich richtig gepflegt bzw. geschnitten werden. Beherzigen Sie hierzu ein paar wichtige Tipps:

Tipp 1: Nie bei Sonneneinstrahlung schneiden
Wie bei vielen anderen Hecken auch, sollte wegen Verbrennungsgefahr kein Schnitt bei direkter Sonne erfolgen. Daher am besten an bewölkten Tag oder Abends.

Tipp 2: Mit scharfer Klinge arbeiten
Man kann oft lesen, dass man ausschließlich mit ausgewiesenen sowie nicht-elektrischen Buchsbaumscheren schneiden sollte. Das ist aus eigener Erfahrung nicht korrekt. Man kann ebenso mit einer Akkuschere den Baum in Form schneiden. Wichtig ist lediglich, dass die Klingen scharf sind und die Blätter schneiden als sie zu quetschen. Wer allerdings sehr filigran arbeiten muss, weil eventuell die gewünschte Figur dies erfordert kann mit manuell geführter Klinge ggf. viel genauer schneiden.

Tipp 3: Immer von unten nach oben schneiden
Außer in Ausnahmefällen sollte die Schnittführung ausschließlich von unten nach oben erfolgen. Der Schnitt in Wuchsrichtung ist zum Einen besser und herabfallende Blätter stören so nicht beim Weiterschneiden.

Tipp 4: Blattgut sammeln und kompostieren
Die vielen kleinen, grünen Buchsbaumblätter werden schnell gelb und sehen neben einem ordentlich gepflegten Buchs nicht schön aus. Einsammeln ist angesagt und ab damit in den Komposthaufen. Sie verrotten gut und schnell – werden so zu wertvoller Erde.

Von Figuren und Schablonen – Buchsbaumkugel und co. schneiden




Zu den beliebtesten Formschnitten bei Buchsbäumchen gehört wohl die Kugel, die vor allem in klar strukturierten und aufgeräumten Gärten eine tolle Figur abgeben. Sie wirkt edel, kräftig und bringt sofort einen gepflegten Eindruck sowie Struktur in jedes Gärtchen. Als gestalterisches Element in fast keinem Garten wegzudenken.

Besonders Anfänger tun sich allerdings recht schwer damit aus einer formlosen Buchsbaumpflanze eine Formpflanze zu gestalten. Wer sich das nicht so recht zutraut, der kann auf Hilfsmittel, sogenannte Buchsbaumschablonen zurückgreifen.

Hierbei handelt es sich um Drahtgestelle oder Gebilde aus Draht in der gewünschten Form, die man über die noch kleine Pflanze steckt. Sobald sie aus der Form wächst, schneidet man entlang der Schablone, bis alles dicht gewachsen ist. Profis machen das natürlich ohne Schablone.

Folgende Ideen Buchsbaumfiguren / Buxus-Figuren können Ihnen helfen Ihren eigenen Garten noch schöner zu gestalten:

  • Pyramiden
  • Kubus
  • Mauer mit Zinnen
  • Pilzform
  • Kaktus
  • Kegel
  • Gesichter
  • Turmform
  • Kugeln
  • Spirale

Wer dichte Buchsbaumfiguren möchte, sollte sich für die Gattung der „Elegantissima“ oder „Green Gem“ entscheiden. Beide sind schnellwachsend und haben eine ausgesprochen robuste Wuchsstärke. Perfekt um grünwachsende Skulpturen mit oder ohne Schablone zu erschaffen.

Die größten Gefahren für Buchbäume – Befall und Schädlinge

Obwohl nahezu alle Buchsbaumgattungen pflegeleicht und robust sind, so gibt es ein paar lebensbedrohliche Gefahren. Zunächst zu nennen wäre hier ein komplett falscher Standort und zwar vollsonnig, nicht geschützt als auch in sehr kargem, sandigen Boden. Buchsbaumkübel stellen nur ein Problem dar, wenn man nicht regelmäßig wässert.

Der größte Feind eines jeden Buchsbaumes ist allerdings der Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis), welcher aus Asien importiert auch in unseren Gefilden sein Unwesen treibt. Es handelt sich hierbei um eine Raupe, die sich auf Buchsbäume aller Art spezialisiert hat, denn er legt seine Larven dort hinein, die relativ schnell die Blätter abfressen. Die Angst eines jeden Gärtners vor dieser Raupenart ist auch begründet, denn meist stellt man den Befall viel zu spät fest. Eine Bekämpfung dann so gut wie nicht mehr möglich.

Erste Maßnahmen sind:

  • Starkes Schütteln der Äste
  • Manuelles herausklauben der Raupenlarven und untersuchen jedes Zweiges
  • Abspritzen mit harten Wasserstrahl

Ein weiterer Feind lauert mit dem Urinstahl von Hunden. Vierbeiner suchen sich gerne Buchsbäume zum Anpinkeln aus. Das Hundeurin ist aber auf Dauer schädlich für die Pflanze. Sie wird erst gelb, dann braun und geht schließlich ein.

Buchsbaum Bodenanforderungen und Düngung

Buchsbäumchen aller Art sind recht genügsam was Bodenanforderungen angeht. Am besten gedeihen sie aber auf lehmhaltigen, humusreichen Boden. Auch normale Pflanzenerde mag er ausgesprochen gern. Der PH Wert des Bodens sollte üblicherweise bei 7-8 liegen.
Bezüglich Düngegaben ist weniger mehr, da er meist sehr langsam wächst. Man schadet der Pflanze bei Überdüngung mehr als man ihr nutzt. Auch auf keinen Fall später als August düngen, da sonst spät viele neue Triebe ausgebildet werden, die im Winter abfrieren.
Ansonsten kann gedüngt werden mit:

  • Blaukorn
  • Buchsbaumdünger
  • Humus / Kompost unterhaken

Der ideale Zeitpunkt zum Düngen ist im Frühling, je nach Anforderungen kann aber auch eine Düngegabe im Frühsommer erfolgen. Optimale gegen ein „Zuviel“ an Dünger ist das unterhaken von Kompost. Er gibt die Nährstoffe langsam und dezent an Erde ab und versorgt so unser Buchsbäumchen mit notwendigen Nährstoffen für gesundes Wachstum.

Sobald Sie merken, dass vereinzelt gelbe oder blasse Triebe zu erkennen sind, ist wahrscheinlich Nährstoffmangel der Grund und man sollte schnell handeln um ihn zu retten.

Buchsbaum-Stecklinge – So kann man Vermehren und Teilen

Der Buxus kann im Fachhandel recht teuer sein, weswegen es umso ärgerlicher ist, wenn man ihn durch Befall oder falsche Pflege verliert und nachkaufen muss. Der schlaue Gärtner sorgt aber vor und zieht sich seine eigenen Stecklinge um den Buchsbaum selber zu vermehren. Das spart Geld und macht sogar Spaß. Wie das geht, zeigen wir hier.

Am besten erfolgt die Stecklingsvermehrung im Sommer (August), wenn die neuesten Triebe schon entsprechend verholzt sind.

Schritt 1: Mit einer scharfen Schere mehrere Triebe mit einer Länge von 15cm abtrennen. Aber nur diejenigen wählen, die bereits an der Rinde leicht braune Stellen aufweisen. Sie dürfen nicht zu jung und nicht zu alt sein um erfolgreich gezogen zu werden.

Schritt 2: Der abgeschnittene Stengel wird nun begradigt und im unteren Drittel von vorhandenen Blättern befreit.

Schritt 3: Zum Anregen der Wurzelbildung empfiehlt es den Steckling in ein Bewurzelungspulver aus Mineralien zu tunken. Auch Algenmehl kann verwendet werden.

Schritt 4: Nun kann der fertige Steckling entweder schon bereits an ein geschütztes Plätzchen im Garten eingepflanzt werden oder aber in einer Aufzuchtstation hochgepeppelt werden. Der Boden sollte dabei nie ganz trocken werden. Sollte der Setzling draußen sein, muss er im ersten Jahr vor Frost geschützt sein.

Alternativen zum Buchsbaum – Es muss nicht immer Bux sein

Nicht jeder mag Buchsbäume und oftmals sucht man einfach aus verschiedensten Gründen nach ähnlichen Pflanzen, also Alternativen, die den eigenen Garten bereichern können. Vielleicht wurden die letzten Exemplare von einem Buchsbaumzünsler vernichtet, so dass man nun nach einem Ersatz sucht. Davon gibt es ein paar, die wir hier dem geneigten Gärtner gerne vorstellen möchten.

Schauen wir uns einmal an was einen Buchsbaum auszeichnet und was wir Gärtner an ihm lieben, wird schnell klar, dass er wohl niemals 1:1 ersetzt werden kann:

  • Schnittverträglichkeit
  • Ideal als Einfassung von Beeten
  • Perfekt als niedrige, dichte Hecke
  • Immergrün
  • Widerstandsfähig
  • Anspruchslosigkeit an Standort und Boden

Man kommt aber nahe dran wenn man sich folgende Buchsbaum-Alternativen anschaut.

Buchsilex (Ilex Crenata) – Zwilling oder Klon?

Kaum einen optischen Unterschied zum gewöhnlichen Buchs macht der Buchsilex, der genauso klein, dicht und glänzend wächst wie das Original. Nach und nach wurden von Botanikern neue Züchtungen und Hybride ins Leben gerufen, die zum Einen sogar schneller wachsen sollen und zum Anderen weitaus mehr Triebe ausbilden. Im Fachhandel suchen sie idealerweise nach Namen wie Glorie Gem, Green Lustre, Dark Green, Ilex Grenata Schlossgarten oder Stokes.

Heckenmyrte (Lonicera nitida)

Eine weitere dichtwachsende Heckenpflanze mit vielen dichten Trieben ist die Heckenmyrte. Sie glänzt ebenfalls mit hoher Schnittverträglichkeit und kann bis zu 80cm hoch wachsen.

Kleinblütiger Rhododendron (Bloombux)

Eine schöne Buchsbaumersatz-Pflanze ist seit neuestem auch der kleinblütige Rhododendron und eine Weiterzüchtung vom Zwerg-Rhododendron. Ideal auch für Form- und Figurenschnitte geeignet, steht er dem normalen Buchs in kaum einer Eigenschaft nach. Mehr noch, er bildet in der Blütezeit sogar rosa Blüten aus. Er kann bis zu 1 Meter hoch werden, somit auch zur Heckenbepflanzung einsetzbar. Aber auch in einem Kübel, als Kugelschnitt oder Einfassungsmöglichkeit gut geeignet.

Zwergliguster

Eine weitere Buxbaum-Alternative stellt der Zwergliguster dar, der ebenfalls als äußerst robut und anpassungsfähig gilt. Er kann ideal als Begrenzung oder Randstreifen genutzt werden und bildet dabei sogar noch im Sommer Blüten aus. Seine Beeren sind allerdings nicht genießbar und teilweise toxisch.

Purpur-Weide
Ein weiterer großer sowie buschiger Strauch, der immer mal wieder gut als Buchsbaumhecken-Alternative genutzt wird, ist die Purpur Weide (Salix purpurea). Sie ist eine Weidenart, besitzt eine rote Rinde und ist immergrün.

Thuja

Der Thuja-Lebensbaum eignet sich hervorragend als Heckenbepflanzung, kann den Bux aber nicht komplett ersetzen, denn Formschnitte sind nur bedingt möglich. Mit viel Geduld und kräftigen Trieben ist es zwar möglich, aber durchaus begrenzter als beim Original. Ansonsten glänzt diese Pflanze mit Schnittverträglichkeit, Robustheit und ist immergrün sowie winterhart.

Hilfreiches Buchsbaumvideo für einen Überblick: