Bachlauf im Garten anlegen – Tipps, Ideen, Anleitung


Erst das Element Wasser lässt einen Garten vollkommen erscheinen, bietet es doch vielen Lebewesen einen Lebensraum und lässt die Sinne zur Ruhe kommen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie sehr Ihr Garten von einem Bachlauf profitieren würde und selbst einen Wellnessgarten noch aufwerten würde? Gut geplant ist die Anlage als DIY Projekt fast ein Kinderspiel. Die folgende Anleitung erklärt Ihnen, was Sie beim Bauen beachten müssen und welches Budget Sie für verschiedene Varianten benötigen.

Tipps und Ideen zur Anlage eines Bachlaufs und Kosten

In der Natur unterscheiden sich Bäche hinsichtlich ihrer Form und Ausdehnung stark voneinander. Die einen sind lang und breit, andere kurz und schmal wie Rinnsale. Kein Bach fließt so gerade, als wäre er an einer Schnur entlang gezogen. Jeder schlängelt sich irgendwann, der eine mehr, der andere weniger.

Insofern sind Sie in der Gestaltung Ihres künstlichen Gewässers vollkommen frei, Sie sollten ihm aber einen gewissen Platz zur Verfügung stellen, damit der Bachlauf richtig wirkt.

Tipp1: Platzbedarf
Um das Wasser in Ihrem Garten fließen zu lassen, benötigen Sie eine Länge von mindestens sechs Metern. Sollen sich die späteren Pflegearbeiten in Grenzen halten, planen Sie eine minimale Breite von einem halben Meter ein. Sonst müssen Sie den seitlichen Bewuchs im Uferbereich allzu häufig auslichten, damit der Bach nicht zuwächst. Dann nämlich würde das Wasser zum Stillstand kommen und sich eigene Wege suchen.

Tipp 2: Natürlichkeit imitieren
Jeder Wasserlauf entspringt einer Quelle. Im Garten ist dies das Ende eines Wasserschlauchs, das häufig durch einen Quellstein verdeckt wird. In Wirklichkeit handelt es sich um keinen Anfang, sondern um einen Wasserkreislauf. Nur nimmt das Auge des Betrachters ihn nicht in Gänze wahr. Ahmen Sie Ihren Bachlauf einem natürlichen Gewässer nach, um ihn interessant zu machen. Lassen sie ihn sich um Gehölze, künstliche Halbinseln oder Steine schlängeln. Mal darf er sich in einem Wasserbecken stauen, um dann wiederum Stufen herab zu sausen. Letztlich kommt er in einem Staubecken oder in einem Gartenteich an.

Tipp 3: Gefälle variierbar
Sollte ihr Garten-Grundstück nicht an einem Hang liegen, ist das kein Grund, auf den Bachlauf zu verzichten. Schon zwei Prozent Gefälle reichen aus, damit das Wasser zu rinnen beginnt. Bei einem Steilhang sieht es zwar wunderschön aus, wenn das Wasser in hohem Tempo von oben herabstürzt. Dem Bett des Bachs schadet eine derartige Aktion aber ebenso wie den im Wasser lebenden Pflanzen und Tieren. Die Kraft des Wassers ist in der Lage, alles mit sich fortreißen.

Tipp 4: Fließgeschwindigkeit variieren
Bremsen Sie vorsorglich die Fließgeschwindigkeit ab, indem Sie Staustufen einbauen, in denen das Wasser zeitweise verweilt. Noch mehr Abwechslung bringen Sie ins Spiel, wenn Sie wie zufällig Steine verschiedener Größen bis hin zu einzelnen Findlingen am beziehungsweise im Bachlauf positionieren. Nutzen Sie auch diese Möglichkeiten, um das Tempo des Wassers in Ihrem Bach zu regulieren.

Tipp 5: Anliegende Sitzgelegenheiten
Überlegen Sie noch, wo an Ihrem Bachlauf ein Sitzplatz entstehen soll? Dann hören Sie vor der eigentlichen Planung tief in sich hinein. Was gefällt Ihnen besser? Ist es Ihnen lieber, dass das Wasser in Ihrer unmittelbaren Nähe lebendig plätschert und Sie zu neuen Aktivitäten anregt oder soll es Sie eher beruhigen, indem es leise vor sich hin murmelt? In letzterem Fall müssen Sie die Fließgeschwindigkeit reduzieren, indem Sie den Bachlauf an dieser Stelle etwas breiter gestalten. Und wie soll der passende Sitzplatz für Sie aussehen?

Mögen Sie es naturnah, dann nehmen Sie doch auf einer Holzbank unter Bäumen Platz, die an heißen Tagen einen angenehmen Schatten werfen. Steht Ihnen der Sinn eher nach Luxus, dann stellen Sie einen Strandkorb oder bequeme Deck-Chairs auf, auf denen Sie sich für ein Nickerchen ausstrecken.

Garten Bachlauf mit Beton- und Granit-Trittsteinen, Brücke und Steg





Falls ihr Bachlauf den Garten durchquert, müssen Sie ihn überwinden, um von einem Gartenbereich in den anderen zu gelangen. Sie benötigen eine Brücke, einen Steg oder einen Überweg. Diesen gestalten Sie entweder mit maßgefertigten Trittsteinen, mit frostsicheren Natursteinen oder mit kostenkünstigen Findlingen, wobei Letztere eine raue Oberfläche besitzen sollten, damit Sie auf ihnen nicht ausrutschen.

Jede Variante hat ihren eigenen Charme und kann gezielt als gestalterisches Element in jeden Garten eingebracht werden.

Ins Wasser eingelassene Platten aus Beton, die den Anschluss an einen vorhandenen Gartenweg bilden, erfüllen diese Funktion ebenso und wirken modern. Damit die Betonplatten im Wasser keinen Kalk abgeben, versehen Sie diese vor dem Einsetzen mit einem Isoliermittel, beispielsweise Epoxidharz. Dieses dient gleichzeitig zum Abdichten der Oberflächen und verhindert, dass der Frost sie zerstört.

Eine edle Note verleihen Sie Ihrem Bachlauf mit Trittsteinen aus Granit. Damit der Bachlauf stimmig wirkt, müssen Sie die restlichen Gestaltungselemente auf dieses Material abstimmen.

Beeinträchtigen Sie den Fluss des Wassers nicht unbewusst. Verlegen Sie die Trittsteine stets im Abstand von jeweils einer Schrittlänge. Für Erwachsene beträgt diese ungefähr 65 Zentimeter.

Alternativ bieten sich natürlich auch Bauchlauf-Brücken oder Teichbrücken an, die schon für unter hundert Euro zu bekommen sind. Sie bestehen meist aus Holz, sind stabil, formschön und fügen sich malerisch in das Gesamtkonstrukt ein.

Wer es eher modern mag, verzichtet auf Holz und setzt dafür klare Linien ohne viel Schnickschnack. Steinplatten und Steine allgemein prägen das Bild und der Wasserlauf wird auch nicht natürlich gestaltet, sondern strikt und gerade im Stil eines Steingartens.

Wichtigste Komponenten: Bauchlaufschale und Bachlaufpumpe

Das wichtigste Element Ihres Bachlaufs ist übrigens nicht die Bachlaufschale, diese könnten Sie durch eine Teichfolie ersetzen, sondern eine gut funktionierende Pumpe. Sie befördert das Wasser vom Ende des Bachlaufs, also aus dem Gartenteich, zu seinem Ursprung zurück. Bei einem Bachlauf ohne Teich transportiert sie es vom unterirdischen Sammelbecken aus zurück zur Quelle.

Achten Sie bei der Auswahl der Bachlaufpumpe darauf, dass es sich um ein hochwertiges Modell mit einer ausreichenden Leistung handelt. Experten empfehlen, dass sie mindestens 3.000 Liter Wasser in der Stunde befördern kann. Über die Bachlaufpumpe ist es auch möglich, den Bachlauf mit Wasserfall zu betreiben, sofern dieser anstelle eines Quellsteins verwendet wird.

Allerdings muss deren Leistung in diesem Fall deutlich höher sein. Planen Sie das Wasserspiel an einer anderen Stelle Ihres Bachlaufs ein, benötigen Sie eventuell eine zweite Wasserpumpe. Wenn Sie klare Vorstellungen von der Gestaltung Ihres Bachlaufs haben, kommen Sie mit einem handelsüblichen Bachlaufset meist nicht aus. Dieses beinhaltet etwa drei Bachlaufschalen. Doch besser ist es, einige Bachlaufschalen mehr einzuplanen, damit Sie Kurven und Einbuchtungen freier gestalten können.

Mit Teichfolie und Steinfolie stehen Ihnen mehr Gestaltungsspielräume zur Verfügung. Allein aus Kostengründen denken Sie über die Anschaffung einer Solar-Pumpe nach. Diese kommt auch zum Einsatz, wenn kein Stromanschluss in Ihrem Garten vorhanden ist.

Was kostet Sie das Ganze?

Pro Bachlaufschale rechnen Sie mit einem Preis zwischen 30 und 50 Euro. Für ein gutes Solar-Pumpen-Set zahlen Sie rund 400 Euro. Darin enthalten sind mehrere Solarmodule, die Wasserpumpe, die unbedingt einen Trockenlaufschutz besitzen sollte, ein Akku und der Wasserschlauch.

Hinzu kommen die Preise für das Wassersammelbecken, das im günstigsten Fall aus einem Mörtelkasten nebst Abdeckung bestehen kann oder den Gartenteich, eventuell mit Fischbesatz, die Überwege, Wasserfälle, Wasserspiele sowie die Dekoration und Pflanzen. Nach oben hin sind Ihrem Bachlauf preislich keine Grenzen gesetzt. Lassen Sie die Anlage durch einen Fachbetrieb ausführen, können inklusive des Arbeispreises mehrere tausend Euro anfallen.

Anleitung für den Bachlauf im Garten – So wird es gemacht

Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie sie einen eigenen Bachlauf im Garten realisieren können.

Schritt 1:
Legen Sie die Bachlaufschalen aus und umranden Sie diese mit Kreidespray oder einem Wasserschlauch.

Schritt 2:
Heben Sie das Bachbett präzise aus und geben Sie eine Schicht Füllsand hinein. Lassen Sie das Wassersammelbecken in die Erde ein und sorgen Sie für einen Überlauf.

Schritt 3:
Setzen Sie die Wasserpumpe hinein und schließen Sie den Wasserschlauch an. Legen Sie die Abdeckung auf das Becken. Kaschieren Sie diese lediglich mit größeren Steinen, damit Sie die Wasserpumpe für Reparaturmaßnahmen oder zum Entfernen im Winter schnell erreichen. Legen Sie die Bachlaufschalen von unten nach oben auf. Je nach Untergrund kann es erforderlich sein, dass Sie zuvor ein Betonbett schaffen, in das die Schalen eingelassen werden. Falls Sie sich für Teichfolie entscheiden, planen Sie unterschiedliche Wassertiefen ein.

Schritt 4:
Heben Sie den Boden aus und entfernen Sie Unkräuter sowie Steine. Legen Sie Teichvlies aus und dann erst die Folie, damit Letztere später nicht beschädigt wird. Führen Sie diese Arbeit bei angenehmen Außentemperaturen durch. Dann ist die Folie weicher und sie lässt sich leichter verlegen.

Schritt 5:
Befüllen Sie das Bett Ihres Folien-Bachlaufs anschließend mit Kies und Lavabruch, damit natürliche Filtermaterialien das Wasser reinigen. Achten Sie darauf, dass die Folienenden nie in den Boden drücken, da die Erde das Wasser aus dem Bach saugen würde.

Schritt 6:
Kaschieren Sie die Ränder mit Kies und Steinen. Verfahren Sie ebenso bei Stufen. Graben Sie seitlich Ihres Bachlaufs den Wasserschlauch ein, damit Sie ihn bei Störungen leicht ausheben können.

Schritt 7:
Führen Sie den Probelauf durch.

Reinigung und Winterpflege von Bachläufen im Garten

Damit man lange etwas von seinem Bachlauf hat, ist eine gewisse Pflege notwendig. Auch auf kalte Wintermonate sollte man sich entsprechend einstellen und die Pumpe und Schläuche schützen.

Zweimal jährlich führen Sie eine Grundreinigung des Bachlaufs durch. Vor dem Einsetzen des Frosts entnehmen Sie alle elektrischen Elemente und kontrollieren diese auf ihre Funktionstüchtigkeit. Eventuelle Schäden lassen Sie vom Fachmann ausbessern.

Reinigen Sie die Bachlaufschalen, entfernen Sie den Mulm sowie abgestorbene Pflanzenteile aus den Staubecken. Ist ein Fischbesatz vorhanden, kann dieser erst ab einer Wassertiefe von 1,50 Metern überwintern. Ansonsten müssen Sie die Fische in einem Aquarium unterbringen.
Verhindern Sie das Zufrieren des Staubeckens mithilfe eines Eisfreihalters. Futter benötigen die im Freien überwinternden Fische erst wieder im Frühjahr, wenn Sie die nächste Reinigungsaktion des Bachlaufs durchführen und die Elektrik einsetzen.

Bepflanzung des Bachlaufs

Bachläufe egal welcher Größe kommen erst mit einer Bepflanzung so richtig zur Geltung. Wir haben hier ein paar Ideen zur Auswahl zusammengestellt.

Bepflanzen Sie Ihren Bachlauf mit Arten, die sich in einer feuchten Umgebung wohlfühlen. In der Nähe eines schattigen Sitzplatzes empfehlen sich beispielsweise Trauerweiden, unter deren herabhängenden Zweigen Sie einen natürlichen Sichtschutz genießen.

Auch Erlen tolerieren einen feuchten Untergrund. Da sie bis zu 30 Meter hoch werden, eignen sie sich allerdings nicht für kleine Gärten.

Als Stauden machen sich an einem Bachlauf Astilben gut, die in einer breiten Farbpalette angeboten werden. Ergänzt werden sie unter anderem mit Kuckucksblume, Taglilie, Schwertlilie, Dreimasterblume, Lobelie, Blutweiderich, Mädesüß, Zierrhabarber sowie mit Funkien.

Letztere wirken auch ohne Blüte, ihr attraktiver Blattschmuck löst bei vielen Hobbygärtnern eine wahre Sammelleidenschaft aus.

Denken Sie daran, dass sich an Ihrem Bachlauf auch Schnecken wohlfühlen werden. Damit sie die Pflanzen nicht zerstören, ziehen Sie Jungpflanzen stets in Töpfen vor, bis sie zum Aussetzen kräftig genug sind. Containerpflanzen können Sie übrigens das ganze Jahr setzen, solange der Boden frostfrei ist.

Für wurzelnackte Pflanzen sind die besten Pflanztermine das Frühjahr und der Herbst. Heben Sie dazu die Pflanzlöcher so tief aus, dass die Wurzelballen bequem Platz in ihnen finden und füllen Sie hochwertige Pflanzerde auf. Gießen Sie die Neuzugänge gründlich an, damit die Wurzeln einen Erdschluss finden.

Besonders üppig gedeihen Ihre Uferpflanzen, wenn Sie sie regelmäßig mit einem Pflanzendünger versorgen. Beachten Sie zur Dosierung die Angaben des Herstellers. Verblühtes schneiden Sie ab, damit die Stauden zur Bildung neuer Blüten angeregt werden. Im Herbst lassen Sie die trockenen Triebe stehen, da diese Ihrem Bachlauf auch weiterhin Struktur verleihen.

Erst im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb greifen Sie zur Schere. Empfindliche Arten wie die Orchideen-Primel decken Sie in der kalten Jahreszeit vorsorglich gegen Frostschäden ab.
Etwa alle drei bis vier Jahre sollten Sie die Stauden an Ihrem Bachlauf aus der Erde nehmen und teilen, damit sie von innen nicht verkahlen. So gewinnen Sie immer wieder neue Exemplare, die Sie an anderen Stellen Ihres Bachlaufs einsetzen oder eventuell mit anderen Gärtnern tauschen können. Plattformen für den Pflanzentausch finden Sie in Ihrer Region oder im Internet.